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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XIX (1974 / Heft 134)

Aktuelles Kunstgeschehenl Bundesländer



Salzburg

Museum Carolino Augusteum

Helmut Zobl

Das Salzburger Museum Carolino Augusteum verfolgt

 mit der eben begonnenen Reihe von Sonderausstellungen

 Bestrebungen, die in keinem

Konkurrenzverhältnis zum üblichen Galeriebetrieb

stehen sollen. So war in einer ersten derartigen

Veranstaltung das bisherige Werk des Medailleurs

Helmut Zobl zu sehen. Zobl wurde 1941 in

Schwarzadi im Pongau geboren, erwarb durch den

Besuch der Fachschule für Eisenbearbeitung in

Steyr die Grundlagen seines handwerklichen

Könnens und 1965 sein Diplom an der Wiener

Akademie. Stand am Anfang das Gegenständliche

im Vordergrund des Interesses von Zobl, so folgte

bald eine Hinwendung zu einem kraftvollen

informell, wie auch das Interesse an religiösen und

philosophischen Themen für den weiteren Weg bestimmend

 wurde. So sind etwa die „Sieben Siegel

aus der Offenbarung des Johannes", seit (eher

Auslöser der Phantasie und in immer neuer Bildgestalt

 verwirklicht, hier als Sigillum, als Bild

sozusagen beim Wart genommen. Auch der Reiz

zyklischen Denkens wurde in einigen Serien ausgekostet.

 Helmut Zobl ist es gelungen, die Medaille

als vollkommen gleichrangig neben die anderen

künstlerischen Ausdrucksformen unserer Zeit zu

stellen (16. 3.-6. 5. 1974).

Galerie Academia

Mattheos Florakis

Die Bilder des 1935 in Athen geborenen und nun in

Westberlin lebenden Malers sind reizvolle Einfälle

in ihrer Verbindung von wirklichkeitsnaher Szenerie

und inhaltlichem Gratesken; überzeugend vor allem

sind die Landschaftsdarstellungen

(9.-27. 4. 1974) - (Abb. 13).

Enrico Bai

Bai, 1924 in Mailand geboren, begründete 1951 als

seine eigene Schöpfung die „Nucleare Malerei":

eine ausgestellte „Landschaft" von 1956 macht in

ihren malerischen Absichten und deren Umsetzung

ins Bild die unabhängig voneinander erfolgte Bewegung

 des Informell deutlich. In den späteren

Jahren waren es die Collage und auch die Assemblage,

 die Bai immer wieder faszinierten (Abb. 14).

Rudolf Schwaiger

Sdiwaigers Werk wurde in einem „Künstlerprofil"

in dieser Zeitschrift bereits ausführlich besprochen;

wie Adolf Vogel dabei meint, zeigt sich auch in

iüngsten Werken Schwaigers, daß er sich eine

ausgesprochene Ursprünglichkeit und Unmittelbarkeit

 in der Gestaltung seiner Skulpturen bewahrt hat.

Galerie Welz

Erich Brauer

Es waren frühe Werke dieses Wiener Phantasten,

wie der „Clochard" von 1957 oder die „Honigverkäuferin"

 von 1965, zu sehen, wie auch Brauers

spätere Zyklen farbiger Radierungen; durch diese

Abfolge wurde sichtbar, daß die glorreichen Zeiten

des goldenen Jahrzehnts der „Wiener Schule"

wohl vorbei sind.

Gottfried Salzmonn

Salzmanns Werke sind durch Einzelausstellungen

der Galerie Welz hier gut bekannt. In seinen

iüngsten Arbeiten schafft Salzmann durch seine

expressiven Farbkompositionen in eigentümlich

romantischer Weise eine ieweils nicht leicht zu beschreibende

 „Stimmung" der durch Menschenhand

veränderten Landschaft. Eine spürbare Vorliebe

aber für gewisse Manieriertheiten möge davor

warnen, sich in ein gewisses Virtuosentum hineingleiten

 zu lassen.

Kunstverein

Regine Dapra

Frau Dapra zeigt, wie die „naive Sonntöglichkeit"

aus der einfachen Ordnung der Dinge resultiert.

Sie beweist in ihren eigenwilligen Detailansichten,

wie man innerhalb einer gewissen Stilrichtung zu

einer persönlichen überzeugenden Darstellungsweise

 gelangen kann. Franz Wagner

40

Tirol

Tiroler Landesmuseum Ferdinondeum

Werner Scholz

Der 1898 in Berlin geborene Werner Scholz lebt seit

beinahe 35 Jahren in Alpbach, seine Malerei kommt

von dem Formerlebnis der „Brücke"-Maler. Schmidt-Rottluf

 muß in dem Zusammenhang genannt

werden. Die Ausstellung zeigte 5B Arbeiten aus den

Jahren von 1932 bis 1973. Den größten Teil stellten

die für Sdiolz so bezeichnenden Pastelle. Eine

wichtige Ausstellung, van der man wünscht, daß

sie GUCh in anderen Landeshauptstödten zu sehen

wäre (19. 10. 1973-6. 1. 1974) - (Abb. 15).

14. österreichischer graphikwettbewerb

innsbruck 1974

Als Ergebnis des alle zwei Jahre stattfindenden

Graphikwettbewerbes in Innsbruck wurden 71 Arbeiten

 aus einer Anzahl von 1044 eingereichten Blättern

 gezeigt, an ihrer Spitze die 14 Preisträger. Die

ausgezeichneten und angekauften Arbeiten sind den

verschiedensten Richtungen zugehörig; auch anTechniken

 waren fast alle Möglichkeiten vertreten. Eine

wichtige Informationsquelle über den Stand der zeitgenössischen

 Graphik (22. 3.-15. 4. 1974) - (Abb. 16).

Galerie im Taxispalais

Richard Smith

Von dem 1932 geborenen Engländer waren Siebdrucke,

 Radierungen und Lithographien zu sehen,

die bereits in Wien in der Galerie Schottenring

ausgestellt waren und im Heft Nr. 132 ausführlich

besprochen wurden (12.-31. 3. 19741.

Medium Photographie

Unter diesem Titel wurden Photoarbeiten bildender

Künstler aus den Jahren 1910-1973 gezeigt. Eine

gute Vergleichsmöglichkeit (5.-27. 4. 1974).

Branko Lenart iun., Life 72l73

Fotos von unterwegs

Eine sehenswerte Schau, die in mancher Beziehung

zu denken gibt (12. 3.-3. 4. 1974).

Kärnten

Villach - Galerie an der Stadtmauer

Kurt Piber

Jahrgang 1944, lebt und arbeitet in Klagenfurt.

Illustrationen in Zeitungen. Er zeigte Cartoons und

Graphiken. ironisch, satirisch, bissig, mit guten

Einfällen (20. 3.-6. 4. 1974) - (Abb. 17).

Hartmut Urban

Jahrgang 1941, Klagenfurter, Licht- und Dunkelelemente

 in verdichteten Strichlagen, unter dem

Titel „Landschaft '74". Vielleicht psychologische

Stenogramme. Da und dort Ahnungen von

Pterologischem, von kräftigem Lineament gezeichnet

 (15. 5.-5. 6. 1974) - (Abb. 18).

Galerie im Tomschenhof

Herwig Zens

Jahrgang 1943, Niederösterreicher. Seine minuziös

ausgeführten Graphiken, meist Stadtlandschaften,

sind seit einier Zeit bewegter. Die Architekturen

schwingen in einem ihnen eigenen Rhythmus. Das

flächige Schwarz ist tragender geworden

(19. 4-4. 5. 1974) - (Abb. 19).

Steiermark

Graz - Forum Stadtpark

Ernst Skriäka und Erich Steininger

Ernst Skriöka, 1946 in Wien geboren, zeigt

Radierungen. Er erarbeitet meist umfangreiche

Zyklen. Durchaus gegenständlich, bringt er scharf

akzentuierte Ausschnitte aus ungewöhnlichen

Ansichten, oft auch in gewaltsamen Deformationen

geballte Figuren. Immer sind seine Gestalten sehr

bewegt. Ein kraftvoller Gestalter, von dem noch

viel zu erwarten ist. Erich Steininger, 1939 in

Niederösterreich geboren, ist ein echter Holzschneider.

 Seine großflächigen, großformatigen

Arbeiten, meist mit derb-dörflichen Motiven, sind

schon über Üsterreich hinaus bekannt. War er

früher mehr erzählend, so wird er ietzt eher

symbolischer. Eine wichtige Ausstellung

(2. 4.-26. 4. 1974) - (Abb. 20).

Autofina-Galerie

Rudolf Schwaiger

Geboren 1924 in Ebensee, OO., Skulpturen un

Graphiken. Die üppigen Farmen herrschen

vor. Es ist ein Quellen und Nachaußendrängei

Hier bleibt alles lebendig, hiesig, fruchtig. Hi:

bündelt und ballt sich die Kraft zum Leben

(23. 4.-17. 5. 1974).

Oberösterreich

Linz - Neue Galerie

Kunst der sechziger Jahre

Die vom Wallraf-Richartz-Museum, Köln, über

nomrnene Schau aus der Sammlung Ludwig l

hervorragende Beispiele internationaler Grap

Werke von Arcangelo, Colville, Graves, Hami

Indiana, J. Johns, A. Jones, Lichtenstein, R.

Rauschenberg, Rosenquist, Stelle, Tilson, War

Wesselmann waren zu sehen. Damit wurde i

eine lnformotionslücke geschlossen

(21. 3.-20. 4. 1974) - (Abb. 21).

Sladtmuseum Linz - Nordico

Neue Funde auf dem VUEST-Geländz

Die Kulturverwoltung der Stadt Linz bemüht s

Gräberfelder im Werksgelände zu erschließer

Querschnitt durch diese Tätigkeit von 1938 bi

brachte die Ausstellung, wobei die iüngsten f

besonders berücksichtigt wurden. Gegliedert

Bronzezeit; Urnenfelderzeit, Hallstattkultur, I

mittelalter, Baiernzeit und Neuzeit, bildeten

Schwerpunkt der Schau die Funde der Baiernz

7. Jahrhunderts (5. 4.-5. 5. 1974) - (Abb. 22).

Niederösterreich

Krems a. d. Donau - Dominikanerklosi

Arnulf Neuwirth

Mit einer 120 Werke umfassenden Schau von

Collagen, Aquarellen und Olbildern wird hier

mols ein Überblick über das Guvre des Künst

gegeben. Besondere Berücksichtigung finden c

die Collae, Neuwirths Domäne eigener Prägi

und das Aquarell. Die Ausstellung wird im He

(10. 10.-10.11.) in Wien im Historischen Museu

der Stadt Wien zu sehen sein (31. 5.-1. 9. 1974

St. Pölten - Galerie Hippolyt

Karl Korab

Eine surreale Welt wird immer mehr von den

Konturen der Technik zerschnitten. Die grophi:

Blätter Korbas künden beängstigend davon

(16. 5.48. 6. 1974).

Wiener Neustadt - Galerie 9

Kurt lngerl

Plastiken und Strukturen in strengen Mustern.

Methodische Arbeiten in konstruktiven Former

unserer Zeit kongruent (13. 3.-8. 4. 1974).

St. Peter an der Sperr

Das Aquarell in Niederösterreich

71 Aquarelle von 25 Künstlern. Der Durchsct

beachtlich. Hervorzuheben wären die Namer

Erntl, Franz Kaindl, Maximilian Melcher, Trau:

Pichler. Hier ist das Duftige, Fließende und Lir

durchflutete dieser Kunst gegeben. OskarMatu

Franz Reiter zeigen eine Altersreife, die unbe

Beachtung verdient (10. 5.-3. 6. 1974) - (Abb.

Perchtoldsdorf - Galerie Romanum

K. A. Wolf

Mit aquarellierten Kreidezeichnungen setzt W

seine formel- und zeichenhaften Kreationen fr

Dunkel und geheimnisvoll, erinnern sie einers

seine großen Ulbilder mit kosmischem G

andererseits aber doch auch an die Montagen

den physikalischen Hinweisen (24. 4.-14. 5. 197

Baden - Kleine Galerie am Hauptplat

Franko Lechner und Erich Postenrieder

Gouachen und Collagen Lechners zeigten ame

nische Impressionen. Postenrieder stellte Aqua

Badener Landschaften aus (9. 4.-4. 5. 1974).

Klosterneuburg -

Galerie in der Rostockvilla

Kurt Ammcinn, Franz Reiter, Otto Riet

Drei ganz verschiedene Temperamente und dc

auch Gestaltungsweisen, wobei Reiter sicher d

stärksten Eindruck macht (11. 5.-3. 6. 1974) - (A

Alois
            
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