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Full text : Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 90)

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bei Gröbming, er will das ganze Gebiet

kaufen, „um bier als Palrinrrb rerbl warbmrn

zu rein,  da! Wohl dierer Leute {u Jürgen" 3.

Aber dennoch sollte es auch hier nicht gelingen,

 Fuß zu fassen. Die ziemlich bescheidenen

 Mittel des Prinzen, der nicht mit dem

Beistand „ölfentlicheW Gelder rechnen

konnte, waren fast zur Gänze in seiner

Gründung von 1811, dem als Lehranstalt

eine geistige Mitte des Landes bildenden

joanneum, verankert. Hier lag auch der

Kern seiner Hoffnungen, „die Bewohner

Innerblrterreirbx dnrrb Bildung der Geirter und

Veredlung de: Ilergen: {u ben-eren ilxIem-eben,

nwrnlirrb und rnaleriell glürklirberen Bürgern zu

rnaeben"4. Doch unablässig verfolgte er

weiter das Projekt eines „Musterhofes" in

den Bergen, „um dorl mit den gleirben den

Landleulen zu Gebete xlebenden Ilililteln und

Krnflen {u zeigen, wie man mit Fleiß, Beharrlirhkeil

 und Übergeugung den nngünrlzlgen klirnalirrben

 Einßüuen Nahrung abgewinnen und den

bbrbwirblzlgen Gegenrland der Viebgnrbl und

deren Prodnkle veredeln nnduerrnebren känne . . ." 5.

Die Bildungsarbeit und der materiell-wirtschaftliche

 Aufbau, zwei Mittel zu einem

Ziel: zu einem freien, den Fortschritten

aufgeschlossenen, ihrcn Problemen aber

gewachsenen Menschen. Die Vergangenheit

sollte weder abgeschüttelt noch restauriert

werden; das Eigene vielmehr erkannt und

erstrebt, die Werte bewahrt und weitergetragen

 sein, um „der Vergangenbeil würdig,

der Gegenwart gewarbsen und der Znkunfl wohlldtig

 {n rein". So mußte dem Prinzen auch

neben allen Gründungen zur Verwertung

der Bodenschätze, neben der Bergbauschule,

den Hammerwerken, dem Weingut Pickern,

der Landwirtschaftsgesellschaft, cler Kartoffelanstalt,

 der Brandschadens-Versichetung,

 allen so nützlichen Gründungen bis

zum Anna-Kinclerspital, die großteils, aus

klarer Abschätzung der zukünftigen Erfordernisse,

 der Gegenwart weit vorauseilten,

 neben allen wirtschaftlichen Förderungen

 cs als Wichtigstes erscheinen, ein

Beispiel, ein Leitbild, das Symbol seiner

Gesinnung zu setzen. Wenn sich später

Erzherzog Johann gerne als „Brandb0ßr"

bezeichnete, so sollte damit zum Ausdruck

kommen, was ihm der Brandhof war; er

sagte dasselbe aus wie die Einführung der

graugrünen steirischen Tracht: „. . . urn ein

Beixpiel von Einfnrbbeil in Sitte zu geben . . ."

War doch auch diese Tracht durchaus als

Symbol zu verstehen und auch verstanden

worden; es ist der Grund, warum man in

Wien 1823 ihr Tragen verboten hatö. Im

Wesenskern des Programmes Johanns steht

aus tiefer Einsicht heraus das Ziel, cler

drohend sich aufbäumenden Spannung von

künftiger industrieller Gesellschaft - er

hatte ihr Aufsteigen 18l5f16 in England

geradezu hellsichtig erkannt - und ererbten

Werten der Treue, Gläubigkeit und Schlichtheit

 der Lebensführung, durch eine Synthese

von Fortschreiten und Bewahren zu begegnen.

 Zweifellos gcnügte sich der Prinz

nicht mit der Vorstellung lokaler Befriedung.

 Ihm ging es, ein Beispiel zu geben,

das von seiner Person aus, über seinen

engsten Vertrautenkreis, die Freunde, die

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