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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst VIII (1963 / Heft 68)

riesenhafte Männer stellten hier die Flüsse lnn und Etsch dar.

nd Etsch als Symbole des Wasserreichtums und des Reichtums

andes überhaupt werden auch in einer gleichzeitig entstandenen

chrift wie folgt gepriesen: „. ..darin (in Tirol) befindlicher

r Flüß, deren einer als der lnn gegen den Sonnenaufgang, der

e die Etsch gegen Mittag, beide einen verwunderlichen Runst

en und großen Landnutzen causieren". Das Flugblatt war gegen

ruhende Franzosengefahr aus dem Elsaß (Fall Freiburgs 1677)

itet und verbindet mit dieser Warnung eine ergötzliche Schildeder

 Vorzüge Tirols und seiner VUichtigkeit für das Habsburger-Durch

 den Verlust Tirols würde „das Herz der oesterreichischen

nden und dessen letzte Retirada, ja der glorwürdigste Reichsselbst

 seines Nestes beraubt... nitweniger die Kron Spanien

hrer Kaiserl. Majestät und dero Erblanden... völlig abgetten

 . . ." (i)

gleichen Selbstbewußtsein und Wissen um die eigene Bedeutung

der prunkvolle Bau, den sich die Stände Tirols in den zwanziger

n des 18. Jahrhunderts in lnnsbruck erbauen ließen. Die große

der Landstände war freilich damals schon vorbei. Wenige Jahre

-r hatte der Landtag mit der Unterzeichnung der Pragmatischen

:ion für alle Zeiten auf einen eigenen Landesfürsten und damit

gehend auf eine eigene Politik verzichten müssen. Dennoch wurde

Xusstattungsprogramm des neuen Landhauses ganz darauf ausitet,

 Glanz und Bedeutung der eigenen Geschichte nochmals

ucksvoll zu d0kurnentieren7). Abt Martin Stöckler, der als Abt

Wilten selbst Sitz und Stimme im Landtag hatte, arbeitete die

igen für die Fresken und Bilder des Festsaales aus, die von dem

schen Hofmaler Cosmas Damian Asam ausgeführt wurden.

:r ist dieser Entwurf nirgends schriftlich festgehalten, so daß

alle Figuren mehr in ihrer vollen Bedeutung entzitfert werden

en. Der Grundgedanke der Gesamtausstattung war wohl folgender:

 ln sechs Wandfeldern sollten die sechs l-lauptlandschaften Tirols,

verschlüsselt durch alttestamentliche Szenen, dargestellt werden; mit

Porträts von vier damals hervorragenden Vertretern der Landstände

und Puttengruppen mit den Emblemen der vier Stände wurde auf die

Bedeutung der Körperschaft im allgemeinen hingewiesen, vier Marmorstatuen

 der Regenten Tirols im '17. Jahrhundert hatten die glückliche

 Regierung Tirols zu versinnbildlichen. Im Mittelfresko (Abb. 1)

erhielt das Programm seine sinnvolle Erhöhung: beschirmt von der

göttlichen Vorsehung tritt in der Person eines greisen Mannes im

Bauerngexvand, der eine Kette umgehängt trägt und von zwei Frauengestalten

 mit Schwert und Barett  umgeben ist, der Vertreter der

Landstande auf. Um seinen mit dem Wappentier Tirols geschmückten

Thron gruppieren sich zahlreiche allegorische Figuren, deren Attribute

erkennen lassen, daß sie die Schätze und Reichtümer des Landes versinnbildlichen

 sollen: wieder sind ein bartiger Mann und eine Nymphe

mit Wasserkrügen, in deren Auslauf sich Fische und Krebse tummeln,

unschwer als Inn und Etsch zu deuten; Mädchen tragen Früchte

(Abb. 2), Getreide und einen Sack mit Goldmünzen herbei, Salzfässer,

ein Förderwagen und andere Bergwerksgeräte Weisen auf die mannigfachen

 Erwerbszxveige hin; Handel, Wirtschaft, ja selbst der Postverkehr

 werden durch weitere Figuren mit entsprechenden Beigaben

gekennzeichnet. Die Kriegsgöttin Athene erscheint zugleich als Beschützerin

 der Wissenschaften mit einem Stoß von Büchern und Schriften

 neben sich, ihr im Bild schräg gegenüber ist Diana als Patronin der

Jagd dargestellt (Abb. 3), mit Flinte und abgeschossenem Wildbret.

Unter der Göttin taucht am Bildrand ein Reiterpaar auf, das auf hochgebäumten

 Russen gleichsam in das Bild hineinzureiten scheint: beide

tragen Kronen auf den Häuptern, der männliche Reiter zeigt überdies

auf seinem Brustpanzer, von dem Diana den Mantel wegzieht, den

doppelköpügen Adler aufgemalt; die Portratwirkung der beiden

Figuren ist nicht sehr groß und bei der Hüchtigen Ausführung des
            
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