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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XX (1975 / Heft 138)

Nr. 177Rl1 der Schorndorfer

ienkapelle

„erste Meister" von Wimpfen ist kaum mit

Zeichner P1 zu identifizieren, auf den aber

Zweifel wieder der Wiener Riß Nr. 177Rl1

lem Gewölbe der Marienkapelle neben der

rndorfer Stadtkirche zurückgeht, das große

ichkeit mit dem System des Wimpfener Gees

 besitzt. An der Schorndorfer Stadtkirche

damals eine von der Residenz Urach ausnde

 Steinmetzengruppe beschäftigt, die von

Ptalz (Landau, Koblenz] nach Urach kam

die später wieder eng mit dem in Wimpfen

hnten Bernhard Sporer zusammenarbeitete

iber die sogenannten „Uracher Meister"

, Hans Koepf, Schwäbische Kunstgeschichte,

2, 1961, S. 22 ff., ders. 450 Jahre Uracher

ndusikirche, Schwäbische Heimat, H. 4, 1951).

Riß Nr. 177Rl1 mit dem Gewölbe der Maapelle

 von Schorndorf zeigt eine Folge sich

nseitig durchdringender Vallkreise (Kurvaturen),

 die wir auch auf zahlreichen anderen

Wiener Planrissen finden, die auf den Zeichner

P1 zurückgehen. Besonders bemerkenswert ist

die Randausbildurig dieses Kurvaturengewölbes,

die wir als folgerichtige Weiterentwicklung des

Randrippensystems im Langhaus der Wimpfener

Stadtkirche charakterisieren können. In Schorndorf

 finden wir ein durchlaufendes Band von

Dreiecken, die nur in iedem zweiten Feld durch

sich überkreuzende Viertelkreisrippen überlagert

sind. Diese zumindest ungewöhnliche Randrippenstruktur

 konnte natürlich in keinem Polygon

aufgehen, da - von der Mittelachse des Chors

gesehen - sich ganz ungewöhnliche Anschnittspunkte

 (Widerlager) ergeben. Dies dürfte auch

der Grund für die Tatsache gewesen sein, daß

man hier gar kein Polygon, sondern bereits

vom Sockel ab einen halbrunden Chorschluß geplant

 hat, der für die Zeit um 1500 ganz ungewöhnlich

 war. In einem Halbrund bereitete der

hier gewählte Raridrippenanschluß keine beson-3



deren Schwierigkeiten. Im Halbrund sind außerdem

 anders als bei dem übrigen Randrippensystem

 die beiden sich überkreuzenden Viertelkreisrippen

 von zwei weiteren Viertelkreisen in

der Art eines konvexsphörischen Dreiecks gerahmt.

 Im Halbrund findet man außerdem noch

zwei durch einfache Striche wiedergegebene,

symmetrisch angeordnete Segmentbagen. Sollte

es sich hier im Bereich der nicht kurvierten Randrippen

 um Bogenaustragungen handeln?

Auf dem Schorndorfer Riß befindet sich nämlich

auch noch eine Profil- und Rippenaustragung im

Achtort, wodurch - ähnlich wie bei den Rissen

Nr. 185 und Nr. 120Rl1 - nochmals der typische

Lehrcharakter der Zeichnungen des P1 evident

wird. Auffallend ist auch, wie wirklichkeitsgetreu

das völlig unikale Schorndorfer Randrippensystem

 auf diesem Blatt wiedergegeben wird. Gerode

 aber in dieser Eigenschaft unterscheidet

sich der Scharndorfer Riß von der nachfolgenden

 Meisenheimer Gruppe.
            
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