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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 96)

sich auch in einer gewissen Anzahl von

Häusern Sremski Karlovci, nur in etwas

einfacherer, weniger reicher Ausführung.

Ganz gleich liegt der Fall auch mit den

Türen und Fenstern in den Gebäuden aus

dem 18. Jahrhundert. In dem Stift Maria

Ponsee in Österreich sind die Türen aus

Brettern von Eichenholz, die in Form eines

Rhombus angebracht sind, der das Grundmotiv

 auf jedem Türilügel bildet51. Dasselbe

 Motiv ist auch an dem Tor der Burg

Hohenbrunn in Österreich, erbaut in den

Jahren 1724-1729 - also zur selben Zeit,

aus der auch die Häuser in Belgrad stammen

 -, vorhanden. Auch in vielen Häusern

in Sremski Karlovci, die im 18. Jahrhundert

gebaut wurden, sind solche Türen anzutreffen.

 Ebenso konnten sich die Eichenholztüren

 in der Belgrader Bischofsresidenz

von dieser Dekorationsauffassung nicht

unterscheiden. Einer Dekoration, die darin

bestand, daß rund um ein geometrisches

Motiv die Bretter symmetrisch nach allen

Richtungen angerciht werden. Diese Formel

galt also sowohl in der kirchlichen wie auch

in der profanen Architektur. Es darf deshalb

mit gutem Grund angenommen werden, daß

dieselbe Konzeption auch im Bau anderer

Belgrader Bauten angewandt worden ist.

Ebenso ist zu betonen, daß die größte Zahl

aller Gebäude Erdgeschosse mit Deckengewölben

 aufwiesen. Wie es zum Beispiel

bei den im 18. Jahrhundert erbauten Häuscrn

 in Sremski Karlovci, sozusagen mit

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keiner einzigen Ausnahme, der Fall ist. Die

Gemächer im Erdgeschoß des Belgrader

Bischofswohnsitzes waren („na ecmer") mit

Gewölbe angelegt, was aus der Inventur

ersichtlich ist, die R. Grujiö veröffentlicht

hat. Die gewölbte Decke ist auch in den

Kellerräumlichkeitcn der zu jener Zeit

erbauten Häuser vertreten. Es wurden auch

gelegentlich der Errichtung von Neubauten

in der Knez Mihajlova-Straße dicke Kellerwände

 und gewölbte Decken vorgefunden,

die es ermöglichten, den Standort der ehemaligen

 Alexander- oder Württembergkaserne

 genau zu bestimmen. Diese Funde

bestätigen gleichzeitig auch, daß das Baukonstruktionssystem

 auf dem Territorium

von Österreich und Ungarn dasselbe war

und daß demnach analoge Rückschlüsse auf

die Innenarchitektur - wenn von der Innenausstattung

 der Gebäude des barocken Belgrad

 die Rede ist - ziemlich wohlfundiert

und berechtigt sind.

N. F. de Sparr liefert mit seinem Plan

Nr. 15 ein urbanistisches Bild Belgrads

(Abb. 23). Die schön angelegten und regulierten

 Straßen, in denen der rechte Winkel

vorherrscht, vermitteln ein sehr übersichtliches

 Bild des neuen Belgrad. Allerdings

ist dieser Plan nur teilweise ausgeführt, d. h.

wohl sind die Straßen geregelt, doch sind

die Häuser zum größten Teil noch türkische.

 Trotzdem sprechen einzelne Zeitgenossen

 von dem damaligen Belgrad als

einer schönen europäischen Stadt und vergleichen

 sie mit anderen Städten. Anastas

jovanovic sagt: „Der verstorbene Kosta

Cukic, früherer Finanzminister, erzählte

mir, er habe gelesen, wie eine Dame, die

noch zur Zeit der Österreicher zu Besuch

in Belgrad war, die Schönheiten von Belgrad

 beschreibt und die gerade angelegten

Straßen, und daß sie selbst in Deutschland

nur wenige so schöne Städte gesehen

habe"53. Vielleicht ist diese Darstellung

etwas übertrieben, aber Jovanovic selbst

spricht von Häusern in Dorcola „mit sehr

schönen Fassaden", von denen eines „das

Schloß des Prinzen Engen" war. R. Dedinac

gibt an, wie zur Zeit des Fürsten Milos

Obrenovic in der Duäanova-Straße „noch

viele schöne Häuser erhalten waren, die

die Österreicher volle hundert Jahre früher,

als Belgrad unter ihrer Herrschaft stand

(1718-1739), erbaut hatten . . . Erwähnenswert

 ist da: alle, anxehnlirhe Gebäude Delisquartier,

 das beim Delisbrunnen war, in der

Nähe der heutigen protestantischen Kirche54".

 Hieraus gewinnt man den Eindruck,

daß auch Dedinac das Delisquartier als ein

österreichisches Gebäude betrachtete.

Vilovsky sagt, daß vom Hauptkommando

im Jahr 1729 eine Vorschrift erlassen wurde,

wie die Häuser zu bauen und die Straßen

zu pflastern sind. Außerdem wurde auch der

Ausbau einer Eiplanade für die Spaziergänger

 längs der Donau und zwischen

Stadt und Festung angeordnet. An dieser
            
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