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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XIV (1969 / Heft 107)

zur Verfügung. Das 1775 geschriebene

Buch „Der Weg nach Sambhala (Sambalai

lam yig) des dritten Groß-Lama von

bKra sis lhun po bLo bzan dPal ldan Ye

s'cs"7, in dem die älteren Kommentare

verarbeitet wurden, eine Reisebeschreibung

 im „bsTan agyur mDo, CXXX, 12,

Ka la pai ajug pa", mit Hinweisen über

die Route in das wunderbare Landß und

die Behandlung des Kalacakra durch den

1290 geborenen Bu ston in seiner Schrift

„Dus aläor c'0s abyuri rgyud sdei zab

don sge abyed rin c'en gces pai lde mig",

gesamte Werke, vol. na, S. 28 a9.

Die beiden zuletzt genannten Bücher zog

G. Tuccilß für ein im Istituto Italiano per

il Medio ed Estremo Oriente in Rom aufbewahrtes

 und unserem Than-ka in der

Grundkonzeption vergleichbares Beispiel

heran (Abb. 2), dessen Hauptfiguren Inschriften

 beigefügt sind, die eine zusätzliche

Bestätigung der Interpretation sowohl des

römischen als auch des Exemplares in

Wien darstellen.

Der Weg nach Sambhala und in die Stadt

Kaläpa - ich zitiere im folgenden Auszüge

 aus der deutschen Veröffentlichung

A. Grünwedelsll - ist beschwerlich und

nicht jedermann möglich. Der Gefahren,

die dem Wanderer begegnen, sind viele

und seine Reise geht durch viele Länder

und Städte. „Dann erreicht er einen großen

Schneeberg mit dreihundert Meilen Umfang.

 . . . Aus diesem Gletscher kommt in

einem sich von Ost nach West hinziehenden

 Gebiete als Zusammenfluß von

achtzigtausend dort erscheinenden Quellaugen

 ein mächtiger Fluß... auf beiden

 Seiten im Osten wie im Westen erreicht

 er das Meer. Da seine Farbe ganz

weiß ist, weil er mit weißem Schaum angefüllt

 ist, so heißt er Sitä oder der ,Weiße'

. .11 . . . Die Landschaften, die in einigen

Wegmaßen östlich und westlich von den

. . . Straßen liegen, sind voll von großen

Städten der Mlecchas"l3. Darauf bezieht

sich auch eine andere Stelle des Textes:

. . . auf der Südseite des Flusses Sita . . .

nur bösartige Mlecchas hausen, während

auf der West- und Ostseite menschliche

Wohnungen sind14.

Auf unserem Thari-ka ist der Fluß Sita

mit den weißen Schaumkronen und mit

seiner Mündung in das Meer im unteren

Drittel des Bildes wiedergegeben. Die

Wohnstätten der Mlecchas - das sind die

Mohammedaner - mit Grabbauten und

einer Kuppelmoschee sind ganz unten in

der Ecke rechts zu sehen.

Nach der Überquerung des Sita müssen

noch zahlreiche Landschaften durchquert

und mancherlei Hindernisse überwunden

werden, bis endlich das Ziel in Sicht ist.

„. . . Die heiligen Könige . . . halten in

ihrer Macht das als Sambhala hochberühmte

 Kalapa, es ist an allen vier Himmels-20



Nluscuxxx Pur angmvandte

lHhhJlJ m" dcm Konigwgegenden

 von Bergen umschlossen . . .15".

. . . Dies große Wunderland ist ganz rund

und sein Rand von einem Kranze von

Gletschern umgeben . . . Mitten in den

Eisbergen ist dies runde Land von

dichten Sälawäldern umgeben . . . Also

umgeben von einem Kranz von Wäldern

und Eisbergen, die gleichsam noch weit

über die Umgebung dieses Mittelfeldes

hinausreichen, liegt genau in der Mitte . . .

der Palast von Kaläpalö... In diesem

Palast sind die Räume, die der Kulika-KönigW

 bewohnt, aus Smaragd .. . und

Diamanten. . . Der Thron, auf dem der

König sitzt, ist aus Gold . . . besetzt mit

den genannten Juwelen . . . Um den Thron

verbreitet ein Geländer vom besten Sandelholz

 Wohlgeruch . . .18.

Der phantasievollen Schilderung entsprechen

 die Einzelheiten des Rollbildes weitgehend:

 Wir haben die kreisrunde Anlage

von Sambhala vor uns, die waldigen

Zonen und die mit Eis bedeckten Berge.

Den Mittelpunkt bildet der Palast mit dem

König auf dem umfriedeten Thron (Abb. 3),

Wobei der prächtigen Ausstattung und der

Menge an Juwelen durch die Edelsteine

darbringenden Begleitpersonen und durch

die Schüssel mit den Kleinodien, die den

Wert der Lehre symbolisieren, zu Füßen

des Herrschers Rechnung getragen wird.

Auch die weitere Beschreibung paßt gut

zu der bildlichen Darstellung. Der König

„. . . hat endlose Arten von Vchikeln . . .

Elefanten" 7 auf der Grünfläche vor dem

Palast taucht ein Weißer Elefant auf -

„. . . Wagen und Tragevorrichtungen. Zu

diesem natürlichen Reichtum kommt noch

seine Zauberkraft; Nägas, Asuras, Räksasas,

Kinnaras"19 - die.Dämoncn sind durch



ANMERKUNGEN 7-19

1 Siehe Anm. s.

l gi-Sgsutti, Tibclan Painwd Sclolls, Rum 1949, Bd.l

9 Ebenda.

w Ebenda. - Abb. Tfbd.. PI. 211, 212, 21a. 7 Der Anm

verwrist auch bei diesem Bild, das in manchcn mm

vpn dem Exemplar in Wien abweicht, auf die äußcrlid

Ähnlichkeit mit cincrn Mzndala.

n m. Wcg nach Samhhala. - Sie!

11 Ebenda, S. 63.

w Ebenda s. 64.

I4 Ebenda, S. 67.

ß Ebenda, s. 70.

w Ebenda, 5.11.

H Der 11m der Könige von Sambh

H Ebenda. s. 72.

w Schlangen, Titanen, Dimontn ur

1c Anm. 5.

11a.

a gcßügcllc am.
            
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