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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst VII (1962 / Heft 62 und 63)

Wien: Herrschlc nach im Jull außersle

Aklivilül bei all den kleineren und größeren

kunslausslellenden lnslilulianen Wiens, so zog

im Allgusl die seuregurkenzeii ein. An wirklich

 wichligen Ereignissen ware neben einer

Phaiaaussieliung "Bulgarische Halzschnilfkunsl"

 im Valkerkundemuseum nur die

große. vom Kulfuraml der Sladl Wien veranslaliele

 Freilichlausslellung .,Plasu'ken im

Sindzpark" zu verzeichnen. Dreiundzwanzig

Werke waren zu sehen, zehn davon gingen

auf Aulrüge der Gemeinde Wien zurück.

Der allgemeine Nennen man versuchl. sich

zwischen der Scylla eines plailen. billigen

Naluralismus und der Charybdis ..absoluler

zu keinerlei Konzessionen geneigier Bildneuerei

 liindurahzuiasien. so gui es gehi

Kampromißlais irn sinne der "süßen" seie

waren lediglich die Bronzegruppe .,iunge

Menschen" von Siegfried Charoux. die sich

ganz klassizislisch gab. und das "Tierrelief"

von Elisabelh Slracholinsky. das in slark

hislorlslerender Weise Anlehnung an l(relisches.

 Allsleinzeilliches. oder elwa an babylonische

 Siegelabroliungen. wenn nichl ger

des lschlarlar suchle. zu den ganzlich

"Sauren" sind Andreas Urleil mii einer wie

aus Schlackebrocken zusamrnengeiiigien .,Liegenden".

 Josef Seebacher mii einer sehr

schonen "Farm", Rabilschko mil einer ungeheuerkanzenlrierien

 eisernemßlehenden".

Jasef Schagerl mil seinem kubislischen

Brunnen und Rudolf Kedl mll einer säulenh_afl

 an- und abschwellenden ..Slehenden

Figur" zu rechnen. Alle anderen Elisabelh

Turall, Harsi Aschermann. Oskar Baiiali.

Franz Fischer. Trude Franius. Alfred Kurz.

Alfred Malzke. Rudolf Schrnidl. Rudolf

Schwaiger und Gabriele Walderl versuchen,

vom Wesenscharakfer des Malerials ausgehend

 (zumelsl Kunslslein oder grobkörniger.

 unglällbarer Nafurslein) lu einer Vereinfachung

 der Formen im Sinne der Verdeullichung

 der slruklurellen ldee des Molivs

(ausnahmslos Tiere und Menschen) zu gelangen.

 Alois Heidel lelslele sich hiebel.

indem er Bauziegeln als Malerial wählle.

rnli seinen beiden Barenfiguren. die wirkien

wie aus Sleinbaukaslenelemenlen zusammengeslelll.

 eine forscherisch-lragische Enlgleisung:

 gesonderter ähni seien Josef Pillhofer.

der eine Bronze-Tänzerin in expressianislischtn.

 wohl vom Fulurismus inspirierlen

Rhylhmus auf die zuckenden Beine sfellle.

und Alfred l-lrdlicka. dessen "Liegender"

aus Nalurslein ein echles Denkmal menschiiziier

 Tragik in der Vergeblichkeil allen

Ringens und Bemühens isl. Leider war

gerade diese Plaslik. die auch bei dem sehr

krlflschen und zu keinerlei Konzessionen

bereuen Passanfenpublikum Verslündnis fand,

am allerungünsligslen euigesielii. besser gesagl:

 hingeiegl.

Wie immer in den Somrnevmanalen. war

Oslerreichs geisliger Schwerpunkl in Salzburg

zu suchen. das GUCh ausslellungsmüllig durch

ein geradezu lnflalianislisches Massenauigebol

 zu beeindrucken suchle.

Die ceierie Welz zeigle in ihren Rauriien

Werke ilalienischer Meisler des Z0. Jahrhunderls,

 hinler vielen der erlauchfen

Namen Campigll. Carra. de Chirico.

Greca. Gulluso, Manzu. Marcasiano. MGFIFII.

Morandi. de Pisis. Salvadciri. Severini und

Slroni slanden freilich kaum mehr als

periphere Leislungen. zu beeindrucken vermochle

 Cerneigii mil einem prüchligen

Frauenkapf und eineni Deepeibildnis "Die

Schweslern", Emilia Greco und Glacama

Manzü mil bildliauerischen Arbeilen und

Zeichnungen, Renaia Guliiisa mil ungesiumen.

 uberkuhnen Aklen und einem herrlichen.

 fiebrlgen "Großen Slilleben". Morandi

 rriil einem charaklerisllschen Siilleben.

..Sl. Marlins in ihr: Fields. Lonsiiirniisch-pasiirnpressianisiisrh



de Pisis mil

don". einer



hlngeschrlebenen Graßsladlvisian sewie Elr

nem iruiien liegenden weiblichen Aki

(siehe Abb.), Gina SGVEYIHI mii "Hürdenreiier".

 einer poinlillisiischen "Hommage a

Seural" (siehe Abb.) und schließlich Maria

Slroni mil seinen spülen Komposilianen.

Unzweifelhall kann diese Welz-Ausslellung

HlChl als eine der besien der verdienlen

Galerie angesprochen werden. doch isi

allein schon die Verbringung einer so

greßen Anzahl von werken ilalienischer

Künsller, die heufe zu den geschüizleslen

und ieiiersien der Well zahlen. eine IFIHEFhalb

 des deufschen Sprachraumes bemerkenswerte

 Tal.

iin lwerglgarlen halle Friedrich Welz in

seiner Eigenschafl als Direklar anlößlich

des zennianrigen Beslandes der lnierneiienalen

 Sornmerakademie für bildende Kunsl

eine Aussiellurig von Werken der Lehr und

Schüler elablierl und sich hiebei des T- 'rmigen

 Grundrisses des zur Verfügung stehenden.

 mehr als jümmerlichen Baracken-Pavillons

 klug bedieni. 0er senkrechle Flügel

des Raumes war einer ..i-larnmage e Kokoschka"

 geweihl und zeigle einen repräsenfaliven

 Lüngsschnill durch das graphische,

zeichnerische und aquarellislische Schaffen

des greisen Meislers der "Schule des Sehens".

nie Folge gipfelle in den z. T. umslrillenen

Enlwürfen fur Bühnenbilder von Raimundsiiieken

 und war ein einziger iubeigeseng

auf künsllerische Spanlaneilal iin Eriessen und

Wiedergeben aplischer und seelischer Erlebnisse.

 Die Auswahl der Schülerarbeilen

bewies, dall Kokaischkas Lehren auf fruchlbaren

 Boden gefallen sind; wenn auch vermerkl

 werden muß. dall all die zahlreichen

Aquarell-Skizzen in ihrer Gesamlheil ein

wenig zu nkokosciikesk" sind. so rnuß doch

auch feslgehalfen sein, daß O. Ks Schüler

auf ihren menschlichen und künsileiischen

Lebensweg den Mui und das Bekenninis zu

dem. was man unmillelbar siehl. erlebl und

empfindel. enlschieden milbekommen haben,

Farbloser waren die Rechenschaflsberichle

über die Leislungen der Bildhauer- und

Archlleklenklassen sowie über die Töiigkell

der graphischen Versuchswcrkslölle (Sldvl

Soucek) Aber das mag wohl sldrker an der

Maierie und der räumlichen Begrenzung.

als an den Lehrern. Schülern und Veranslalfern

 liegen.

lm Künstlerhaus zeiglen die Maler. Graphiker

und Bildhauer der ._selzburger Gruppe"

eine Kollekfion van 99 Arbellen in z. T. sehr

gedrüngler. unübersichllicher Aufslellung.

Die Angehörigen der scrupne" zeishneii

sich in ihrem Bemühen durch das Ringen um

große lechnisch-handwerkliche Gediegenheil

 und echlen Ausdruck aus sei es.

daß sie posl-lmpresslonislisch arbeiien wie

Hildegard Janlsch-Kassner. expressianislische

We e gehen wie elwa Rudolf Hradll ("Parisg.

 sich Visionen aus südlichen Bereichen

hingeben (Max Pfeiffer-Walenphul). bewußl

prlmlllvlälcrcrl (Agnes Mulhspiel) eder aus

echlen elemenlaren Impulsen schapfen wie

Trudr Engelsberger oder Helga Müller.

Anlon Sleinharl bewbhrl sich wiederum als

der große Seher heimallicher oder ferner

Landschaflen. lrma Taledo hal auf einer

Südamerika-Reise immens viel geierni und

isi zu spanlanen Ausdruckswerlen gelangl.

Ein Sanderlab dem großen. mechanisch gewebien

 Wandleppich von SlOVl Soucek und

den dämonisch-dekoraliven Arbeilen van

Kay Krasnifzky. Den hier aus Raummangel

nichl Genonnlen sei ein ehrliches Pauschallab

gesaendel; in wien siehi man insgesaml in

vergleichbar umfangreichen Ausslellungen

weil weniger Qualilül eis in der viel zu

wenig beachlelen Schau ln Salzburg. Es

wer eine prächlige Idee, der Aussiellung

sieii eines Kalalages ein Hell mii originelaraphiken

 aller kunsiier der "Gruppe"

mil auf den Weg zu geben. Der kleinen.

lechnisch hervorragend geglücklen Publikaiian,

 die um relaliv lacherlich geringes

Geld in einer handsignierlcn und numerierlen,

 respeklive einer unbezeichrielen Ausgabe

erschienen war. wird Sich wahl in Kürze

das lnleresse der seriasen Sammlerschafl

7 zuwenden.

ln den Dorrmratorien fand die lll. Biennale

chrisllicher Kunsl der Gegenwarl siail; diese

verensiaiiung wer noch aroblemaiischer als

die enlsprechenden aiennaien der Voriahre.

hallen vor allem eine Reihe von Slaalen

ihre Nennungen zurückgezogen. sa daß der

Schau jeglicher echl enzyklopüdlscher Charekier

 abging und die verieiiung der Akzenle

zwangsiaurig nichl der lalsachlichen Siluaiien

 enlsprach. Nach dazu blieb rein eiisslellungslechnisch

 die schwierige Archileklur

der Oraiarien unbewölligl und es rnußien

empfindliche Mängel bei der BeziFferung der

Exponaie feslgesielll werden. An inleressanlen

obieklen rielen auf: Zinniabernakei von

Roger Bonduel. Belgien, fürchlerlich kllschlge

Keramiken von Max Vanderlinden ("Das

Leben Mozarls". ..Das Leben des hl. Alexius").

die informallven Monlagen, Pholos und

Pläne von Kirchenbaulen des verslorbenen

Ai-zhiieklen Richard Schwarz. Frankiuri. die

afl ans Gespensiische rührenden Arbeiien

myslischer Iren (besaiiders die Kreuzwegslalianen

 von Richard Kingslan), die lilurgischen

 Gerüle in Siahl und Gold des Oslerreichers

 Helmul Gsellpoinler. die Originalkarlons

 des Schweden Einar Farselh fur die

neue Kalhedrale von Covenlry und vor eiiem

das wohl wichllgsle Exponal der gesarnien

Ausslellung. der Alfarrelabel des Spaniers

idsi- iuis Sanchez riir ein l-xvrrillerihaus in

Madrid. Was der laiennaii- anscheinend

grundsalzlich iehii, isi eine iieiergehende. umiassende

 verbereiiungsarbeii im Organisalorischen

 wie im Technischen. Es wäre

8 schade. wenn hier eine an sich guie und





labcnswerie Sache an Andmie zugrunde

ginge.

lm Mirabell-Casino wurden Arbeiien Bremer

Kiinsller gezeigl. Es handelle sich um eine

Veranslallung von durchaus Hoflizlellem"

Ciiarakler. wie aus dem vani Bremer Kunslscnalar

 unlerferliglen Kaiologvorwarl hervorglng.

 Leider haben die Bremer Künsller w

an sieh schon keine Personllchkeilen von

aufierordenllichem Rang in Salzburg

keine sehr gasirreundiirhe Aufnahme gelunden,

 ia. man muß sagen. daß die Hangung

in einem sehr ungünsligen Raum des Spielcasinais

 van geradezu erschüliernder Lieblasigkeil

 und Gleiciigüliigkeil war: es sah

kaum besser aus als in einem Kunslrnagazin.

und die Talsache, doß hinler einem Bürapull

der admlnislrallve Belrieb der Salzburger

Berufsvereinigung bildender Künsller (ausgerechnel

 sie zeichnele als Veransiallerin!)

weilerlief. nahm der Schau den lelzleri Resl

von Wurde. Wer immer auch veranlworlllch

zeichnen mag - es isi den Belreffenden ge-Jungen.

 jegliche Begegnung mii werken und

Menschen resflos zu hinlerlreiben. Da kann

nien Wirklich nur nach rnil dein güfigen

Kaiser Ferdinand fragen: .,Jo. derfen's

denn ddsl"

Auch in Graz gab es während der Sommermanalc

 inleressanle Ausslellungen: Die Neue

Galerie am Joanrieum zeigle aus Eigenbesländen

 und Privalbesllz eine kleine, aber

erslklassige Auswahl von Werken Gusiav

Klimls. der am 14. iuii sein hunderisies Lebcnslahr

 vaiiendei hülle, Klimls Oeuvre hei.

WIC man sah. in Graz einen günsligen sammlerischen

 Baden gefunden, und ohne Zweifel

gehören werke wie „Deine mii Federhul"

(1910). die spüle Garlenlandschafl (1916) und

"Kirche ln Unlerach" aus dem gleichen Jahr

zu den absalulen Hauplwerken des Meisiers.

Die elndrucksvollsle Lelslung isl ohne Zweifel

ClIC ..Danae" von 1905 OB. wohl die klimilschesle

 aller hier gezeiglen Arbelfen. An

Gemälden gab es neben einer fruhen Olsludie

 zu einem Giebelleld im Wiener Burglhealer

 (..Aliar des Dianysos") nach die

bezaubernde ..Kirche in Cassone" zu sehen

Zweiundvlerzig bedeulende Haridzelchnungen

 aller Scharfensperiaden ruridelen das

Bild dieser Schau. die als Praludium zur

großen Wiener Kliml-Ausslellunri der Alberiine

 und dei Osierreiehisani-n Galerie irn

Herbsl dieses Jahres angesehen werden

kann.

Im Grnzer Ferum Siridzpark zeigien zur gleichen

Zeii Paul Roflerdam und Frilz Harlluuer

Malereien und Plasliken. Beide Künstler.

Angehorigc der iu gen Genereiien. gehen

eigene. sehr Der; iieiie Wege. ihr Werk

isi unzweifelhafl ein weseniiieiier Beilrag

zur Enlwicklung der Gegenwarlskunsl.

Auch im Ausland waren und sind Künsller

aus Öslerreich emsig ein Werk. So wandall

Arnulf Rainer auf Hunderlwassers Spuren

und beglückle Japan mii seinen Uberrnalungen.

 Es kann rllchf geleugnei werden, dar!

die in ieeenisrher Schrill niedcrgezeichnelen

lilerarischen Kalalogbellrüge von Pierre

Reslany und Yashiaki Tono van hohem

graehiseiiem Reiz sind.

Frunkfiirl am Main beherbergle im Nebbicnschon

 Pavillon eine vom lnlcrnalianalen

Kullurr und Auslauschzenlrum veranslallele

Ausslellung von Federzeichnungcn des außerordenlllch

 sensiblen und sublilen Linzers

Peler Kubavsky, dessen Enlwicklung zu

grenien Hoffnungen berechligl. Er isi aus

der Kunstschule der Slndl Linz hervorgegangen.

 die im abgelaufenen Sommer Graphik

irn breiiesien Sinn des Worles freie Graphik,

 Schrillgraphik, Gcbrauchsgraahlk

irn Kiingsber-Miiseiiin in Offenbach gezeigi

halle. wobei sowohl die Lehrer (Dr. Alfons

Orlner. Friedrich Neugebaucr. Erich Buchegger)

 als auch die Schüler zu werie kamen.

Als Dokumenlalion der Schau dlenle ein

hervorragend ausgesiaiieies, illuslrierfes und

Draduzierles Bilderhefl mil einieiienden

Texlen. Schwarzweiß- und Farbenreproduklionen

 sowie einem ausführlichen Verzeichnis

 der Aussfellenden.



GLAS UND PORZELLAN

BEI SOTHEBY'S, 9..10.JULI 1961

Bei dieser Versleigerung von Porzellan und

Glas wurden inieressenle Ergebnisse erzieii.

Auch der öslerreichische Handel nahm an den

Auklianen regen Anieii. Die Preise lagen. wie

aus Londoner Zeiiungsberishien hervorging.

empfindlich über den Vergleichswerfen vergangener

 lehre. sa erzielle ein weiiers riiehi

iianer beschriebenes Glas-Objekl. das 1930

e Pfund s siiiiling erbrachle, zwanzig ienre

seaier z 16 und 1961 s 90. das sind oS 61080. i

Ein anderes Glas. das 1955 L so erzielie,

wurde ein s. Jull dieses Jahres uin 2190

verkaufi (13.ea0.-). Andere inleressanle

Preise der Glasaukiien- Venelianisches Dekkelgefül}.

 17.112. Jh., es ii-iu- Fagan-de-Venlse"-Becher.

 1a. Jh., es 9360 -. Veneiianische

 gedeckelle vese es zaso Schleslscher

 Deckelaukal, Mille 1a. Jh.. es 2o.1so.-,

 



waeeeniiurrieen. deulsch. dei. iszz.

dsasoo- rirhieigebirgsgies" rühes18.Jh..

es 5400 "Famillenhumpen", dal. 1671.

o5 18.000. . Das ieuerslc konlinenlale Glasabiekl,

 ein .,Mdrchenhumpen". wurde mii

es 20.160. - einem eiiernais wiener i-iandler

zugeschlagen. Das für England wien "gsie

Slück war eine Karaffe rnii sechs Fußgl" ern,

Nlille des 17. in, das izeea- (oS 421,960. l

erzielle. Bei den Porzellanen heben wir ein

All-Wiener Täle-a-Töle-Servicc hervor (sig

Lamprechfl. das VON Kaiser iesei II. einem

Mensieiir de Biggin bei dessen Abschied aus

wien geschenkl worden wer. Es erbrachic

semi beiliegender originaikarreseendenz

aS Z6 640. - .

KUNSTGEGENSTÄN

(Zu den Abbildungen 1


            
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