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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XIII (1968 / Heft 101)

1 Ehrgoii Bernhard Bendl. Hl. Lukas, Figurenzyklus

aus St. Georg in Augsburg. Nürnberg. Germanisches

 Nulionalmuseum

Z Tulelaufsufz mil hl. Mauriiius. Lüneburg. Kompanie

 der Schwarzen Häupter aus Riga. Monogrammisi

 HM

3 Rosenwcsserkanne von Markus Wolf (ca. 1656 bis

1716). Karlsruhe, Budischß Landesmuseum

4 Johannes Lencker (zu. 1573 bis 1637), Europakanne.

 Donuuschingen, Erbprinz zu Fürstenberg



Reihe ausgestellter großer Goldschmiedeplastiken.

werden Mängel der Qualität offenbar. Um 1700

beginnt wieder eine Periode der Klärung. Die

Schönheit der Zweckfarm wird wieder deutlicher

sichtbar. anstelle des getriebenen Dekors treten

feine Gravüren und Ziselierungen.

Weniger berühmt, aber von hoher Qualität und

monumentaler Würde, präsentierte sich die Augsburger

 Bildhauerkunst. Neben den schon seit der

Münchener Ausstellung bekannten Plastiken Jörg

Petels war vor allem eine Reihe monumentaler

Großplastiken Ehrgott Bernhard Bendels zu

sehen.

Der besonderen Spezialisierung Dr. Busharts war

es zu verdanken. daß die Malerei wohl den interessantesten

 Teil der Ausstellung bildete. Damit

konnte wiederum ein weiterer Schritt zur Aufhellung

 dieses dunklen Jahrhunderts deutscher

Malerei getan werden. Es war schön, daB Rußland

der „Stadt des Bürgerfleißes" 7 wie der russische

Kulturattache in seiner Ansprache so treffend

betonte - die beiden berühmten Gemälde „Raub

der Sabinerinnen" aus der Leningrader Ermitage

geliehen hat, die auf der voriährigen Schönfeld-Ausstellung

 in Ulrn nicht zu sehen waren. Aber

auch die zweite Garnitur der Augsburger Maler

zeigte sich in teilweise überraschend schöner

Qualität. Maler wie Johann Heiß. Isaak Fisches,

Johann Spillenberger, Matthäus Gundelach oder

Joseph Werner d. Jüngere sind nirgends in einer

größeren Repräsentation zu sehen. Besonders

Joseph Werner erschien dem Berichterstatter als

Maler von europäischem Format.

Ein Leckerbissen für Feinschmecker war die besonders

 geschmackvoll aufgestellte Kollektion von

Handzeichnungen, unter denen die Arbeiten Schönfelds

 und Spillenbergers alles übertrafen.

Eine große Gruppe von Holzmodellen zur Augsburger

 Architektur empfing die Besucher im Erdgeschoß.

 Im Stiegenhaus des Rathauses und im

Holbeinhaus war schließlich die Druckgraphik

mit einer bedeutenden Auswahl aus diesem wichtigen

 Zweig der Augsburger Kunstindustrie ausgestellt.



Der große Katalog (ca. 500 Seiten Text, 450 Abbildungen)

 wird der Barockforschung künftig eine

wichtige neue Quelle sein.

Wahl keine Stadt des alten Reiches hat in solchem

Maße Kunstwerke aller Disziplinen hervorgebracht

wie Augsburg, Diese Fülle des "Bürgerfleißes",

diese vielfältige Blüte des Augsburger Barocks im

festgefügten kleinen Kosmos der freien Reichsstadt

unserer Welt der Massengesellschaft vor Augen

zu führen ist das hohe Verdienst der Aussteller.

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