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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst X (1965 / Heft 82)

auch unter veränderten geistigen, formalen und inhaltlichen Bezügen - in der Wirklichkeit des Lebens die

ihrzugrunde liegenden Kräfte und ihr Dahinter festzuhalten suchen. sowie den anderen. die einer mehr aktiven

als kontemplativen Ausgangsbasis entspringen. Die einen sind die statischen. an jedem beliebigen Ort aufstellbaren

 Bilder. die von einem geistigen Erlebnis. von einer ästhetisch erfahrbaren Welt sprechen. Mit ihnen stellt

sich der Künstler außerhalb und steht doch zugleich auch in der Welt. aus der er schöpft.

Die sich solcher Denke und Gestattungsweise entgegensetzende Ausdrucksform sucht die Begegnung, die

Konfrontation mit sozialen, politischen. wirtschaftlichen Gegebenheiten der Zeit. Der moralisch-geistige

Konflikt, dem sich der denkende Zeitgenosse in zunehmendem Ausmaß unterworfen sieht, wird durch sie

bewußt genährt. Das .,Happening". das auch in Österreich sein nicht sehr appetitliches Pendant in den Spielen

von Nitsch oder Mühl hat. in dem alle Beteiligten provoziert und aus ihrer Gewohnheitsexistenz herausgerissen

werden, hat hier seinen Grund, findet so seinen Sinn. Die Voraussetzungen des Kunstgenießens. wie sie für das

orthodoxe Bild gelten: Ruhe. Zeit und Konzentrationsföhigkeit, über die niemand mehr zu verfügen scheint.

fallen in dem Augenblick weg. wo der Mensch zur Aktivität gezwungen wird, zur Auseinandersetzung. die sich

nun auch abseits ästhetischer Normen und Harmonien abspielen kann.

Ein kursorischer und reflektierender Orientierungsversuch dieser Art, wie er für eine internationale Entwicklung

zuzutreffen scheint, wird den Verhältnissen der österreichischen Malerei am Ende des zweiten Nachkriegsjahrzehnts

 freilich nur bedingt gerecht. Wir haben es hier mit einem auch im Bereich der bildenden Künste

von weitgehend konservativen Vorstellungen bestimmten Land zu tun, in dem stets nur als Außenseiter gerade

geduldet wird. wer mit den herkömmlichen Vorstellungen und Konventionen bricht. um so aus der Erkenntnis

einer Veränderung der geistigen Situation gewisse - mitunter den Künstler selbst schmerzlich berührende A

Konsequenzen zu ziehen. von denen noch die Rede sein wird.

Zunächst aber ist es notwendig, das Terrain abzustecken. innerhalb dessen sich ein bemerkenswertes und

achtbares künstlerisches Tun registrieren lüßt. Ich habe eine Liste von rund sechzig österreichischen Malern vor

mir, die in einem solchen Zusammenhang füglich zu erwähnen, deren in den letzten zehn Jahren entstandenes

Werk wenigstens skizzenartig zu umreißen wären. Das ist im vorgegebenen Rahmen nicht möglich. so daB ich
            
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