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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 103)

Herbert Lange

DER POETISCHE

OBJEKTIVISMUS DES

MALERS

LUDWIG SCHWARZER

Die Biographie des Malers Ludwig Schwarzer

hält sich in einer für gegenwärtige Verhältnisse

erstaunlichen Selbstbescheidung innerhalb der

Grenzen des Privaten, so daß öffentlich nahezu

nichts mitgeteilt werden muß, das zum besseren

oder intimeren Verständnis des künstlerischen

Werks dienen könnte, Schwarzer wurde 1912

in Wien geboren, entwickelte frühzeitig handwerkliche

 Präzision, studierte an der Akademie

der bildenden Künste seiner Vaterstadt Malerei

bei den Professoren Scherrer und Jungwirth

und übersiedelte 1940 nach Linz an der Donau,

wo er seither als freischaffender Künstler lebt.

Es gibt ein photographisches Bildnis, das ihn

vor einigen seiner Gemälde im Atelier zeigt und

eine gewisse verwandtschaftliche Ähnlichkeit

zwischen ihm und den Wesen auf seinen Bildern

ausweist. Doch trotz geschwisterlichen Ausdrucks

 ist der stumm beobachtende Blick des

Malers durch eine unbeschreibliche Winzigkeit

verschieden von den starren Augen seiner Geschöpfe:

 das ist die entscheidende Kluft, die

das lebendige Sein vom toten Material trennt.

Diese an sich selbstverständliche Feststellung

ist für und bei Schwarzer bedeutsam, der mit

seiner Malerei nie auf Illusion und Impression

des Lebendigen zielt

Der Prozeß des Malens ist bei Schwarzer

intensiv und nicht extensiv. Vitaler oder gar

automatischer Entladung ist der Künstler abhold,

vielmehr von sorgsamer Betätigungslust erfüllt,

wissend, wohltemperiert, gebändigt. Von außen
            
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