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Full text: Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 96)

stand. Von interessanten Personlichkeiten wollen 
wir hier wenigstens P, Kondratiew. M P Cibasow 
und vor altern den Leningrader Maler Boris 
ISCIklEWIlSQh Gurwitsch anführen, der das Erbe 
seines Meisters sorgsam hulete und der sich in 
bedeutendem Maße um die Propagation vcn 
Filonows Werk im Ausland verdient gemacht hat. 
namentlich in der Tschechoslowakei, wa 1966 
auch die erste Monographie über den Künstler 
erschienen tSl. Fur die heutigen sowietischen 
Maler, die nur mit großen Schwierigkeiten von 
Filonows Werk ertahren, bedeutet dieser Künstler 
einen der starksten Anhaltspunkte der Tradition, 
wenn sich auch das heutige Bild des nicht kon- 
formen Werkes bereits reich verzweigt hat. 
Unmittelbar an FllJFtOW knüpft der begabte Maler 
der mittleren Generation A J. Kornarow an. 
Filonaw starb zur Zeit der Hungersnot. der Ente 
behrungeri und Leiden wöhiend der Blackadc 
Leningrads durch das deutsche Heer, am S. Da- 
zember 191d. Nur dank der außerordentlichen 
Bemuhungen seiner Angehörigen ist es gelungen. 
ihn in einem Sarg und in einem selbstdndigen 
Grab zu beerdigen Er wollte den in seinen Bildern 
enthaltenen Gedankenreichtiirn selber schützen und 
stand darum dauernd als Feuerwache aui dem 
Dache des Hauses, das er bewohnte Bei einer 
dieser Wachen zog er sich eine Erkältung zu und 
starb kurz daraut, bis zum letzten Augenblick die 
ärztliche Hilfe ablehnend. 
Heute besteht bereits kein Zweifel mehr, da?! der 
Name Filonow in einem Atemzug mit Kandinsky 
und Malewitsch genannt werden darf und daß 
dieser Maler zu den bedeutendsten Erscheinungen 
der Weltkunst des Z0 Jahrhunderts gehört. Die 
volle Anerkennung seines Werkes ist iedoch erst 
dann möglich, wenn der reiche Schatz von FllOr 
nows Bildern, die irn Russischen Museum in Lenin- 
grad deponiert oder eher sorgsam bewacht 
werden, dem Interesse der Fachwelt zugänglich 
wird Es ist ein charakteristisches Paradoxon der 
Geschichte, daß Filonow einige seiner Bilder dem 
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