Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 81)


Zylindrisclier (ilasbccher von (Ioltlnb Samuel Mohn. b v nult

mit. der Ansicht des Hauses der Launc in Laxenhurg. .ign.

"s. Mohn m. 1x12". Höhe 9,6011. Wiener Prixntbcsitz

Ranftberher von Anton Kmhgasscr. bemalt um der Anwrht

des Schlosses Schönbrunn. am im Maler wohnt uufdcm

Spanischen Spilalsberg N Höhe 12 (m. Wiener

Privalhcsizz



 

dann Tiere aller Art von Fischen bis zu

Schmetterlingen und Fliegen; natürlich Allegorisches

 und Sentimentales; schließlich Kalender

 und Spielkarten. Ein umfangreiches

Programm, zu dem noch Sonderbestellungen

kamen, und nach der großen Zahl erhaltener

„Kothgasser"- Glaser eine sehr umfangreiche

Produktion. Erstaunlich, zumal die Gläser in

der Freizeit bemalt wurden, war doch Anton

Kothgasset und sicherlich auch der Großteil

seiner Mitarbeiter als Maler in der Wiener

Porzellanmanufaktur tätig.

Das Ilauptgeviricht des Glasschnittes liegt

auch irn frühen 19. Jahrhundert in den traditionsschweren

 Gebieten Nordböhmens und

des Riesengebirges. F. Kittel, Franz Anton

Riedel, Anton Sirnm sind die Namen, die uns

für diese Zeit und Gegend geläufig sind.

Daneben gibt es aber aus dieser Zeit noch

viele ausgezeichnet geschnittene Gläser, für

die wir keine Künstlernamen beibringen

können. Die Gefäße sind betont schlichte

Zylinder mit einem Minimum an Schliifdekor,

die Hauptsache war, daß eine große Fläche

für den (Jlasschneitler zur Verfügung stand,

über die er unbegrenzt verfügen konnte, besonders

 für Panoramen oder vielfigurige

Darstellungen. Die Themata des Glasschnittes

Waren überaus mannigfaltig; eine große Rolle

spielen Liebe, Freundschaft, Treue, Erinnerungsmale,

 allegorische Frauengestalten mit

besonderer Betonung des Gefühls; dann natürlich

 mythologische Figuren, Weltteile, jahreszeiten,

 Lebensalter; Religiöses wie Abendmahl,

 Madonnen, Apostel, Vaterunser u. a.;

und schließlich Porträts, Wappen und Monogramme.



Der österreichische Glasschnitt blieb aber

nicht auf die genannten Gebiete beschränkt:

Hieronymus Hackl wirkte in Cilli (damals

Südsteiermark) und der wanderlustige Fr.

Gottstein war wenigstens vorübergehend in

Gutenbrunn in Niederösterreich tätig.

Zu den reizvollsten Gläsern dieser Zeit gehören

 die sogenannten Kuglergraveurarbeiten,

an denen Schliff und Schnitt ebenbürtig miteinander

 verknüpft sind. Der Schleife: Ließ

auf den schlanken zylindrischen Bechern

erhabene Stege in Form von Pilastern, Lisenen,

 Arkaden u. a. stehen und belebte

deren Oberfläche meist mit einfachem Steindel-Schliff.

 Und dazu fügte der Glasgraveur einen

phantasievollen miniaturhaften Schnittdekor,

von zierlichen Blumensträußen und Blattwerk

bis zu eleganten Kostüml-iguren. Entweder

hat ein Glaskünstler diese erlesenen Kostbarkeiten

 ersonnen und ausgeführt, höchstens

aber waren es zwei gleichgestimmte Kunsthandwerker,

 die sich zu diesen Bechern

zusammengefunden haben.

Der Glasschliff nimmt in den ersten Jahrzehnten

 des 19. Jahrhunderts noch betont Rücksicht

 auf die Form des Gefäßes. Die hauptsächliche

 Verwendung von Steindelschliff,

Parallel- und Fächerschlilf ist weit davon

entfernt, den Gefäßen Gewalt anzutun oder

ihre Form zu sprengen, dazu geht erst die

nächste Generation mit ihrem neuen barocken

Gefühl über.



Die Gläser de! Abbildungen l 7551m! Neuuulcrlrlarlgcvl des Österreühi-SAIIBH

 Nluseuvm" für nugrnuuidte Kunst, Wien

21
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.