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Full text: Alte und Moderne Kunst XVI (1971 / Heft 119)

gehend in der Ornamentik mit den Portalen 
iibereinm. Sie ist überaus reich mit Kassetten 
verziert, die die Form von Rauten, Quadraten, 
Kreisen und Halbkreisen aufweisen. Diese sind 
sehr reich mit eingelegten Ornamenten verziert. 
Am reichsten ist das große Feld in der Mitte, 
dessen Zentrum ein Kreis einnimmt. Die Ecken 
des Feldes und der Kreis sind mit reichen Ran- 
ken gefüllt, der Kreis auch mit Rollwerk und 
fliegenden Vögeln. An das Mittelfeld schließen 
sidn vier halbkreisförmige Gebilde an, deren 
äußere Begrenzung ebenfalls mit Ranken, Roll- 
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werk und fliegenden Vögeln gefüllt ist. Ganz 
ähnliche Formen finden sich in Ulmer Arbei- 
ten des späten 16. Jahrhunderts? Das Lebens- 
baummotiv der Eckzwickel hingegen erinnert 
an das des Wandschrankes von 1579 im Tiroler 
Volkskundemuseum". Die geometrischen Or- 
namente finden sich wieder in den Türen von 
Eferding und Linz: in der Umrahmungsranke 
der Türen der Linzer Portale, dem Beschlag- 
werk der Ardiitrave der Türen von Eferding, 
dern unteren Türfeld der Linzer Portale. 
Es erhebt sich nun die Frage, wie der Zusam- 
menhang der einzelnen Werke des Ruinen- und 
Rollwerkstils in Oberösterreich zueinander ist. 
Das Kremsmünsterer Kabinett ist mit Sicher- 
heit nach Linz lokalisierbar, als Werk des 
Kaspar Krapf. Der Meister der Hartheimer 
Holzarbeiten ist jedoch nicht bekannt. Da die 
Linzer Türen deutliche Merkmale des Ruinen- 
und Rollwerkstils in tirolischer Form aufwei- 
sen, wäre eine Einflußnahme von Krapf nicht 
ausgeschlossen. Die rnit dem Freiherrenwappen 
der Aspan verzierten Eferdinger Türen sind 
nach 1598 entstanden. Krapf war aber 1600
	        
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