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Volltext: Collectiv-Ausstellung von Beiträgen zur Geschichte der Preise, veranstaltet zur Weltausstellung 1873 Wien von der Handels- und Gewerbekammer in Prag

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schöner Arbeit angeführt. Von dem in 
der Zwischenzeit Angeschafften finden 
sich auch die Preise angegeben, doch 
werden diese, weil in ein zu specielles 
Gebiet einschlagend, hier übergangen, 
ln dem zum Kirchspiele gehörigen Dorfe 
Lochkow befand sich eine Messkapelle, 
zu welcher der Besitzer des Gutes in 
einem mit dem Kreuzherrnorden am 
31. December 1736 abgeschlossenen 
Vergleiche zwei an Josefi und an dem 
Tage nach der Lochkower Kirchweihe 
zu lesende hl. Messen ä zu 1 Sch. Gr. 
(1 fl. 10 kr. rh.) stiftete. 
Die 1619 als gut aufgebaut be- 
zeichnete Pfarrei zu Sliwenetz war 
vermiethet. Im Jahre 1622 wird als 
Miethzins für die Pfarre 7 Sch. 40 Gr. 
m. und für den Obstgarten dabei 2 Sch. 
30 Gr. 1629 aber für beides zusammen 
8 Sch. 30 Gr. verrechnet; letzterer Be 
trag blieb auch nachher der gewöhnliche 
Satz. Im Jahre 1654 aber wird die Pfarre 
bereits als zerstört und abgebrannt ge 
schildert, so dass in diesem und den 
folgeuden Jahren nur für den Obstgarten 
(ätepaice, sad) allein ein Zins im Betrage 
von 2 Sch. 30 Gr. eingehoben werden 
konnte, den auch die Obrigkeit zu ent 
richten hatte, seitdem (1666) sie den 
Garten benützte. 
Auch von der Schule, welche die 
Obrigkeit 1696 auf ihre Kosten neu 
batte aufbauen lassen, war wenigstens 
ein Theil vermiethet, und zwar, wie es 
scheint, anfänglich an Mehrere um den 
Zins von 5 fl.; in der Folge hatte sie 
ein Schuster inne, von dem auch dieser 
Zins, zuweilen aber auch nur 4 fl. und 
4 fl. 40 kr. und später bloss 3 fl. 
in Empfang gestellt erscheinen, bis von 
1734 an der Cantor selbst die Locali- 
täten um den letztgedachten Betrag 
miethete. 
In seinem Einkommen war der Schul 
lehrer (Cantor) vorwiegend auf das 
Schulgeld angewiesen, denn der von 1701 
an in der Rechnung vorkommende Gehalt 
von 4 fl. jährlich war ihm, — nach hie 
und da eiugeflochtenen Bemerkungen zu 
schliessen, — bloss zur Entschädigung 
für das Unterrichten armer Kin 
der ausgesetzt worden. Vom Jahre 1721 
kam noch eine jährliche Entlohnung von 
1 fl. 10 kr. für das Singen der 
Passion hinzu. Ein oder das andere 
Mal findet sich auch ein Geschenk von 
einigen Bund Haferstroh verzeichnet. 
Der Cantor dürfte übrigens zugleich 
bei der Abfassung der Kirchenrech 
nung das Beste haben thun müssen; 
für diese Mühewaltung musste er sich 
aber wohl damit begnügea, dass er an 
dem jährlich stattfindenden Trünke der 
Kirchenväter Theil nehmen durfte, welcher 
Trunk aber grosse Dimensionen nicht 
angenommen haben kann, da in den 
Rechnungen dafür nur 20 kr., mitunter 
selbst nur 18 kr. ausgeworfen wird. 
An Grundstücken besass laut In 
ventars von 1S19 die Kirche 13 Strich. 
In der Rechnung vom Jahre 1654, welche 
nach 23jähriger ( Unterbrechung den 
Vermögensstand wieder sicherzustellen 
bemüht war, wird das Ausmass auf 111, 
1667 dagegen auf 119 Strich angegeben. 
Worin diese grosse Differenz zu suchen 
sei, darüber fehlt es an Ausweisen. Mög 
lich, dass seit dem Jahre 1619 damals 
nicht mitgerechnete öde Grundstücke 
urbar gemacht wurden. Ein solcher Fall 
wird in der That aus dem Jahre 1653 
erwähnt, welcher desshalb bemerkt zu 
werden verdient, weil dabei den Bebauern 
nur die fünfte Mandel von der Fechsung 
bedungen wurde, während es sonst in 
der Gegend (z. B. Dobfichowitz) üblich 
war, bei Verpachtung bereits cultivirter 
Felder auf gemeinschaftliche Rechnung 
je die dritte Garbe oder von fünf Gar 
ben nur je zwei zu nehmen. 
Bei diesem Kirchspiele war es Regel, 
die eigenen Grundstücke gegen einen 
Geldzins zu verpachten. Derselbe blieb 
die ganze Zeit über fast stationär, im 
Belaufe von 6 Gr. m. oder 7 kr. rh. 
für den Strich vom Jahre 1629 bis 1736, 
also fast die ganze Periode hindurch, 
welche die vorliegenden Rechnungen von 
Sliwenetz umfassen. Das Herkommen 
blieb in diesem, wie in anderen Punkten, 
maasgebend. Bei der Wiederaufnahme 
der Rechnungen im Jahre 1654 heisst 
es ausdrücklich, die bisherigen Nutz- 
niesser werden nach dem Willen der 
Erbobrigkeit in der Nutzniessung zum 
Zinse von 7 kr. für den Strich belassen. 
Dass jedoch dieser niedrige Pachtschil 
ling den gegebenen Verhältnissen in der 
Folge nicht mehr entsprechend befunden 
wurde, das lässt sich aus der Erhöhung 
desselben bei Einzelnen entnehmen, die 
man nicht zu den Erbberechtigten ge 
zählt zu haben scheint. So musste der 
Schäfer (polni mistr) von 1705 an 12 kr. 
für den Strich zahlen. Das Gleiche sollte
	        
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