Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XX (1975 / Heft 139)

12 Kubinellschrcznk mit Malereien. Süddeulsch, 1.

Hullle des 17. Jh.

13 Ausschnill von Abb. 12

I2)

Anmerkungen 6-9

h Kummurolreclnnungen (m. Anm. n, RegesL-Nr. 1034.

1 Ebenda, Regesl -Nr. 1219.

"In der Puvumcnlenkummel der ehemaligen Sliftskirche

von Ouvslen slehen ganz ähnlnche große Schränke, dle

1623 daher! sind.

' Llesulolle Mollcr, Der Wrongelsrhrunk und due verwundien

 suddeulsclven lnlarslenmobel des 16. Jahrhunderls,

Berlm 1956, KuMNr. 1, S. 157, Abb. 47749; KuLVNr. 3,

S 157, Abb 66, 67

 

diesem Anschauungsunterricht zu lernen, welche

Motive bei einem österreichischen Möbel den

berechtigten Rückschluß auf eine Entstehung um

die Wende vom "I6. zum "I7. Jahrhundert zulassen:

 die Formen der Einlegearbeiten, teils Beschlagwerkfigurationen,

 teils stilisierte Blattspiralen

 und Palmetten; die perspektivische Intarsiendarstellung

 von Fenstern und geöffneten

Türen; die Ädikulen mit hohen Fensterbönken

und Konsolen als Rahmen der Türfüllungen; die

Hermenpilaster mit beschnitzten Henkelkonsalen;

die Cherubsköpfchen, Löwenmasken, beschnitzten

 Profilleisten und das Kranzgesims mit vergoldeten

 Tropfen zwischen den Konsolen sowie

schließlich die reichliche Verwendung von geschnitzten

 Fruchtgehängen. Am Sockel des Obelisken

 ist das Wappen des Abtes befestigt. Man

übersehe nicht die für Kabinettschränke üblichen

metallenen Tragegriffe. Der Kasten steht am

Beginn einer Reihe eindrucksvoller Tischlerarbeiten,

 van den Türgerüsten (eines 1626 datiert)

und der schönen Kassettendecke mit dem Wappen

 des Abtes Alexander (1610) in der Bilder-18



galerief bis zu den großen Paramente- (um

i620l2i)' und den Schatzkammerschrdnken (um

1623)". Mit den Türgerüsten und Paramentenschränken

 gibt es manche formale Übereinstimmung

 im Ornamentalen.

Nach Augsburg dürften wohl die zwei zur Gänze

verspiegelten Kabinettschrünke (Abb. 9) zu lokalisieren

 sein. Die Ladengrifte in der Form van

kleinen bronzenen Frauenbüsten oder Köpfchen

kommen nämlich in gleicher Art und Funktion

auch auf anderen Kunstschränken vor, deren

Augsburger Herkunft als gesichert angenommen

werden kann". Außerdem fallen am Gesims der

Giebelzone vor den gedrechselten Baiustern zwei

Verzierungen auf, die an Pinienzapfen erinnern

oder doch van diesem Wappenmotiv abgeleitet

und vasenartig interpretiert sein könnten. Schließlich

 spricht für die vermutete Herkunft, daß es

sich bei allen Kapitellen und Säulenbasen um

Bronzegüsse handelt. Auch der ausschließliche

Gebrauch von Weichholz für den Bau des Kastens

 und für alle Laden (die rot gestrichen sind)

weist auf die Anfertigung im süddeutschen Raum

hin. Das schwarze Holz am Außenbau des M

bels ist durchwegs kein Ebenholz. Die überw

gende Mehrzahl der Spiegel wurde facettie

ausgenommen hat man nur iene, die wenig

dem Blick des Betrachters ausgesetzt sind. D

Schrank ist mit zweiundzwanzig verschieden

Laden ausgestattet; in vier Fällen bilden zv

Vorderstücke eine Lade. Natürlich sind auch h

Geheimföcher untergebracht; sie werden v

den kleinen „Spiegelräumen" verdeckt, die si

wie Einsätze herausschieben lassen (links u

rechts drei, in der Mitte vier kleine Laden). l

größte Überraschung erwies sich aber bei c

genauen Untersuchung des Möbels die Entde

kung der beiden großen Spiegel, von der

Vorhandensein längst niemand mehr wußte;

können, nach Lösen einer Sperre an der Rü

wand des Kastens, mit den zwei äußersten Li

nen herausgezogen werden und sind wie T

flügel schwenkbar. Die Morketerie auf der Rü

seite des Spiegels zeigt geometrische Forrr

aus Palisanderholz in Olivenhalzgrund. Sah

Möbel und ebenso die zahllosen kleinen „Sp
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.