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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XX (1975 / Heft 141)


rhischen Albums „Sechzehn Ansichten von

k. Stadt Brünn und ihren nächsten Umgebun-'

 zusammen, das von den Brüdern Traßler in

n und Josef Trentsensky in Wien nach

wnungen Richters mehr schlecht als recht aushrt

 worden war. Jedenfalls brachte Richter

und seine Familie in den letzten Lebensjahmühsam

 als Zeichenlehrer durch, „während

e Gattin und seine drei Töchter Spitzen

pelten", wie Josef Edmund Horky, ein beiter

 zeitgenössischer Historiker un-d Herauser

 des „Brünner Wochenblatts", in einem

iblizierten Manuskript berichtet f.

ters „Sammlung" umfaßt, wie das Titelblatt

n besagt, die Ansichten zahlreicher Burgen,

;er Kirchen und der „Naturmerkwürdigkei-Mährens,

 unter denen man bizarre Felsforonen

 zu verstehen hat, wie sie vor allem im

rischen Karst nördlich von Brünn zu finden

, dessen unterirdische Höhlen und wildzntische

 Schluchten von Märchen und düste-Legenden

 umwoben waren. Wenn man die

e nach den Datierungen auf den Blättern

graphisch ordnet und auch die in Brünn belichen

 Skizzen Richters heranzieht, die teile

 als Varlagen für die Temperabilder der

mlung Liechtenstein gedient haben müssen,

ergibt sich, daß Richter, abgesehen von der nüheren

 Umgebung seiner Wohnorte Namäst und

Brünn, verschiedene Kunstwanderungen in Mähren

 unternommen haben muß, auf denen er die

Skizzen für die hinterher nach und nach im Atelier

 ausgeführten Temperabilder gemacht hat:

1819 und 1833 reiste er in den Nordosten Mährens

 nach SternberglSternberk (Darstellungen

1820 und 1834), Fulnek (1824, 1830), Hochwaldl

Hukvaldy (1821, 1833, 1834) und Strambergl

Stramberk (1819, 1820, 1833, 1834), wobei er

1833 den Bogen weiter schlug und über Sternberg,

 EulenberglSovinec (1833) nach österreichisch

 Schlesien (Troppau und Teschen) ging,

um über Hochwald, Stramberg, Alttitscheinf

Star)? Jicin (1833), HelfensteinlHelfstYn (1834),

NapaiedllNapaiedla (1834) und BuchlaulBuchlov

 (1835, 1836) nach Brünn zurückzukehren. 1822

war er in der Gegend von PernsteinlPernstein

(1822, 1824, 1826), MitrowfMitrov (1822), Doubrvnik

 (1824), TürnaulTrnavka und Müraul

Mirov (beide 1823); 1830 noch einmal in LettowitzlLetovice

 (1831), Mürau (1830) und Brünnlesl

Brniöko (1831). 1823 reiste er nach Süden und

nahm ZnaimlZnoimo (1823, 1824) und die Thaya-Burgen

 Hardegg (1824), NeuhäusllNovy Hradek

 (1824) und FrainNranov nact Dyii (1818,

1824) auf. 1832 ging er nochmals nach Südmähren

 über NikolsburglMikulov und Feldsbergl

Valtice (beide 1832) das Thayatal hinauf (Rabenstein

 bei Znaim 1832) nach ZornsteinlCornstein

und VöttaulBitov (beide 1832). Eine erste Welle

von Reisen für seine „Sammlung" liegt also zwischen

 1819 und 1823, eine zweite folgte wesentlich

 später, 1830 bis 1832, und diente wohl dazu,

teils alte Ansichten zu verbessern, d. h. neu aufzunehmen,

 teils fehlende wichtige Orte zu ergänzen,

 um das Mappenwerk aibzurunden.

Nicht alle vor der Natur aufgenommenen Skizzen

 scheinen von Richter in Tempera ausgeführt

worden zu sein. Jedenfalls enthält die Liechtensteinsche

 Mappe nur einen Teil der von Richter

besuchten Orte. Warum gerade die einen in die

„Sammlung" aufgenommen, andere wichtige, wie

z. B. Sternberg, Eulenberg und Helfenstein, weggelassen

 wurden, bleibt unklar. Ein spezieller

Bezug auf die Familie Liechtenstein, der die

Mappe schon seit langem gehörte, ist nicht festzustellen.

 Falls ein solcher bestanden hätte, wäre

er sicherlich auch in der Widmung des Titelblattes

 zum Ausdruck gebracht worden. Es ist allerdings

 zu vermuten, daß die Liechtensteinsche

Sammelmappe nicht alle ausgeführten Blätter

der Serie enthält, da Schram berichtet, daß im
            
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