Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XI (1966 / Heft 84)

AUS DEM KUNSTLEBEN



MUSEUM DES 20. JAHRHUNDERTS:

SKULPTUREN ALS FORMALES WAG-NlS



Zur Ausstellung des Schweizers Robert

Müller

Wie hoch Werner Hofmann, der

Direktor des Wiener Museums des

20. Jahrhunderts. die zeitgenössische

Plastik einschätzt, hat seine nunmehr

gut drei Jahre währende erfolgreiche

Ausstellungstätigkeit hinlänglich bewiesen.



Bildhauer von Weltgeltung wie Henry

Moore und Wilhelm Lehmbruck waren

sogar in Form großer Personalausstellungen

 und Retrospektiven zu sehen.

die Österreicher Hoflehner, Wotruba.

Urteil und Bertoni wurden durch

exemplarische Einzelausstellungen in

entsprechender Weise dem österreichischen

 Publikum vorgestellt, darüber

hinaus aber auch international aufgewertet.



Die 22. Sonderausstellung im Schweizergarten-Museum

 (30. Oktober-ZB. November

 1965) konfrontierte mit dem

Werk des Schweizer Eisenplastikers

Robert Müller. Vorn künstlerischen

Gehalt ebenso wie vom glänzend gelösten

 Arrangement her zählte diese

verhältnismäßig kurz anberaumte Exdeshalb

 das erreichen kann. wodurch

Wesen und Wert einer Persönlichkeit

festgelegt werden.

Müllers nie plump wirkende Skulpturen

 mit ihrem wie aus einem Guß

erfolgenden lneinandergreifen verschiedenartigster

 formaler Bausteine,

mit ihren Rissen und Schlünden, tiefschwarzen,

 lastenden Elementen und

blank polierten, bearbeiteten Stellen,

lassen sich zweifellos sehr verschiedenartig

 auf den mannigfachen in der

Kunstdiskussion üblichen und legalen

Wegen interpretieren.

Den bildnerischen Reichtum dieser

Werke, ihre Unmittelbarkeit. Aggressivität,

 Gerichtetheit und Dynamik (diese

steht in oftmals höchst spannungsvollem

Widerstreit zur Schwere der Skulpturen)

 sind nur einige der immer

wiederkehrenden Merkmale, die den

Weg zu einer möglichst umfassenden

klärenden Stellungnahme weisen.

Müllers Skulpturen widersprechen -

wie Dr. Hofmann im Katalog darlegt -

der älteren, doch keineswegs zur Gänze

überholten Forderung nach leichter

Überschaubarkeit, denn dazu sind sie

viel zu undurchsichtig und 7 wenigstens

 in manchem - allzusehr verinnerlicht,

 wenn man diese Vokabel

auf den formalen Prozeß bezieht.

Die Wiener und ihre Museen

Das Bundesministerium fur Unterricht gi

bekannt. daß in den ihm unterslehendc

Staatlichen Kunstsammlungen und Musei

in den Monaten Oktober 79.984 und NOVE!

ber 58.885 Besucher gezahlt wurden.







position zu den bemerkenswertesten Man muß Müllers Arbeiten in größerer Bildtex" 1'? 5 b?;9ir:l"dell' Vwbeli 1962" ÖL 200

Veranstaltungen seit Bestehen des ln- Zahl und zusammen mitden grandiosen 1 Robert Müller, Le Naeud, 1965. Eisen, 6 lag-l miEi-in, Zeit und Raum. 1964. C

- ' ' _ 61x130x50 cm X Cm

Summ .. . .. . Zelchnunge" bedrudilem um m? 92 2 Blick in die Ausstellung Robert Müller 7 Sten Duner. Das dinarische Gebirgi

Robert Muller (geboren1920in Zurich) samte Spannweite dieses unermudlich (am, 1_ 1 aus der Aussjellung des oval, 1961, (31, 116xe9 Cm b

kann zu den bedeutendsten modernen schaffenden Künstlers zu ermessen. äüjillmäeä? Museum des 20- Jutultuu" 8 Zignolitvsgclxeflflbbß'gdlzßäigeäärllzi'

.. .. . . . ers. i l . . -

Kunstlern der an Kunstschatzen und Was sich unter den zahlreichen graphi- 3 m1 Wotruba, Stehende weibliche Figur, steljlupp ; deräie swwediscshe Maleri

privaten Sammlungen reichen Schweiz schen Blättern der (Ausstellung an 4  älfäztllillju} Snzende Figur. 1959. 9 ä2r1DSaäAl_A'l';serf; Scfgfäzkefrflsjggaä,

gerechnet werden. Ebenso wie dem Gultigem entdecken ließ, veranschau- rede, in Tusche (Abb: 3_ 4 aus de, Aus. im Liebesspiel. Ol, 121x135 cm (aus d:

Linzer Rudolf Hoflehner gelang auch licht einmal mehr den autonomen Stellung FtltlwßtijvbaInclerGruvhISChen Aiisslellwg des Kunslle" "" WW"

Sammlung Albertina, Wien) Kunsilerhuvs)

ihm 1960 aufder Biennale von Venedig

der entscheidende Durchbruch. Seine

Werke befinden sich heute in Galerien

und Museen der ganzen Welt, vor

allem jedoch in profilierten Privatsammlungen,

 im Besitz von Kunstkennern

 und Liebhabern, die den

künstlerischen Rang der Arbeiten Müllers

 vielfach früher erkannten als so

mancher Museumsdirektor.

Von 1939 bis 1944 arbeitete der heute

in Villiers-le-Bel in Frankreich lebende

Künstler im Atelier von Germaine

Richier. Die Begegnung mit dieser

hervorragenden Bildhauerin findet

ihren Niederschlag in einigen knapp

nach 1945 entstandenen ügurativen

Bronzen von großer Expressivitüt.

Der entscheidende künstlerische Aufbruch

 setzte jedoch erst um 1950 ein.

Von da an verwendete Müller ausschließlich

 Eisen als Material. Gefundene

 Objekte und von seiner Hand

Bearbeitetes halten sich ab diesem

Zeitpunkt die Waage und werden in

gleicher Weise zur - anfangs gelegentlich

 durch den Surrealismus inspirierten

 - Gestaltung benützt.

Der ordnende Geist, über den Müller

verfügt, sein schöpferisches Vorstellungsvermögen

 und e allem voran -

sein bewundernswertes formales Können

 sind prononcierte Faktoren, deren

Zusammenwirken das Profil der Arbeiten

 des Künstlers bestimmt.

Ungemein vielseitig und doch von

spezifischer Eigenart gaben 52 Skulpturen

 ein imposantes Bild von dem.

was ein konsequentarbeitender schöpferischer

 Mensch erreichen kann, Im

Zeitalter der in der bildenden Kunst

weitverbreiteten „Masche" beweist das

CEuvre Müllers, daß man auch ohne

billige Kniffe auskommt und gerade

48

Rang, den gerade die besten unter den

modernen Bildhauern auch als Zeichner

einnehmen (Abb. 1, 2). Peter Baum

ALBERTINA: ZEICHNUNGEN FRITZ

WOTRUBAS

Interessanter Querschnitt durch das

graphische Werk des Bildhauers

Was Fritz Wotruba für Österreichs

bildende Kunst, und zwar insbesondere

für die Periode nach 1945 bedeutet.

kann jederermessen, der das Geschehen

auf diesem Sektor auch nur mit einiger

Aufmerksamkeit verfolgt.

Als Künstler besitzt Wotruba Weltgeltung.

 und auch als Lehrer - 1946

begann Wotruba mit dem Aufbau der

Bildhauerschule an der Wiener Akademie

 der bildenden Künste r genießt

der 1907 in der Bundeshauptstudt geborene

 Plastiker weit über die Grenzen

unseres Landes hinausgehende Anerkennung

 und Wertschätzung.

In Nachfolge und als höchst willkommene

 Ergänzung zur großen Skulpturenausstellung

 1963 im Museum des

20. Jahrhunderts unterzog sich die

Graphische Sammlung Albertina der

Aufgabe, Wotrubas graphisches Werk

von seinen Anfängen bis zum Heute in

möglichst kompletter Abfolge zu dokumentieren.



Die von einem reich bebilderten und

mit persönlichen Aufzeichnungen des

Künstlers versehenen Katalog begleitete

Sonderausstellung (die - dank der

Budgetkrise - vermutlich letzte für

längere Zeit) wurde in Zusammenarbeit

 mit dem Österreichischen Kulturzentrum

 veranstaltet, ohne dessen finanzielle

 Beihilfe sie vermutlich nicht zustande

 gekommen wäre.




            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.