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Full text: Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 78)

schen Bedeckung einer Fldche durch 
wirksame Zwischenräume, durch Aus- 
wölben und Übers-Eck-Stellen zu räum- 
lichem rursichstehen disponiert ist). In 
ihrer Art bedeuten die Marburger 
Tafeln iedenfalls die Zusammenfassung 
und Erfüllung einer Entwicklung. die 
konsequent und unmillverstöndllch eine 
gleichsam baukünstlerische Konfigura- 
tion verwirklicht hat. 
Wotruba ist eben auf diesem Weg in 
einer sehr persönlichen und einmaligen 
Weise über das aus dem Kubismus bee 
kannte, methodische Stereomelrisieren 
hinausgegangen. Sein neuer, üfChllökv 
tonischer Raumplan folgt durch die 
klare Vehemenz der Schichtenfolge und 
die souveräne Reinlichkeit der Ausfuhr 
ruhg anderen Grundsätzen. Ein Unbee 
dmgtes und Maßvolles tariert die ge- 
spannte Gleichgewichtigkeit der Teile 
nach bildnerischen Gesetzlichkeiten, wie 
sie ahnlich in der griechischen Plastik 
des 4. Jahrhunderts anzutreffen sindDie 
innere Übereinstimmung ist zumal im 
besonderen Zusammenklang von Geist 
und Natur zu suchen, im ZUSGWTTISW 
finden von Repräsentation und Forma? 
lisierung, das seine Verhältnisse und 
Bestimmungen an der menschlichen 
Gestalt erkennl 
ln dieser lortgeschrntcnen Verlorme- 
lung einer Bildnerei, die dumpfen Da? 
seinszustönden als entschiedene Gegen? 
welt apporiiert, sind Ernst und Ange- 
messenheit eindringlicher als ie zuvor 
Ausdruck geworden. Eben in der volle 
endeten Geometrisierung nach Würfel, 
Quader und Rauiirischnitt ist dem 
Figurenwerk Fritz Wotrubas sein durch- 
aus humaner Aspekt erhalten und als 
Leitbild und Schicksal auferlegt.
	        
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