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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst IX (1964 / Heft 75)

eich, das habsburgische Istrien. Das

ltnis Ferdinands von Tirol zu seinem

ichen Bruder war nicht besonders gut,

ieshalb, weil Ferdinand lange Jahre der

ig ihres Vaters gewesen war. Dagegen

sich Maximilian II. und der um soviel

e Karl von lnnerösterreich herzlich

n - und Max hat diesem 1571 in Wien

wahrlich fürstliche Hochzeit mit Maria

ayern ermöglicht. Max und Karl haben

einen, trefTsicheren Geschmack ihres

besessen, während Ferdinand von Tirol

irstlicher Sammler war, dem wir die

urig ganz einmaliger Kostbarkeiten ver-1.



zu Lebzeiten Kaiser Ferdinands I. kam

zog Karl in seine Länder, um hier die

ldigung entgegenzunehmen. Nach dem

seines Vaters hat er sich nur zögernd

zm Gedanken vertraut gemacht, daß er

ach Graz müsse. Die Verwaltung, vor

lie der landesfürstlichen Finanzen, sowie

bwehrkampf gegen den Erb- und Erzdes

 christlichen Namens, die Türken,

en jedoch Karl sehr bald, seine Residenz

tz aufzuschlagen i und damit beginnt

Siährige Blütezeit, die sich zwar nicht

er gleichzeitigen Blüte an den Höfen

scher Renaissancefürsten vergleichen

)azu fehlte es Karl an Geld, das er für

rteidigung der Grenzen, für den Ausbau

stung Karlstadt, für die Befestigung der

Fürstlichen Städte, wie Radkersburg und

verwenden mußte. Trotzdem aber war

in glänzender Renaissancefürst. Er, der

ustschloß Karlau mit hundert wertvollen

ler Gohelins schmückte, hat die beidsten

 Musiker seiner Zeit

'länder, dann Venetianer i an seinen

erufen, hat die Grazer Universität ge-:t,

 den wichtigsten Faktor der geistigen

issenschaftlichen Entwicklung der Steierm

 den letzten 400 Jahren. Karls Bibliogehürt

 nach Inhalt und Schönheit der

ide zu den bedeutendsten der Zeit.

oft behauptet worden, daß [Erzherzog

in weicher Landesfürst gewesen sci, dali

:ine Gemahlin, Maria, Tochter Herzog

'hts V. von Bayern, ihn nach 1571 het

 habe, vor allem in Religionsfragcn

harten Kurs zu steuern. Wer dies he-'t,

 kennt die Geschichte iener Tage nicht.

vor seiner Vermählung hat er die Grazer

:nmissi0n begründet, hatte er sich dagewehrt,

 ein angemalter oder papierener

sfürst zu sein. Er war durchdrungen

er landesfürstlichen Würde und Hoheit.

er verschiedentlich nachgab, so deshalb,

lie steirischen Stände das Recht der

bewilligung besaßen und Karl dringend

für die Landesdefension benötigte. Die

- zuerst

protestantischen Stände haben die Zwangslage

 des Landesfürsten weidlich ausgenützt, und

es ging nicht ganz zu Unrecht der Spruch,

der Türke sei der Protestanten Glück.

Nach dem Letzten Willen Kaiser Ferdinands l.

sollte trotz der Teilung unter seinen Söhnen

die Einheit des Hauses gewahrt bleiben.

Bündnisse, Angrirfskriege und Gehietsabtretungen

 sollten nur auf Grund eines Übereinkummens

 zwischen allen regierenden Agnaten

 erfolgen. Die Lauheit und die geringe

linergie, welche Maximilian lI. und Rudolf ll.

in der Abwehr des Erbfeindes zeigten, die

Erkenntnis der innerösterreichischen Stände,

daß sie zum Schutze gegen den furchtbaren

Gegner fast ausschließlich auf ihre eigene

Kraft angewiesen seien, zwang sie, die Initiative

 zu ergreifen. Mit der gänzlichen Übernahme

 der Kriegsverwaltung an der windischen

 und kroatischen Grenze beginnt das

eigentliche große Heldenzeitalter der Steiermark.

 Trotz aller formellen Betonung der

kaiserlichen Oberhoheit gelangte mit der

Errichtung des Grazer Hofkriegsrates das

Kriegs- und Grenzwescn an den Beherrscher

die Stände Innerösterreichs. Die im

Testament Ferdinands l. geforderte Einheitlichkeit

 des Hauses Österreich war bald nur

mehr ein frommer Wunsch. Erzherzog Karl

sah sich trotz seiner Stellung im Rahmen der

habsburgischen Hausmacht gegenüber Kaiser

und Reich prinzipiell als selbständiger Landesfürst

 an. Die Zentralstellen in Wien galten

nur mehr für Nieder- und Oberösterreich.

Nach 1564 beginnt die Auflösung der habsburgischen

 Monarchie in drei einander völlig

fremd gegenüberstehende Staatswesen 7

eine Entwicklung, die unaufhaltsam weiten

geschritten wäre, hätte sie nicht die zufällige

Restringierung des llauses auf die steirische

Linie 1619 abgeschnitten. Unter diesem Gesichtspunkte

 ist es von Bedeutung, daß die

innerösterreichischen Länder von Erzherzog

Karl durch einen zentralen Behördenapparat

fest umklammert wurden. Es ist nur eine

leere Formel, daß die Länder und Behörden

Erzherzog Karls auch fernerhin ofHziell als

,,niederüsterreichische" bezeichnet werden, daß

erst um 1600 im Amtsgebrauch die Bezeichnung

 ,Jnncröstcrreichische" nachweisbar ist.

7

und
            
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