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Full text : Alte und Moderne Kunst XI (1966 / Heft 88)

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Feder und Tusche auf Eimern. 32x25 cm

Rudolf Heinz Keppel, Erfüllung der Vasen.

Monolypie auf Jupunpnpier, 43x28 cm

ägdoW Heinz Keppel, Erdgeborener. 1961. o1,

cm

Rudolf Heinz Keppel, Apfel der Hesperide,

m, 82x57 cm

Rudolf Heinz Keppel, Melcpher eines lchs,

Monolypie auf Japanpcpier, 4a x24 cm

Rembrandt und einem romanischen Fresko? Er

erkannte: nicht der Fortschritt im Sinn der Naturnuchahmung

 ist Fortschritt. sondern der Blick in

etwas, was immer wieder sichtbar gemacht

werden muß.

In allen bedeutenden Kunstepochen war Malerei

und Graphik nach nicht getrennt. sondern nach

"eines". In der geistbetonten Darstellung der

göttlichen, männlichen und weiblichen Archelypen

und im Farbbau bestehen wesentliche Analogien

zwischen Romanik und der Malerei Ägyptens,

zwischen den griechisch-byzantinischen Ikonen

und der australischen Eingebarenenkunst. Gilt

die reine Bildsprache des romanischen Welt- und

Lebensbildes nicht heute ebenso zu Recht wie

ehedemlMuß unsere Gegenwartskunst nichtwieder

sakral werden. weil der Mensch immer und in

jeder Form Teil des Sakralen ist und bleiben

wird? Malerei im Sinne der letzten Jahrhunderte

wäre dem schöpferischen Menschen des 12. und

13. Jahrhunderts ganz unmöglich gewesen, da

seine Arbeit stets einem „Etwas" diente, das

außerhalb der reinen Erscheinungswell stand. Der

betonte Subjektivismus und die Überheblichkeit

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der Kunst als Naturnachahmerin setzte erst mit

der Renaissance ein. Was man von nun an als

Malerei begreift. begann mit diesem 15. Jahrhundert.

 Verwandt aber mit der Bildsprache der

Romanik, die einen zeitlos gültigen Kunststil

prägte, wird immer wieder ein bildnerisches

Schaffen sein. das der Vorstellung. der Imagination,

entspringt. lmago ist das inwendig erschaute

Bild, das in Farben geschrieben ist. Eine auf

das Wesentliche. das Essentielle verdichtete Aussage.

 Rudolf Heinz Keppel hat sich aus geistiger

Sicht nach langer seelischer Schulung in vielen

Kunstwerken die "Essentielle lmagographie" erarbeitet.

 Der lmagographie ist die Zentralperspektive

 nicht gemäß, weil sie nicht kosmisch ist.

Sie kennt nur die geistige Flüche. ein Nebeneinander,

 und stellt keinen optischen Raum dar.

Sie kennt keine Schwerkraft, auch die katalanischen

 Fresken wußten nichts davon. und doch

ist in diesen alles festgehalten und gebunden von

einem Geist. der nicht nennbar ist. Dieses große

Stilwerk war Rudolf Heinz Keppel geglückt,

obwohl er in den Jahren 1954 bis 1961 als Präsident

 des Wiener Künstlerhauses eine Unzahl

von andrüngenden Geschäften für seine Künstler-


            
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