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Volltext: Alte und Moderne Kunst XI (1966 / Heft 89)

 
 
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Museum Mcrrmznnu-Wesrrcen 
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Jean Dandnl. Uihcl (Iharlcf V 
Museum Mecrmalwnu-Wcslrcvn: 
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Niederlimli - Apokalypse. Pur 
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num, Ms. w s. 2. 
datiert 1371. Haag, 
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Arnheirn tätig. Die geniale Frucht sollte 
im reichen Flandern zur Reife kommen, 
die Saat aber war zuerst an der Maas auf- 
gegangen. Das Maasgcbiet war wie in den 
Jahrhunderten zuvor auch um 1400 ein 
weithin ausstrahlendes europäisches Kraft- 
zentrum. Für viele hat es italienische An- 
regungen verarbeitet, an nicht wenige hat 
es die neue Kunst vermittelt. Es be- 
schenkte die französische Kunst und eben 
auch Flandern, von ihm aus nahm die 
Utrechter Buchmalcrei ihren Ausgang, und 
auch Köln, Aachen und der Niederrhein 
sind von der Maas gespeist worden. S0 
sind zum Beispiel die Flügelbilder des 
gotischen Hochaltars in der Kirche zu 
Rheinberg am Niederrhein nicht vom 
Meister von Flemalle abzuleiten-i, das ist 
völlig unmöglich, nur in zeitstilistischer 
Parallele befinden sie sich zu ihm, viel- 
mehr hat sie ein Lütticher Maler geschaffen, 
und zwar sind sie aus der Wlerkstatt ge- 
kommen, in der etwas später das Epitaph 
des Petrus de Molendino, des 1459 vera 
storbenen Peter van den Meulen (Lüttich, 
Kathedrale), gemalt worden istö. 
MIMERKUNGEN 5-8 
 
I. Achter, m; Jahrbuch der Rheinischen Denkmalpdege 
1950, s. 201. 
Mzrg. Dcvigne, 1.4 Sculplure mosane du Xllle au xvu 
" 1013 - M. Conway, Calalogue cf um 
 
' an, London 1927, S, 4. 7 Katalog der Aus- 
Slcllung Lüttich 1951. Nr. 430. - Weiterhin ist in dieser! 
Zusammenhang einzuordnen eine Breinzfel mit de: An- 
betung der Könige 025x875 cm), die mir um 1960 
im Handel begegnet m. und die Verkündigung im Wallraf- 
Riehanz-Muscum in Köln 7 Bildkalalog 1939. S. I6} 
Inv. 178 w, die zumeist einem westdeutschen oder west- 
fälischen Meister zugßchrieben wixd. Ich holfc, dzs 
überraschend zahlreiche Material bald vorlegen zu können. 
Pznofsky a. a. 0.. S. 96 und Abb. 113. 
A. a. 0.. S. 11981 und Abb. 152-190. 
2. 
In Brügge und Gent wirkten seit etwa der 
Vlahrhundertwende einige Werkstätten, die 
zwei ziemlich konträre Richtungen, eine 
mehr idealistische und eine mehr realistische, 
vertraten. Von jener haben sich als wich- 
tigste Arbeiten erhalten: das Retabel der 
Cotporation des Tanneurs, der Lohgerber, 
in Saint-Sauveur in Brügge 7, und die wohl 
aus derselben Werkstatt hervorgegangenen 
Flügelbilder eines flandrischen Schnitz- 
altars in der Rainoldi-Kitche zu Dortmund, 
dazu stilistisch verwandte Miniaturen in 
einigen Stundenbüchern, in dem des Daniel 
Rym (Baltimore, Walters Art Gallery, 
Ms. 10.166), in einem anderen mit der Be- 
merkung: joris de Gavere me ligavit in 
Gandavo (Baltimore, Ms. 10.170) und in 
dem des Herzogs Johann Ohnefurcht 
(Paris, Bibliotheque Nationale, Ms. nouv. 
acq. lat. 3055) 3. Diese liebenswürdigen, aber 
etwas saftlosen Zeugnisse des internatio- 
nalen Stils, die deutlich die Merkmale der 
Provinz zeigen, konnten zur Genese einer 
neuen Kunst, der Kunst der van Eyck, 
nichts beitragen. Ihre Maler haben keinerlei 
Zukunft in sie zu betten vermocht. 
Anders, wenn wir die zweite Gruppe be- 
fragen. Sie ist nicht so eindeutig nach 
Brügge zu lokalisieren. Die künstlerisch 
bedeutsamste Arbeit, eine astrologische 
Handschrift von 1403, ist allerdings vorn 
Abt des Bartholomäus-Klosters in Brügge 
(New York, Morgan Library, Ms. 785) 
bestellt worden. In ihren Kreis läßt sich 
eine 1410 geschriebene Sammelhandschrift 
theologischer Traktate (Wiesbaden, Hes- 
sisches I-Iauptstaatsarchiv, Ms. B. 10) ord- 
nen, deren Miniaturen wie Exempla eines 
Musterbuches Kopien nach sehr verschie- 
denen Vorlagen zu sein scheinen. Wichtig 
und wohl auch original ist eine Gruppe 
häßlicher Männer, die „onse heere steenen 
wouden". Und auch die Bilder einer 1415 
datierten Handschrift der Sommeale-Roy
	        
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