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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst VII (1962 / Heft 64 und 65)

Sechs Entwürfe für Dumenmoden aus den

"gmdenen" 1wcmziger Jahren von Professor

 Eduard Josef Wimmer-Wisgrill

pfte. Doß die Frau dieser Zeit

i Vorgänge in ihrer Kleidung zum

ruck brachte. erscheint uns heute

sehr natürlich. Deshalb kann das

tat. das so mühsam und so folge!

ig erkämpft wurde, nicht mehr mit

e zu lun gehabt haben. sondern

als Tracht. als Kulturausdruck geet

 werden.

doch. Nach 1925, nach der Pariser

ellung kam die Zäsur. Es kam die

lle" wieder, etwas dem abgelegten

er sehr Ähnliches. Heute wird das

e Damenhutmodell aus Paris belich

 weit noch rückwärts aufge--

 behauptet es sich noch allein

n den Wiener Wind? - heute wird

Nachmittogskleid ganz lange und

getragen. das Abendkleid auch

er schleppend und die Frauenhaare

ich wieder lang zu "Frisuren" aufckt.



iend können wir täglich solche

tatierungen machen und uns frawie

 das möglich ist, so viel qualvoll

langwierige Eroberungen über

it wieder zu verlieren?

es also doch keine Tracht. sondern

Mode? Launische, kurzlebige, une

:henbare Mode? Ich glaube nicht,

es so ist, sondern es rührt sich im

ie das Weib!

Jr gewiß Eros! Die Erotik, die sich

wsetzte gegen gefährlichste Feinde.

ar die Gefahr. daf] die Frau sich

reit enthüllt hätte. Die Nacktheit

nicht die erotische Phantasie. die

ähnung macht gleichgültig. Es war

Sefahr. daß die Frau sich zu sehr

ünnlicht und sich dadurch ihrer

lichen Reizmittel begeben hatte. Es

höchste Gefahr. es war die zwölfte

ie, es war Feuer am Dach!

das. was dann geschah, zur Abhilfe,

 zur Rettung. zur Erlösung: das

tat die viel gelösterte und geschmühte.

aber immer wieder alles ins wohltuende

Gleichgewicht bringende Mode! Und

diesen Vorgang. dieses Streben nach

höher gestellter Kultur. dieses etwas

intellektuell orientierte Ringen, das zur

rechten Stunde wieder irgendwie vernünftig

 und gesund. erdgebunden paralysiert

 wird. können wir nennen: ..Das

Werden der Mode".

Bei diesem sich ewig erneuernden

Kampfe der zwei Faktoren. der Tracht

und der Mode. können wir die Tracht

nach Weininger mit M, d. h. mit männlichem

 und die Mode mit W, also mit

weiblichem Charakter versehen und so

diese Wechselwirkung als Ausdruck

einer glücklichen Ehe bezeichnen.

So ist. trotz des scheinbaren Rückzuges

auf der ganzen Linie. nicht alles eroberte

 Land verloren. Sie, meine Damen,

wissen sehr gut, daß Sie nie mit Reifröcken

 Ihr Automobil lenken werden.

sondern dies in kurzen Röcken oder

später wahrscheinlich in Hosen tun

werden. Und Sie werden anderseits

auch nicht mehr so schnell vergessen.

daß die Männer ihr Interesse für Ihre

bloßen Beine. für Ihr Hemdkleid und

für Ihre Mönnerfrisur nicht sehr lange

wach hielten, sondern. daß Sie, meine

Damen, bei den neuen fließenden Gewandern.

 die die Glieder verhüllen

und doch zeigen. etwas erleben, was

Ihnen ganz recht gibt.

Es ist der Ausgleich. das Ausbalancieren.

die wiedergefundene Harmonie zwischen

 Tracht und Mode. das Wiedergewonnene

 und das doch nicht Verlorene

 vereint! Vereint. um sich wieder

zu verlieren? Also das Leben. lebendiges

Leben und deshalb doch richtiggehend

und in bester Ordnung!

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