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Full text: Alte und Moderne Kunst XV (1970 / Heft 112)

Das nächste, am 12. Mai 1331 für das Frauen- ' _ W . i i _ i  - ' " 7"" 
kloster St. Laurenz in Wien ausgestellte Diplom v l A i i 
(Abb. 1) ist bereits reicher geschmücktä. Im i l . 
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Mittelfeld des Initials steht der hl. Laurenz, 
in der Linken sein Marterinstrument, den Rost, 
haltend. Den nächsten Buchstaben N, füllt in 'lqnmkmuytjmhklldnvil 111km 11mm? iunm liiemiiißi 
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der Wölbung das Haupt Christi, ähnlich den 
Urkunden, in welchen das textbeginnende 
Initial mit dem Porträt des Erlösers geschmückt ' 4 qnduduinülliiißläliliümWtunhüulwßü"üü-u'- 
ist. Die Gestalt des hl. Laurenz ist gedrungen, . lviifvbwüßkmmhhwufmmühlwßimhwh 
phu-pÜr-iwirxeiiiun-ws-im. lglllllb iiyimi-wwl-w-a- um i-j- 
sein Hals kurz, seine Finger wirken wie , 
zierliche Stäbchen, wie wir sie auch auf den V WMW'"-i"lJMii'iWi-""'1i"""'m 'i3"g'"ia"_"jeäzi mabhnüi" . m" 
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übrigen Avignoner Ablaßbriefen aus der! _  M" "da" i u l _ 
. . . . e eng,- , kqutrpninimuvüiu blnniisumsmwnumliurwnufonpnß JfIülIi-"Y-"tßü" 
selben Periode in der gleichen Art finden. Sein fiüiiilu"ü "D"? ' W , _ w wüu-Lh-E 
„uns-L ' häirwiimaeiiiriiruiuriluqiiiuiimiiiri-eii....rirt..rrtmiiirre-iiie-ßi I 
  
 
 
 
  
Erscheinen als Titularheiliger des Klosters am v- _ Ö h, 1 dkblrh 
Anfang des Diploms ist wohlbegründet. Dieses "i CUÜVIW-FVWMl""'-WGL'P "i Ff" ' ÄQRBM humaüfüm  
Wiener Dokument verdient jedoch nicht des- '43  15'! . i {km1}. m- 
'..i.,q' Hain-mitmachen" ian-a-im-as-iw-ia-Jwhw-wi-ö-MWMM-Wh "'51 
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Aufmerksamkeit. Ungewöhnlich sind bei den   Pßärh m hängt; 
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Ablaßbriefen die neben dem hl. Laurenz . ' - 
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dargestellten zwei Säulen, weiterhin die die 75"" WIWQUWJMM-ißevi. vlmiwzrlzmßßxmtaämhäßiaimgmhmFreimut... 
beiden Schäfte des Buchstaben U ausfüllenden u ' - r i i w w Q u M man 
mqäu1pmuiiziuamüxnrluvikaiqlmvh du dünn arllßin 
dünnen Rankengewebe anstelle der gebräuch- _ _ Ä 
liehen Traubenblattteihe oder des Quadrat- G, Wwtyqßrällfrwlgz-änw y-apnf-Qn-ugü-im IXÜIICE xä-Jw-IPWSF 
musters als Hintergrund. Auch die Kompo- 41111141-4 "ü mwil-"hü-"UVM" i'd-Sh 
sition des Christushauptes ist von seltenerer J 
Art, die ähnlich der des Kirchberger Diploms 1 ' 
vom S. April 1333"? vom Hals weniger er- i 
scheinen läßr und die üblicherweise erhobenen 
Zwei Hände Wßgiäßi- Mit der A" des Bildes Ablaßbrief tTir die Kirche ZU si. Slltplhln iii Wien. Äiiiyiulli 
von Christus im Wien" DiPiOm kann die c. xbglzßbridixfilfidßvfäiiliiirliiizäisiitiicgdvßdJrlininPvrgkitdlen, 
ähnhclic Daistclhmg auf d" iirkimde v0" 7 QÄiÄETiTÄF"rE'Ä'difßiilääiiriiiriäpdiß iri Wien. Avighnil, 
Echternach (Luxemburg) VCIgIIChCII werden: 1343 7 l. 22. wir-n, DiUZCELlHIIICIIiM' 
Die Kopfform ist ähnlich, doch das Haupt 
auf dem Echternacher Bild ist länglicher, 
ähnlich sind die Schwünge der Augenbrauen- 
bogen, die Zeichnung der Augen und die 
halb, sondern der kleineren Motive wegen 
Ablnßbrief iiir das Hiinlnclpforlklosler ih Wien. AVigIUJH, 
1331 v. 25. Wien, l)ii)ZL'SClll2Y(hiX' 
Ablaßbrief riir die Kirche des Erzengels St. Michael in Mund- 
see. ÄVigHOH, 1335 v. z, 
wer. 
eigenartige Barttracht. 
Trotz ihrer oßiensichtlichen Zusammenge- 
hörigkeit kann nicht leicht festgestellt werden, 
0b die Illuminierung der beiden Urkunden 
derselben Hand zuzuschreiben ist. Nahei 
liegender erscheint es, die Urkunde von Ech- 
ternach mit dem folgenden Wiener Diplom in 
Übereinstimmung zu bringen. Am Anfang 
jenes für die Kirche des Himn-ielpfortklosters 
7 die zur Zeit Josefs II. niedergerissen 
wurde - am 25. Mai 1331 ausgestellten Ablaß- 
briefeslü steht ein völlig „regelmäßige? Ini- 
tial mit Christushaupt (Abb. 3), das durch 
seine Proportionen und auch die Detailformen 
eng an die Echternacher Miniatur anknüpft. 
Ein unwesentlicher Unterschied besteht darin, 
daß auf letzterem im rechten Buchstabenschaft 
anstelle der Traubenblätter ein kniender 
Mönch i eine in den Ablaßbriefen ebenfalls 
häufig vorkommende Gestalt ä zu sehen ist. 
Falls auch das Kolorit der Echternacher 
Illuminierung mit jener des Wiener Diploms 
übereinstimmt, den hellen Tönungen von Rot, 
Gelb und Grün, so kann man mit Wahr- 
scheinlichkeit beide Dokumente demselben 
Miniatur zuschreiben. 
Nur indirekt und in teilweisem Zusammenhang 
steht der am 6. Mai 1336 der Kirche Erzengel 
St. Michael in Mondsce verliehene Ablaß- 
brief mit den Wiener Diplomcn. Noch im Jahre 
1895 im Besitz einer Wiener Antiquariatse 
buchhandlung, befindet sich dieser heute in 
der Sammlung der Harvard University Library. 
Seine Illuminierung ist reicher als die des mit 
ihm verwandten Wiener Exemplars, der obere 
10 
ANMERKUNGEN x44 
ii Wien. Haus-, Hof- und Staatsarchiv. Fiir das Foto der Urkunde 
bin ich Herrn A. NCIHCÜ! Yßfbllhiilll}. o. Heiiiiiiirrrr 7 
cii. VON Sie er, op. cii. s. 15a. 
ß K. Halter. CH. s. 173, Abb. J. 
i" Wien, DIÖZCSJIIDICIIIV. 60.7 2 74,7 Cm. 
H o. Hamburger r cii. VOH Steiger, op. Cil. s. w). 151, 15:, 
Abb. 17. 
i! K. Holter, np. Cit. S. 1737174, Abb. 7, S. 
u K. Halter, miimiriierir- Ahlüßilrlüfv JHS AVigllOH fur die Wclscr 
Slailtvfawkirdit. 9. Jüllrbuiill des MIJSCLIlVCIClHS Wels. Wels 
1962m. s. es. 13-14, Abb. 21. 
H Wien, ÜiOZCSJHJYKIIiV. 52,3 v. 1,4 rrii. 
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e i i}... ylghprugiu uibiiniuniidaiiiondluullrpauaiw 
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