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Full text: Alte und Moderne Kunst XVI (1971 / Heft 118)

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am 2. November wird von der Anwesenheit bei? 
der Majestl-iten berichtet. 
Während also in entfernteren Teilen des habs- 
burgischen Machtbereiches, wie etwa im italie- 
nischen, ein kaiserliches Protektorat im Rah- 
men des Nepomukkults offensichtlich in Er- 
scheinung tritt, liißt man in den zentraleren 
Herrseliaftsgebieten. wie Österreich oder Böh- 
men, ein solches ebenso offensichtlich nicht aufv 
scheinen. Auch diese Fakten wird man bei der 
Beurteilung der politischen Aspekte des Nepo- 
mukkults zu deuten haben. Gewöhnlich wird 
man etwa folgende Umstände abwägen: Rund 
100 Jahre waren nunmehr vergangen, seit am 
Beginn des Dreißigjährigen Krieges Böhmen 
durch einen der tiefsten Einschnitte in seine 
Geschichte der römischen Kirche unterworfen 
worden war - 100 Jahre, in deren Verlauf 
eine „Generalreformation1"" im Land nicht 
nur den Modellfall aller weiteren katholischen 
Gegenreformation geschaffen hatte, sondern 
wohl zugleich auch die Bemühungen einsetzen 
konnten, den Bcsiegten die Unterwerfung unter 
das Fremde - wie so oft schon in der Ge- 
schichte - als Rückkehr zum Eigenen erscheinen 
zu lassen. Johannes von Nepomuk figuriert 
dann als Schulbeispiel dieser Didaktik: Wer als 
Bölime zu ihm betete, betete nicht nur einen Se- 
ligen der Kirche Roms, sondern eine Gestalt 
seiner eigenen nationalen Vergangenheit an. 
Man kennt den Streit um derartige Akkommo- 
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