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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 144)

I0 Villa Winternitz, Praha (1932):

ll dito: Außenansicht

I2 dito: lnnenansicht Wohnhalle

Außenansicht

I3 dito:

A. ErdgeschoßlKellergeschoß

B. Hauptgeschaß

C, l. Obergeschaß

D. 2. Obergeschoß



öffnet, ohne weiteres an den hähergelegenen

niedrigeren Seitenfenstern und an der Eingangstür

 mit seitlicher Befensterung darunter zu ebener

 Erde.

Der horizontale um das Haus umlaufende Sokkel

 gibt in etwa die Fußbodenhöhe des höhergelegenen

 Wohngeschosses an - man erkennt

das unschwer an der Höhe der Fensterbrüstung -

und läuft bündig in die Brüstungsoberkante der

Drei-Fenster-und-Tür-Gruppe zur Terrasse hin.

Also gerade durch das horizontale Umlauten,

das keinen Versprung zeigt wie innen der Fußboden,

 läßt sich der Versprung ablesen, eben

durch den Bezug zu den Fenstern.

Die Dreizonigkeit derGrundrißdisposition wird ia

nicht nur durch die Fensteröffnungen wie auch

durch die geschlossene Wandflöche angegeben,

sondern natürlich auch durch die drei Terrassen,

wobei immer das Dach der davorliegenden Zone

der dahinter als Terrasse dient. (Die unterste

Terrasse zum Garten muß der vordersten Zone

vorgelegt werden.) Bei der Betrachtung der Fassaden

 des Baukörpers wird auch deutlich, daß

der im Niveau vorspringende Fußboden sich in

die Grundrißzonen einfügt und nicht (wie z. B.

beim Haus Jordan) quer zu den Grundrißzonen

(und damit auch zum konstruktiven System) verläuft.



T2

Das recht umfangreiche Raumprogramm (Eingangsbereich,

 Hausmeisterwohnung, Keller;

Wohnbereich mit Küche, Eßplatz, Bibliothek;

Schlafbereich mit Kinderzimmern; Gästezimmer)

hat Loos in dieses dreizonige Grundrißsystem

und in ein dreistufiges Aufriß- und Schnittschema

(ähnlich wie beim Haus Müller und anderen

Projekten zuvor) eingeordnet.

Ein Gartenweg führt vom Eingangstor an der

Straße seitlich ans Haus heran, kurz vor dem

seitlichen Vorsprung der Rückseite des Hauses

findet man einen schmalen Eingang, begleitet

von seitlichen Fenstern, in der Seitenfassade.

Der Eingangsbereich im Innern ist flächenmäßig

sehr klein ausgelegt, Garderobe und WC links

etwas abgegrenzt, geradeaus direkter Zugang

zur Hausmeisterwohnung, rechts der Aufgang

zum Wohngeschoß.

Vom erdgeschossigen Eingangsbereich gelangt

man über die kurze Stichtreppe mit sechs Stufen

hinauf auf das Niveau der großen Wohnhalle,

auf die man von außen durch die hohen Gartenfenster

 zur Terrasse hin und die hohen geschlossenen

 Seitenwände aufmerksam geworden ist.

Zwischen zwei Pfeilern hindurch kann man rechterhand

 die hohe Wohnhalle betreten oder von

diesem Zwischenpodest aus über einen kurzen

gewendelten Treppenarm mit acht Stufen die

„innere Terrasse", den oberen Wohnbereich -

mit Eßbereich links und einem Sitzbereich rechts

vom Treppenaustritt - erreichen. Diesem Austritt

gegenüber befindet sich der Zugang vom Haupttreppenhaus,

 das als vertikales Verkehrselement

in der Mitte der Rückfront, der Nordfassade,

vom Garten her zugänglich, das gesamte Haus

vorn Keller bis zur Dachterrasse erschließt.

Dieser erweiterte obere Wohnbereich - ca. 1,2

Meter über dem Niveau der fast 60 Quadratmeter

 großen Wohnhalle - ist mit Holzpaneelbrüstungen

 zwischen den hohen Pfeilern zur

Wohnhalle hin abgegrenzt. Man sieht (selbst

heute noch durch inzwischen eingebaute Verglasung)

 wie von Theaterlogen aus in einen

Theaterraum hinab (Loos). Der obere Wohnbereich

 wird an den Schmalseiten durch breite

fünfflügelige Fenster belichtet und zusätzlich -

wenn auch schwach - durch die drei hohen

Fenster der Wohnhalle zum Garten hin. Die

dritte Zone im Wohnbereich - auf dem glei-



chen Niveau wie der obere Wohnbereich -

wird von der Küche, dem Treppenhaus und der

Bibliothek eingenommen. Türen zu diesen Nebenräumen,

 Schranktüren und dazwischen angeordnete

 große Wandspiegel gliedern die beiden

 Wände zwischen der oberen Wahnbereichsebene

 und der Küchen-lBibliothekszone. Durch

die großen Wandspiegel wird der Raum des

oberen Wohnbereichs nicht illusionistisch erweitert,

 sondern durch die Lichtreflexion erhellt und

auch durch den Blick der dort oben Sitzenden

durch die Spiegel in die untere Wohnhalle hinab

die räumliche Einheit des oberen und des unteren

 Wohnbereichs verstärkt.

Eine weitere Betonung des Logencharakters erfährt

 der obere Wohnbereich durch die Anordnung

 zweier Deckenlichtbänder in der Querachse

 zu den beiden Pfeilern, die in der Längsachse

 einen Unterzug tragen, mit dem die Dekkenlasten

 auf die Pfeiler übertragen werden.

Die Deckenlichtbänder (Glühbirnen hinter Milchglasscheiben

 in Metallrahmen, eingelassen in

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