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Full text: Alte und Moderne Kunst XX (1975 / Heft 139)

war natürlich außerhalb ieder Möglich- 
Aber es wurde versucht, sie wenigstens 
1 dem Geiste der Entstehungszeit entspre- 
einzurichten. 
liesen Obiekten seien einige hier wegen 
ieschichte ihrer Rückkehr angeführt. Denn 
Jnterschied von den Ambraser Sammlun- 
tie sich größtenteils erhalten haben und 
arlagert waren, und den Sammelobiekten 
münsters kann man bezüglich der Gegen- 
i von höchstem Kunstniveau nur auf die 
ndernorts aufgestellten Gefäße - wie im 
o Pitti in Florenz und im Kunsthistorischen 
m in Wien (davon das meiste in den De- 
- hinweisen. 
ibenteuerlichsten Weg der wiedergekehr- 
egenstände hat bestimmt das große Jagd- 
urückgelegt. Seine Größe von 2,48x2,03 
i hat es wohl schon im vorigen Jahrhun- 
avor bewahrt, als leichte Beute verschleppt 
'den. Es verblieb in der „Langen Galerie" 
iftes St. Peter. 1938 wollte die Stadtge- 
a Salzburg Hermann Göring zum Anlaß 
ersten Besuches ein Geschenk machen, 
iner bekannten Vorliebe für die Jagd ent- 
. Ein Widerspruch St. Peters wäre unmög- 
iwesen, und so wurde es als eine Art Ring 
lykrates entgeltlos zur Verfügung gestellt. 
i war entzückt und ließ das Bild sofort in 
seinen bekannten Jagdsitz „Schorfheide" brin- 
gen. Das Bild schien für Salzburg verloren. Eine 
zufällige Fügung erwirkte es, daß nach Jahren, 
als Deutschland auf dem Gipfel seiner kriege- 
rischen Erfolge stand, die Verfasserin ein Foto 
bei sich hatte, als sie Graf W. Josef Uiberacker, 
einen passionierten Jäger und Sammler, traf. Er 
erklärte sofort mit Bestimmtheit: „Dieses Bild 
wird nach Schloß Sighartstein kommen!" Ein 
Jahr später erklärte er „Kontinente kämpfen, 
damit dieses Bild in mein Schloß und damit ins 
Land Salzburg zurückkehre." Allein die Per- 
spektive zu diesem Geschehen schien ungeheuer- 
lich. Als T945 der Zusammenbruch des Dritten 
Re ches kam, begab sich Graf Uiberacker zum 
ins Stift St. Peter zurückgekehrten Abt. Das Stift 
war von den nationalsozialistischen Behörden 
geräumt worden. Infolge Bombenschöden und 
Flüchtlingszustroms bestand für das Kloster die 
große Gefahr, van den einmarschierten ameri- 
kanischen Truppen beschlagnahmt zu werden, da 
ieder sonstige Wohnraum bis zum äußersten be- 
legt war. Als nun dem Erzabt der Vorschlag ge- 
macht wurde, ihm die so begehrte Tafel „Off 
limits" für die Eingangspforte vom höchstkom- 
mandiereriden General zu verschaffen, die eine 
Besetzung durch Truppen unmöglich machte, zö- 
gerte der Abt keinen Augenblick, darauf einzu- 
gehen und für diese Besorgung dem Grafen 
schriftlich die Besitzüberlassung für das in der 
Schorfheide sicher zugrunde gegangene große 
Jagdbild zu übergeben. Mit unglaublicher Zähig- 
keit und mit Unterstützung der amerikanischen 
Behörden, mit Hilfe des Fotos und dank der Grö- 
ße des Bildes gelang es Graf Uiberacker, daß es 
- bereits in Amerika - dort wiedergefunden wur- 
de, obwohl es schon dreimal den Besitzer ge- 
wechselt hatte. Die amerikanischen Behörden ver- 
anlaßten die Rückführung des ahne Entgelt dem 
Stift entzogenen Bildes, das nun wirklich in 
Schloß Sighartstein einzog und nach dem Tode 
des Grafen durch Kauf wieder in die Abtei zu- 
rückkehrte. Da es Erzbischof Max Gandolph in- 
mitten seiner Jagdstrecke darstellt, ist es für die 
Kunstkommer von besonderer Bedeutung, da er 
ihren Bau vollendete (der marmorne Türstock 
trägt seine Wappenemblerne) und sicher auch 
die Kunstkammerschränke bestellte. Das Bild ist 
G. P. List signiert. 
Die Rückkehr zweier aus Steinbockhorn geschnitz- 
ter Leuchter gelang durch eine Publikation in der 
Zeitschrift „alte und moderne kunst" (Heft 58f59f 
T962). Ein darin enthaltener Aufsatz über derlei 
Schnitzarbeiten wurde in New York gelesen. Der 
Besitzer der Leuchter brachte sie nach Salzburg 
und bot sie hier zum Kaufe an, wo im 17. und 
18. Jahrhundert viele Steinbockhornschnitzer ge- 
arbeitet hatten. Die Herkunft dieser hohen Leuch- 
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