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Full text : Alte und Moderne Kunst XX (1975 / Heft 142 und 143)

B. A. Albrecht (1763), Bildnis des kurfürsflichen

Hofbildhauers .1. B. Siruub im Atelier. München,

Bayerische Siaalsgemäldesammlung

Prämissen für eine große Karriere, die Join

 Baptist Straub (1704-1784) auch als kurverischer

 Hofbildhauer machte, lagen in seiungewöhnlichen

 Begabung, die von ihm geoffenen

 Werke mit einer unnachahmlichen

ganz auszustatten. Eine andere ihm in hohem

ß zu Gebot stehende Eigenschaft war die,

S er in Technischer Hinsicht jedem Schwierigtsgrad

 gewachsen war. In dem nachfolgenden

trag werden erstmals zusammenhängend chroogisch

 geordnete höfische Werke des Bildiers

 behandelt. Sie wurden bisher meist überen

 oder in qualitativer Hinsicht unterschätzt.

den hier zur Verfügung stehenden Rahmen

it zu überschreiten, mußte selbstverständlich

den für den Hof geschaffenen Arbeiten

Jubs eine Auswahl getroffen werden.

beginnen ist mit dem Hinweis auf einige

lnisse Straubs'. Durch ein „ad vivum" gemal-Portröt

 (1763) ist die Physiognomie des

nchener Künstlers vergleichsweise getreu überert

 (München, Bayerische Staatsgemäldetmlungen,

 lnv.-Nr. 2765l46fDet.) (Abb. 1). Es

gt den Bildhauer in seinem 59. Lebensiahre.

i dieses Gemälde wird nach in anderem Zutmenhang

 zurückzukommen sein. Die auf die-I

 Bild zu findende psychologische Charakteri-"ung

 entfernt sich nicht allzusehr von einem

viel später ausgeführten Porträt (1779). Es stammt

von Franz lgnaz Oefele, gen. Bavarese (1721-1797).

 Es befindet sich im Bayerischen Nationalmuseum

 in München. Es wurde im gleichen Jahre

(1779) van F. X. Jungwirth gestochen (München,

Staatliche Graphische Sammlung). Das anfangs

genannte Bild (1763) wurde ebenso wie sein

Gegenstück (1761) auf Bestellung des Hofes ausgeführt.

 Auf ihm hat der kurfürstliche Hofmaler

Balthasar Augustin Albrecht (1687-1765) sich

selbst dargestellt. Beide Gemälde als Bildnisse

des Hofmalers (1761) und des Hofbildhauers

(1763) verkörpern allegorisch auch die Malerei

und die Bildhauerei (ursprünglich in der Schloßgalerie

 in Schleißheim, wo sie als Pendants einst

nebeneinander hingeni). Über das im Jahre 1763

fertiggestellte Bild des Hofbildhauers J. B. Straub

gibt es eine bisher unveröffentliche Urkunde.

Sie lautet: „Balthasar Augustin Albrecht Hofmahlern

 var ein zu seinem Portrait als einen

Compagnion Verferttigtes gemähl bestehend in

den Portrait des Hof Bildhauers Straub inhalt

signirten Scheins. 150 (fl.)"3.

Wie wir schon wiederholt in anderem Zusammenhang

 berichteten, ist ein freilich nicht ganz

komplett vorliegendes Werkverzeichnis, das von

dem nochmaligen kurbayerischen Geheimrat Johann

 Kaspar von Lippert über das Schaffen J". B.

Straubs zusammengestellt wurde, die wichtigste

Quellet. Dieser Bericht, auf den noch mehrmals

zurückzukommen sein wird, erschien im Augsburgischen

 monatlichen Kunstblatt am 31. Juli

1772. In diesem Artikel erscheint der Name des

kurfürstlichen Hofmalers B. A. Albrecht ein letztes

 Mal im Zusammenhang mit dem des Bildhauers.

 Nach J. K. von Lippert schuf Straub „auf

den äußern Gattsacker der Stadt München (d. h.

für den Friedhof südlich des Sendlinger Tores)

das (nicht erhaltene) Grabmal des berühmten

Hofmalers und churfürstl. Malerey lnspectors

Balthasar Augustin Albrechts mit dessen Porträt

 und einem Genio, alles von Marmor".

In dem gleichen Aufsatz berichtete der bereits

genannte Autor auch über einige ganz frühe

Arbeiten des jungen Straub. Sie sind zugleich

ein Hinweis dafür, daß er bereits damals anfing,

 sich von der Werkstatt zu emanzipieren,

in der er gelernt hatte. J. K. von Lippert sagte,

daß Straub einige hötische Aufträge „anvertrauet

 (zu erg.: wurden), vor allen anderen, die

sich darum bewarben". Es handelte sich um die

Ausstattung der damals neu eingerichteten Zimmer

 im Südtrakt des Grottenhofes in der Münchener

 Residenz. Sie gingen iedoch schon bei

dem Residenzbrand am 14. Dezember 1729 zu-(Anmerkungen

 1-4 s. S. 30)

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