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Full text: Alte und Moderne Kunst XXI (1976 / Heft 147)

ldegg, Rittersaal, Flanetengötter der Ostwand 
ns Burgkmair, Plunetengötter, „MARS", „VE- 
S", „MERCURIUS", „LUNA", Holzschnitt 
ns Burgkmair, FORTITUDO aus der Serie der 
;enden, Holzschnitt um 1515 
ns Burgkmair, „SATURN", „JUBITER", „SOL", 
der Reihe der Planetengötter, Holzschnitt 
kungen 12-18 
xlkmann, p. 40 f. Ein weiteres Exemplar dieses 
ienbuches befindet sich im Germanischen National- 
Im, Nürnberg. 
kmunn, p. 54. 
und Kunsthandwerk, Meisterwerke im Bayerischen 
nalmuseum München, Festschrift zum hundertiährigen 
wen des Museums, München 1955, S. 45 f. 
Burgkmair, Das graphische Werk, Stadtische Kunst- 
lungen Augsburg, 1973, Kuh-Nr. 5M65 (Planetenfol- 
(aß-Nr. 106-114 (Neun Helden und neun Heldinnen). 
vergl. R_ L. W ss, Die neun Helden,in: Zt.f.Schwei- 
he Arch. u. Kg. Band I7, 1957. S. 73-106. 
'. H. Hallstein, Germ. Engravings, Etchings and 
lcuts, Vol. V. Amsterdam, o. 1., Nr. 266, 767, 268. 
Wappen Wiens, Graphische Sammlung Albertina, 
19341150. 
kein, ap. cit., Nr. 81A. 
 
roler Burgen öfter vorkommenden Sockel mit 
Rankenwerk auf grünem Grundvorbildlich gewe- 
sen sein. 
Sowohl für die Helden als auch für die 
Planetengottheiten hat der unbekannte Ma- 
ler die entsprechenden Holzschnitte von 
Hans Burgkmair als Vorlagen genommen. 
Es handelt sich dabei um die von Burgkmair 
von 1516 bis 1519 angefertigte Folge der neun 
Helden und neun Heldinnen sowie um die be- 
reits vorher entstandene Planetenfolge, die eine 
große Auswirkung auf die Fassadenmalerei aus- 
geübt hat's. Bemerkenswert an Burgkmairs 
Heldenserie ist nun, daß er das Thema der 
„neun Helden", die als vorbildliche Gestalten 
des Rittertums im Frankreich des 14. Jahrhunderts 
aufgekommen waren, um eine parallele Reihe 
von neun Frauengestalten, ebenfalls aus den 
drei Religionsbereichen, erweitert hat. Für diese 
Bereicherung gibt es weder ein literarisches Vor- 
bild noch eine Bildtrodition, so daß hier eine 
„Aufwertung der Frau im bürgerlich-humanisti- 
schen Bereich zum Ausdruck kommt"", und die 
in Goldegg eine Aufnahme in ein großes Re- 
präsentationsprogramm erfährt. Auch die Fortitu- 
do der Fensternische wurde nach der entspre- 
chenden Figur aus der Folge von Sieben 
Tugenden Burgkmairs geschaffen. In allen Fallen 
hat sich der Maler sehr genau an die Vorlagen 
gehalten und ist nur in den Schriftböndern und 
geringen Details davon abgewichen, wie etwa 
in den den Figuren Plastizität verleihenden 
Schattenbohnen. 
Zwar sind in dieser Zeit zahlreiche Malereien 
nach graphischen Vorlagen Dürers, Cranachs 
oder Burgkmairs entstanden, ohne daß eine un- 
mittelbare Beziehung zu einem dieser Meister be- 
stand. lm vorliegenden Fall ist iedach eine 
Verbindung zu Burgkmair nachweisbar. Sa hat 
Burgkmair für den aus Augsburg stammenden 
Salzburger Erzbischof Kardinal Matthäus Lang 
van Wellenburg einige Holzschnitte angefertigt", 
und auch der Dompropst Balthasar von Lam- 
berg ließ sich von diesem Meister sein Wappen 
schneiden". Da Matthäus Lang zum engsten 
Kreis um Kaiser Maximilian gehörte, ist ein 
Kontakt zu Künstlern, die dieser Herrscher mit 
Aufträgen versah, natürlich zu erwarten; Chri- 
stoph Graf, van Matthäus Lang nach dem 
erfolgreich beendigten Bauernkrieg am reichsten 
beschenkt, könntewohl auch direkte Beziehungen 
zu Augsburg besessen haben. 

	        

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