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Full text: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 93)

Die Tonigkeit der schwarzweißen Radierungen 
Nowaks ergibt sich aus der reichen Skala von 
Valeurs, die vom Weiß des Papiers. auf dem ge- 
druckt wird, bis zur satten Tiefe des nicht abge- 
grateten Kaltnadelstrichs reichen. Wenn Nowak 
aber Farbradierungen schafft, hat er wieder seine 
eigene Methode. um sie auf relativ unorthodoxe 
Weise zu realisieren. Er druckt die geützte Zeich- 
nung negativ, indem er nicht die Vertiefungen 
der Platte einfürbt, sondern ihre Oberfläche ein- 
walzt. Die Zeichnung erscheint dann weiß. Die 
kolaristische Bereicherung der Platte erfolgt durch 
ihr Eintärben in verschiedenen Tönungen, wobei 
Farbe für Farbe in verschiedener Zurichtung von 
ein- und derselben Platte gedruckt wird. Die 
Feinheit der auf solche Weise von malerischen 
Werten umgebenen Zeichnung kann nur durch 
die Ätzung erreicht werden. 
Nowak beschränkt sich in seinen Radierungen 
meist auf kleine und mittlere Formate. die er wie 
ein Ziseleur so lange bearbeiten kann. bis die 
ineinander überlaufenden Spuren der Bearbeitung 
einen dichten und reichen Zusammenhalt ergeben. 
Er scheut die einer liebevollen Bereicherung der 
Platte vielfach im Weg stehenden. heute so be- 
liebten Riesenformate, weil er weiß, daß nicht 
sie es sind, die einem gelungenen Werk seinen 
Reiz verleihen. Nowak weiß sich zu bescheiden 
und zieht aus solcher Selbstbeschränkung jene 
Kräfte. die in seinen Arbeiten zum Ausdruck 
kommen. 
wlßknä. 
Begrüßung. Aqualinfa und Vernis Mou. 195a. 24.8x 
24.3 cm 
Am Druhlzuun. Radierung. Aquulinlu und Kqllnadel. 
1962-1966. 2a x 22.5 cm 
Spießbrüder. Radierung und Aquuiinlu. 19a. 15x 32cm 
Die Eingemuuerlen. Radierung, Vernis Mcu und Kalt- 
ncdel.1967. Z5 X 31 cm
	        

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