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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XVI (1971 / Heft 115)

t. Maulbertseh, Die Offenbarung u" göttlldlnn ww-.

 Detail: Nllttelgruppe (vor a" Restaurierung). Augsg,

 DCLIKSÖIC ßarodtgalerie _

x. Maulhcrtsdi, Die Otlenbarung der göttlichen Weis-.

 Detilil: Mlttelgruppe. Prag, Siiil Strahuv, Philosophiu

 Saa

{KUNGEN 12-16

reichisdie Kunsttopographit, v. l, m. Denkmale a"

usbezirke Eggenburg und Geras. Wien um. s. 1115:.

n. _ Vgl. K. Garni. a. a. 0.. s. m. Anm. m, Sßwle

aras, joseph Winterhalter, Bulletin du Muse: National

rnis des Beaux-Arts, u, Budapest 1959, s. 7x. _

aras, a. a. 0., s. 157, m, Nr. 1x0, rl. xv. _ P. PYEISS.

0., s. 233 mit Abb.

aras, Joseph Winterhalter a. a. 0., s, s9. Abb. ss. -

ellungskatalog Malirsrvi 18. stoleti na Morave 1c sbirek

wie galerie (Malerei des 1a. Jahrhunderts in Mähren,

ien Sammlungen d" Mährisduen Galerie), Brünn was.

1 mit Abb. Vgl. auch m. w, Verkündigung an Joachim.

lnd wo Wmterhzlter das Augsburger Freskomodell kenlernt

 hat, wissen wir nidit. Vielleidit beruht die Hersangabe

 auf au" Verwcdlslung a" und... Maulbertsds-:r

 Lt-idler und Winterhalter und war letzterer der erste

'cr u" Bildes.

t-iss. z. a. 0., s. zu i.

ans, a. a. O., S. Z6}, Dokument LXXXVHI.

untereinander und zum Raum. In Augsburg

sind die Figuren jeder Seite zu einer großen,

weiträumigen Gruppe zusammengefaßt. Deukaleon

 und Pyrrha entsteigen dem Dunkel,

indem sie sich nadl rechts dem Kentaurenpaar

zuwenden. Dieses wieder ist durch Bukephalos

auf die zentrale Alexander-Diogenes-Gruppe

bezogen. Krates rechts außen leitet zu dem

linken Philosophen auf dem gegenüberliegenden

Flußufer über, in dessen Begleiter, einer bildauswärts

 gerichteten Rückenfigur, die Bewegung

 zum Stillstand kommt. Zugleich stellt

diese Figur die Verbindung zur Gruppe des

Neuen Testaments an der Schmalseite her. Dasselbe

 gilt für die gegenüberliegende Langseite:

Außen befindet sich je eine zur anschließenden

Hauptgruppe der Schmalseiten blickende Sitzfigur

 als Silhouette, in ihrem Rüdten je eine

zur Mitte orientierte Gruppe. Die Mittelgruppe,

zwei sidu überkreuzende Figuren, wird von

Assistenzfiguren in der Tiefe flankiert. Die drei

Hauptgruppen der Schmalseiten und der Bildmitte

 bauen sich pyramidenförmig auf. Altes

und Neues Testament bedienen sich der pompösen

 Hintergrundsarchitektur wie eines Verstärkers.

 Die ewige Weisheit dagegen substanzialisiert

 sich aus Licht und Raum. Durch dasselbe

 Licht erhalten die Körper Form und Farbe,

durch denselben Raum werden sie miteinander

verbunden. Raumabgrenzende, raumdurchbrechende

 und raumhaltige Motive, Gebirge und

Mauern, Bäume und Busd1werk, Fenster und

Balustraden, Kuppeln und Wolkentriditer folgen

 einander in ähnlich bewegtem Rhythmus

wie die Figurengruppen. Kein Detail steht für

sich, jedes ist der größeren Ordnung eingebunden.

 Das Ganze ist vor seinen Teilen da, in

idealer Übereinstimmung von Darstellungsprogramm,

 Lichtführung, Figurenkomposition und

den übrigen Elementen des Bildes. Die Komposition

 hebt an, klingt ab, gipfelt, beruhigt sich,

steigt erneut empor, drängt nadn vorn, schwingt

zurück, ohne irgendwo abzubrechen. Ein kontinuierlicher

 Wechsel von Hell und Dunkel,

Farbe und Ton, Form und Raum belebt das

Bild und bezieht es auf das lichtgesättigte Zentrum.

 Alle Figuren, Gruppen, Staffagen und

Landschaftsmotive sind einem gemeinsamen

Bildraum eingebunden und von einem gemeinsamen

 Himmel überspannt.

Die Farbigkeit folgt dem gleichen Prinzip. Aus

der umlaufenden dunklen Randzone leuchten

die Farbflecke der Figuren heraus, wobei dem

verschieden intensiven Rot die Funktion eines

verbindenden und ordnenden Faktors zufällt.

Die vielschichtige, bewegte und raumhaltige

Randzone geht über in einen weiten Himmel

reinsten, tiefsten Blaus. Die Architektur beider

Kuppelgebäude erglänzt davor in blendendem

Weiß, als stünde sie im Licht eines wolkenlosen

 Wintertages. Die letzte Steigerung bringt

das Zentrum des Bildes. Als größte Helligkeit

wirkt das kühle Gold im Gewand der Constantia

 über dem Schneeweiß der Wolke, verstärkt

 durch den Gegensatz zur verschatteten

Gestalt des Phanias darunter. Die Sonne dieses

Himmels bildet das warme Gold der Gött1id1en

Weisheit, das die thronende Lichtgestalt wie

ein iiberirdischer Heiligenschein umlodert.

In der Prager Gesamtskizze und mehr noch im

Fresko von Strahov haftet das Bildgeschehen

stärker an den Rändern. Szene auf Szene folgt

in gleichmäßiger Reihung, jede Gruppe wird

für sich gelesen und setzt sich von der nädlsten

und vorhergehenden ab. Die Methode gemahnt

an die Versidierung des Malers gegenüber seinem

 Auftraggeber, dem Bischof Johannes Szily,

vom 2. Oktober 1791: „Ich habe gesucht, unge-27


            
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