Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst VIII (1963 / Heft 68)

ruer genen wir mit jenen rrucnien um. wie vvit c: gewann. alllu, utuclcit vetstatta "n. e... .,....-.a.."....e.

über alle Dinge, denen wir begegnen. ausgießend, um alles zu zerlaugen, kurz. der Analyse zu leben.

Und so ist es schwer. der Flora des Himmels zu begegnen, die. um die Metapher wieder zu gebrauchen,

oben, d, h. nur in der Seele des Menschen gesehen werden kann. Eine Betrachtung also. die zum Erlebnis

des Bildes führt, muß diesen Weg nach dem Bildhimmel einschlagen. in dem das Urbild das Abbild t

wirft und belebt. Ernst Steiner ist Symbolist, also einer nie unterbrochenen Reihe von Malern zugeh'

die in Europa vom Mittelalter bis heute jene Bildwelt und -sprache der Archetypen pflegten, jener von

Tradition ungehemmten und doch wieder Tradition schaffenden Mythologen, die wie Hieronymus Bosch

oder Gustave Moreau die Anatomie der inneren Welt des Menschen entworfen haben, die der Sucht.

alles logistisch zu durchdringen. widerstanden, weil sie ahnten, daß vom Verstande her das Finden des

rechten Weges zu den heiligen Ikonen unmöglich ist, die. als zeigte sie Gott dem Moses auf Sinai. dem

Zutritt der Welt versperrt, ja, geradezu verwehrt sind, wie durch den Engel mit dem hauenden Schwert

das Paradies. allein durch den Künstler sichtbar gemacht werden können. Es ist interessant zu beobachten.

daß die Maler dieser Richtung, der Ernst Steiner angehört (die man in letzter Zeit mehr und mehr zu

Recht Wiener Schule nennt), ein gediegenes Können aufzuweisen haben, einen minutiösen. durchaus

klaren, alles in feinsten Voleurs darstellenden Stil zelebrieren, der die gründliche Kenntnis der Lasurtechnik

 der alten Meister voraussetzt, Ernst Steiner malt seine Bilder also. wie andere dieser Richtung

zugehörige Künstler. in dieser zeitraubenden. meditativen Weise. die ja methodisch das wochen- und

monatelange Verweilen vor der Bildfläche betreibt, wodurch das Aufsteigen der inneren Bilder geradezu

beschworen wird, Wie in einem endlosen Traum summiert sich das Gewölk der inneren Bilder und

verdichtet sich zum Gewitter der Aussage, bis die scharfen Linien der Bildblitze. immer dichter werdend.

auf der Flüche des Malgrunds vibrieren. In den letzten Arbeiten Ernst Steiners ist eine Tendenz zur Symmetrie

 sichtbar geworden. diese bringt ihn noch näher den alten Urbildern des Paradieses, des Lebensbaums

 und Cherubs, die sich bis heute, vor allem in der Heraldik und Volkskunst, etwa in den Formen

des Doppeladlers oder des persischen Gartenteppichs. erhalten haben. Die geometrische Ordnung des

Bildes tritt über seine vegetative Erscheinung heraus. um uns gleichsam an einen allumfassenden transzene

denten Plan zu gemahnen. nach dem alle Natur geformt ist. Hiedurch haben seine Bilder. was ihre

Gleichnisartigkeit betrifft, eine außerordentliche Allbezüglichkeit gewonnen. der Baum ist Mensch. ist

Kreuz. ist Leben oder Tod, ist Gebäude und Labyrinth zugleich, Schlüssel und Schrift. tanzend von seiner

Achse aus, noch beiden Seiten sich gleich bewegend und doch in allen Zweigen verschieden vibrierend.

tSl er ein Zeichen für die unsagbar vielen Dinge. die im Bildhimmel vor sich gehen (man stoße sich nicht

an diesem Wort - es soll doch nicht umsonst jahrhundertelang das Mönchtum der orientalischen Kirche

den himmlischen Ursprung der Ikone geglaubt habenl). Dabei ist es für die Kunst Ernst Steiners. nicht

aber für seine Seele. von geringem Belange, daß er nicht weiß, was er matt, sich mitunter als ungläubig

bezeichnet, Sigmund Freud liest und dort vergeblich in der Kiste verrosteter Schlüssel einen passenden

sucht. für ein Schioß, das eher das des Franz Kafka ist und nicht jenes. das auch Diebe erschließen, wenn

sie den Dietrich nur gut zu handhaben verstehen.

 


            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.