MAK

Full text: Alte und Moderne Kunst XX (1975 / Heft 140)

streuten - Sammlungen Kaunitz und Esterhdzy 
war der aufkommende Geschmack an den Hal- 
lündern spürbar, andererseits aber auch die all- 
gemeine Hinwendung zum Klassizismus, der in 
der in diesen Sammlungen stark vertretenen 
Malerei des französischen 17. Jahrhunderts und 
in der Auswahl der Italiener zum Ausdruck 
kommt. Noch deutlicher ist diese Ausweitung des 
Geschmackes in der Sammlung des Akademie- 
präsidenten Anton Graf Lamberg, die heute den 
Grundstock der Wiener Akademiegalerie bildet: 
neben ausgezeichneten holländischen und flämi- 
schen Bildern findet sich hier eine bedeutende 
Gruppe von ltalienern des 15. Jahrhunderts und 
deutsche Maler, die beide damals noch ein künst- 
4 Joachim Bueckeloer (um 1533-1573), Morklszene, 
Öl auf Eichenholz, 111 x 163 cm, monogrom- 
mierl IB und dotiert 1563 
Melchior Hondecoeter (1636-1695), Geier im 
Hühnerhof, Ausschnitt, Öl auf Lw, 136x165 cm, 
voll signiert 
Jakob Ruysdoel (um 1628-1682), Norwegische 
Landschaft mil Wasserfall, Ül auf Lw., 98 x 84 cm 
lerisches „Neul0nd" repräsentierten. In der nicht 
viel jüngeren Czernin-Gulerie 7 ihr Schöpfer wor 
Graf Johann Rudolf (175711845) - ist diese 
Entwicklung noch weiter fortgeschritten: hollän- 
dische Meister des 17. Jahrhunderts spielen in 
ihr eine weitaus dominierende Rolle. Nicht nur 
des weltberühmten „Czerninsclien Vermeer" we- 
gen, des „Maler im Atelier", der heute eine der 
Perlen des Wiener Kunsthistorischen Museums 
darstellt und über dem Hans Sedlmoyr und Kurl 
Bodl kunslwissenschuttliche Klingen gekreuzt ha- 
ben. Auch die übrigen holländischen Meister 
dieses Zeitraumes, Rembrandt und Dou, die bei- 
den Ruysdoel, Potler und Cuyp, Brouwer und 
Ostde, Metsu und Netscher, sowie die holldndi- 
schen ltolionislen sind mit vorzüglichen Werken 
vertreten. Nach 1845 wurde die Sammlung in 
Paul Troger 11698-1762], Tobias heilt den blinden 
Vater mit der Galle des Fisches, Dl auf Lw., 
73,5 x 91 cm 
21
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.