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Full text: Alte und Moderne Kunst XVII (1972 / Heft 122)

 
hrank, 1714, von Tischler Andre Hacksteiner in 
uris. Valkskundemuseum Salzburg. Fata. MCA Salzburg 
wrank, Mitte 18. Jahrhundert. Privatbesitz, NO, Fata. 
'zen 
hrank, 1783. Privatbesitz, NU. Foto: Walter Rossacher 
tt, Mitte 18. Jahrhundert. Privatbesitz, NO. Fata: Wal- 
Rassacher 
5 Truhe, Mitte 1B. Jahrhundert. Privatbesitz, NO. Foto: 
Walter Rossacher 
6 Schubladekasten rnitKredenzautsatz. Privatbesitzßalzburg 
7 Schrank, 1770. Heimatmuseum Schloß Ritzen. Foto: Hei- 
mathaus Ritzen 
8 Schrank und Bettstatt. Gasthof „Bräu" in Loter. Fata: 
„Brüu" i. Lofer 
In den letzten Jahren entstanden in diesem Gau 
viele Nachahmungen, die sich derselben Schnitz- 
muster bedienen und alte, von anderen, einfachen 
Stücken übertragene Schlösser als Alibi ihres 
Alters tragen; allein schon die Holzfarbe verrät 
ihre rezente Entstehung. 
Georg Mayer hat als Bildhauer und Schnitzer von 
1700 bis 1720 in Mittersill gearbeitet. Er zieht dann 
mit seinem Sohn Daniel, der ebenfalls viele 
Kirchenouftröge erhält, nach Saalfelden. Sein 
Name hat sich in der Tradition des Pinzgaus 
erhalten, so daß man noch heute alle gut 
geschnitzten Arbeiten als von ihm stammend 
bezeichnet. 
In Alm bei Saalfelden arbeitet van zirka 1740 bis 
zum Ende des 18. Jahrhunderts Veith Höusl. Seiner 
begabten Hand entsprungen Küsten mit gedrehten 
Säulen oder mit schröggewellten Lisenen, die auf 
Volutensockeln stehen. Die Felderfüllungen sind 
meist mit bildhauerischem Können gestaltet. Die 
Sakristeikästen von Kirchental und Alm zeugen 
von seiner großen Kunstfertigkeit. Aber noch 1761 
gestaltet er im „Bandlwerkstil"! Erst Mitte der 
sechziger Jahre übernimmt er das Rocailleformgut. 
Beschnitzte Zirbenhalzküsten mit kannelierten Säulen 
und Lisenen sind im Saalfeldener Gebiet beheima- 
tet; aber man kennt die Erzeugungsstötte nicht. 
lm Rauriser Tal arbeiteten drei Generationen der 
Hacksteiner-Familie als Tischler. Der erste, Andre 
Hacksteiner, war der begabteste. Kraftvoll und 
einfallsreich ist seine Formwelt. Strengste 
Geschlossenheit der Gesamtkamposition zeichnet 
seine Werke aus. Ein im Valkskundemuseum, im 
„Monatsschlößl" in Hellbrunn, ausgestellter Kasten 
von 1714 zeigt die von ihm verwendeten Zierformen. 
Die achteckigen Felder werden an den Schrögecken 
durch stark plastisch hervortretende Zwickel 
bereichert. (Gerade die Form der Zwickelecken ist 
für den ganzen Pinzgau eine sich zeitlich wohl 
wandelnde, aber gaumäßig sehr ähnliche.) 
„S"- oder Blätterranken fächern sich die Lisenen 
herauf oder herunter; sie schließen mit korinthischen 
Kapitellen oder Engelsköpfen (wie am Sakristei- 
kosten in Rauris) ab. Am Kranz seiner Kasten, wie 
wohl auch noch auf denen seines Sohnes, findet 
man stets die drei margeritenartigen Blumen, die in 
ein viereckiges Schema gebracht sind. Von einem 
Tischler des Saalbacher Tales stammen Kasten, bei 
denen sich ziemlich unmotiviert aus einem schon 
abklingenden Rokokorankenwerk, dem sich bereits 
die Zopfleiste zugesellt, sich auch irgendwo ein 
Tannenzapfen herauslöst. 
Die Zuweisung eines Profanmöbels an eine 
bestimmte Tischlerwerkstatt ist meist ein sehr 
schwieriges, fast unmögliches Beginnen, beim 
geschnitzten Pinzgauer Stück iedoch nicht ganz 
aussichtslos. 
Nora Watteck 
Dieser Beitrag erscheint auf Anregung 
der Firma: 
HOFGALERIE 
Dr. Wolfgang Hofstätter 
WIEN 
1., Splegelgasse i4,Tel. 52 63 50 
 
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