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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 94)




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stcrn und luren, die Leibungskanten sind

nur durch einen Rundstab abgesetzt. In den

oberen Geschossen ist unterschieden in die

etwas reichere Form der Risalitfenster, die

unter einem Segmentbogen durch eine

fragile Mittelsäule in zwei schlanke Formate

unterteilt sind, in die einfacheren, einteiligen

 Fenster der Zwischenfelder, die

auch durch Segmentbögen begrenzt werden,

und schließlich in die reicher gestalteten

Fenster des Mittelrisalits mit runden Bögen.



Neben dieser groben Einteilung gibt es

noch die feine geschoßweise Unterscheidung.

 Im ersten Stock sind die Rundstäbe

der Gewände unterbrochen von einem

Knospenkapitell, die Segmentbögen sind

betont durch eine scheitrechte Putzbogenquaderung

 mit einer dünnen Abschlußleiste.

 Die Fenster des zweiten Geschosses

haben dagegen einfachere Profile, ohne

Zwischenkapitelle, mit schwächerer Putzstruktur

 des Bogens und ohne Abschlußleiste.



Eine Ausnahme innerhalb dieser Ordnung

bildet wieder der Mittelrisalit, an Welchem

durch Schtnuckformen Fenstergruppen gebildet

 werden. Hinter den fünf Achsen des

Risalits liegt in jedem Geschoß ein Saal;

in der Außenarchitektur führen jedoch die

Randachsen, etwa durch den Fortfall der

Bogenleiste, ein eigenes Leben. Die mittleren

 Fenster im ersten Geschoß werden

durch die Kämpferkapitelle der Zwischenpfeiler

 und durch das leicht konturierte

Bogengesims zusammengefaßt. Hier sind

auch die Rundstäbe in den Bögen 0rnamentiert.

 Die Ordnung im zweiten Geschoß

unterscheidet sich nur durch das Fehlen

der Kapitelle an den Zwischenpfeilern.

Die Fenster des später aufgesetzten dritten

Geschosses setzen die angegebenen Formen

fort, indem sich die Fenster der Schmalrisalite

 wiederholen und die Fensterrahmungen

 weiter vereinfacht sind.

Die innere Erschließung und Raumgruppierung

 des Hauses ist das letzte erhaltene

 Beispiel für diese bei Fellner gerühmte

 Kunst. Sie vermag jedoch für diesen

einfachen Nutzbau nicht den Verlust der

sehr geistreichen Raumdisposition des

Stadttheaters zu ersetzen. Auch wird die

Kaufmannschaft Fellner zu größter Sparsamkeit

 angehalten haben, denn die Klassentrakte

 zu beiden Seiten des Mittelrisalits

zeigen eine (verantwortbare) spartanische

Einfachheit, die keinen Vergleich mit dem

Akademischen Gymnasium von Friedrich

e_i___:4. m". 1,.

 
            
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