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Full text: Alte und Moderne Kunst XII (1967 / Heft 95)

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rierung. Die geschmeidige Eleganz der 
Linie, das Melodiöse der Figuration und das 
Sentimentale des Ausdruckes lassen die 
Arbeiten dem Geiste des Jugendstils zu- 
ordnen. 
Der junge Schiele wurde von vielen künst- 
lcrischen Kräften beeinilußt. S0 wissen wir, 
daß er von den Bildern Hodlers, van Goghs 
oder Munchs, die er in Ausstellungen in Wien 
kennenlernen konnte, fasziniert war. Diese 
Eindrücke haben sich auch in einzelnen Wer- 
ken niedergeschlagen. Von nachhaltiger Wir- 
kung war jedoch nur die Begegnung mit 
Gustav Klimt (1862-1918). Wir haben bei 
der Betrachtung der Zeichnungen schon des 
öfteren auf Klimfsche Anregungen hinge- 
wiesen. Mit Klimt ist Schiele erstmals 1907 
in näheren Kontakt getreten. Er studierte 
damals bei Griepenkerl, von dem keine 
künstlerischen Anregungen auf ihn aus- 
gingen. Klimt wurde so für geraume Zeit 
zum eigentlichen Lehrmeister Schieles. In 
den Jahren, in denen unsere Zeichnungen 
entstanden sind, ist die Verbindung zu dem 
älteren Mentor am stärksten. Aber wie die 
Blätter zeigen, ist Schiele nicht einfach dem 
Stile Klimts verfallen. In den Bildern bleibt 
er noch am ehesten der ornamentalen Flä- 
chenkunst Klimts verhaftet, in den Zeich- 
nungen dagegen ist er freier und selbstän- 
diger. Er hebt sich durch seine zu barocker 
 
 
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Schlifcndcs Paar. 32 x30 Cm. Monngnxnmicrl, nich 
dauern. Um 1909 
Stehende: Liebespaar. 31 X3414 cm. Kupf- und Scham 
hzarc der Frau rot in Fzrbslifr. Snümpre grün in Fzrbstifl 
Monogramnxicrl. nicht daxicrx. Um 1909 
Guslav Klimx. Der Kuß. 1908. Wien. Öueneiehikh. 
Galerie 
Liebespaar. 31.5 X295 cm. Haare der Frau rot in Farb 
um. Munogrammicrt. nicht datiert. Um 1909 
Mädchenkcpf. 315x225 cm. m pc rot in Aquarell 
Lippen rot in Aquarell. Signiert: Sc iclc Egon o9
	        
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