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Volltext: Alte und Moderne Kunst XI (1966 / Heft 87)

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Guftav Semrad und Johann Sterbenz 
linken Kopfende der Achfe aufgefteckt ift, wird in ruhender 
Stellung durch eine an der Seitenwand angebrachte Klinke feft- 
gehalten. 
Bei denLaffeten der gröfseren Kaliber, von 17 Centimeter 
an, befinden fich die Rollräder des Raperts zwifchen den beiden 
Blechen der Seitenwände aufserhalb des Nietkranzes. Jede Rolle 
hat ihre eigene, in den beiden Wandblechen gelagerte Achfe. 
Bei Anordung der hinteren Rollräder ift hier auf die 
Anbringung der felbftthätigen Ausrennvorrichtung 
Rückficht genommen, welche bei diefen Laffeten nach jedem 
Schuffe Rapert und Rohr wieder in die Ladeftellung bringt, 
ohne wie bei den 15- Centimeter-Laffeten, das Einrücken der 
hinteren Rollräder durch die Mannfchaften zu erfordern. Emen 
Haupttheil derfelben bilden zwei Keilfchienen, welche hinter 
dem Rapert auf dem Rahmenbalken aufgefchraubt find. Auf 
diefe laufen beim Schuffe die hinteren Rollräder des Raperts 
auf und werden dadurch allmählig fo weit gehoben, dafs auch 
die vorderen Rollräder zum Tragen kommen, und nach been 
digtem Rücklauf vermöge der Neigung des Rahmens nach vorn 
das fofortige Ausrennen bewirken. 
Zur geraden Führung des Raperts beim Rücklauf find 
unter dem Bodenblech Führungswinkel angebracht und 
das allzu hohe Auffpringen oder Bocken des Raperts beim 
Schufs wird durch die unter die Flanfchen der Rahmenbalken 
«reifenden Bodenklammern verhütet. 
Zur Begrenzung des Vor- und 
Rücklaufes dienen vorn und hinten 
auf dem Bodenblech angebrachte 
Puffereifen, welche- gegen die am 
Rahmen angebrachten Puffer an 
rennen. 
Zum Hemmen des Rücklaufes 
von Rohr und Rapert dient die 
hydraulifche Bremfe {Fig. TJ. 
Den Haupttheil derfelben 
bildet der aus Gufsftahl gefchmie- 
dete, gebohrte’ und abgedrehte 
Cylinder a, der hinten durch 
einen aufgefchraubten, gefchloffenen 
Bodenflanfch b feft gegen die 
hintere Querverbindung desRahmens 
angefchraubt ift, und vorn durch 
den Cylinderbügel r an einem 
Querftege desfelben feftgehalten 
wird. Das vordere Ende des Cylin- 
ders ift ebenfalls mit einem auf- 
gefchraubten oberen Flanfch d 
verfehen, an welchem der Cy lin 
derdeckel e mit Schrauben be- 
feftigt ift. Am Bodenflanfch befindet 
fich die Verfchlufsfchrau b e/, 
welche das Füllloch fchliefst, am 
Cylinderdeckel der A b 1 af s h ah n^*. 
Im Cylinder bewegt fich mit einigem 
Spielraum der Kolben h, welcher
	            		
Allgemeine Bewaffnung und Artilleriewefen. 33 mit vier Löchern durchbohrt ift. Die an demfelben befeftigte Kolbenftange i aus Gufsftahl tritt durch den Cylinderdeckel, in welchen fie durch eine mittelft der mit Gewinden verfehenen broncenen Stopfbüchfe k anziehbaren Hanf packung Verdichtet ift, in den Cylinder, und wird vorne durch zwei Muttern mit dem Kolbenftangen-Lager / verbunden, welches am vorderen Ende des Bodenbleches des Raperts angefchraubt ift. Die Wirkungsweife der hydraulifchen Bremfe ift folgende : Der Cylinder ift: bis auf ein gewiffes, darin verbleibendes Luftquantum mit Glycerin gefüllt, welchem vor Waffer defshalb der Vorzug gegeben wurde, weil es weder dem Gefrieren, noch dem Verdunften ausgefetzt ift. Beim Rücklauf drückt der Rapert mittelft des Kolbenftangen-Lagers und der Kolbenftange den Kolben, welcher vorn dicht hinter dem Cylinderdeckel fteht, tiefer in den Cylin der hinein, fo dafs fich die ausweichende Flüftigkeit mit grofser Gefchwindigkeit durch die Löcher des Kolbens preffen mufs. Hiedurch wird allmälig der Rapert zum Stehen gebracht. Der beim Beginn des Rücklaufes die wirkenden Theile treffende Stofs wird durch die gleichfam als elaftifches Kiffen dienende Luft des Cylinders wefentlich gemildert. Da der Widerftand der Flüffrgkeit bei geringer Gefchwindigkeit des Kolbens fehr klein ift, fo fetzt die hydraulifche Bremfe dem langfam erfolgenden Vorlaufen kein Hindemifs entgegen. Der Rahmen befteht im Wefentlichen aus zwei Rahmenbalken, die aus Blech- und Winkeleifen mit vorderer und hinterer Querverbindung hergeftellt find ; er ruht auf zwei Paar gufsftählernen Rollenrädern, deren Achten in ftarken fchmiedeifernen Lagern befeftigt find. Die Lauffläche der hinteren Rollräder ift mit einer Anzahl radialer Einboh rungen verfehen, in welche Handfpeichen eingefteckt werden können, um die Rollen zu drehen und dadurch Seitenrichtung zu nehmen. Zum Zurückbringen (oder Einholen) des Raperts dient die Tau wi nd e. Diefelbe befteht aus einer Kneiffcheibe q (.Fig. SJ, in deren V-förmigem Rande Fig. 8. fleh das Windetau feftklemmt, und welche durch eine Kurbel mittelft Zahnrad und Getriebe in Umdrehung verfetzt werden kann. Bei fehr fchweren Gefchützen ift zwifchen Kurbel und Kneiffcheibe ein doppeltes Zahnradvorgelege vorhanden. Alle diefe Theile find an einem Lag er arm r angebracht, der unten mit einem Zapfen in das entfprechend geftaltete Loch des am hinteren Ende der Rahmen balken an jeder Seite befindlichen Windekaftens s eingefteckt werden kann. Zum Einholen wird an jeder Seite das eine Ende des Windetaues mit einem Haken in das Seitenauge der Raperts eingehängt und das andere um die 3*
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