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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XXII (1977 / Heft 151)


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zusammen mit dem Landschaftsmoler Friedrich

Laos und mit dem Londschafts- und Historienmaler

 Johann Jakob Schindler ausführte'.

Mit diesem Werk ging Johann Michael Sattler

häufig auf Ausstellungsreisen; die Familie nahm

er mit sich. Für Hubert war dieser frühe Kontakt

mit fernen Ländern ausschlaggebend; er machte

das Reisen zum Lebensinhalt. Nachdem Hubert

Sattler in Wien zur Schule gegangen war und

bei J. J. Schindler an der Akademie studierte,

trat die Familie 1829 von Salzburg aus die große

Tournee durch Europa an, auf der das Rundbild

seines Vaters ausgestellt wurde und die den

Charakter einer ausgesprochenen „Salzburg-Werbung"

 erhielt".

Nach zehniöhriger Abwesenheit, während der

Hubert zahlreiche Städte in Deutschland, Holland,

 Norwegen kennenlernte, London besuchte'

und bis zum Nordkap gelangte, kehrte die Fami-Iie

 Sattler wieder nach Salzburg zurück.

Eine große Anzahl von Skizzen, vor der Natur

gemalt, brachte Hubert Sattler mit, um sie für

eine Kosmoramenschau in UI auszuführen. 1841

kannten schon Ausstellungen in Linz und Wien

stattfinden, die bei den Kritikern positives Echo

fandens.

Schon ein Jahr später begab er sich neuerlich

auf Reisen. In einer kurzen Lebensbeschreibung

zählt der Maler seine einzelnen Stationen auf:

Konstantinopel, Brussa, Troia, Smyrno, Ephesus,

Magnesia, Kleinasien, Rhodos, Zypern, Beirut,

Libanon, Antilibanon, Damaskus, Baolbeck, Tripolis,

 St. Jean d'Acre, Cäsarea, Jaffa, Ramle,

I Hubert Sattler, Die 60 Fuß hohen Kolosse des

Memnon zur Zeit der Überschwemmung in Oberägypten,

 1846. UllLeinwand

2 Hubert Sattler, Das westliche Theben. Bleistift,

Tusche

3 Hubert Sattler, Cadiz, Standpunkt von Therme

Tawiro. Ansicht nach Süden, 1869. ÖllLeinwancI

Anmerkungen 1-6

'Johann Michael Sattler, Lebensgeschichte des

Maurer, Wien 1819.

' F. Laos war für den landschaftlichen Teil, J. J. Schindler

für die erforderliche Staffierung und J. M. Sattler selbst

für den architektonischen Teil des Panoramas verantwortlich.

 Ab April 1977 wurde das Rundbild am Mönchsberg in

Salzburg der Uffzntlichkeit zu änglich gemacht.

"J. Gassner, J. M, Sattler um? sein Panorama von Salzburg,

 aus: Salzburger Museum Carolino Augusteum - Jahr

resschrift Bcl. 4, 1958 p. 106; Lit. zu J. M. Sattler: S. Lundwall,

 J. M. S. und sein Werk. Mit einem Exkurs Über die

Panorama-Malerei, Phil. Diss. Innsbruck 1964.

' 1933 fand die Krönung der Königin Viktoria in der Westminster-Abtei

 statt, an der Hubert teilnehmen kannte_ In

Eriririeriirrg daran malte er später ein Ulgemölde, das sich

ietzt im Martin-m-Wogrier-Museum der Universität Würzburg

 befindet.

i Wiener Thaütarleiturlg v. 9. U. 10. Juni 1241, p. A14.

- Aus dem Leben der Maler Sattler, Feuilleton in: Montagspost,

 Wien, 5. Juni 1909.

Hubert

Jerusalem, Bethlehem, Totes Meer, St-Saba-Kloster,

 Jordan, Nazareth, Berg Tabor, Tiberios, Sur,

Tyrus, Saida, Ägypten, Athen, Korinth, Patras,

Korfu, Triest".

1843 verehelichte er sich mit Maria (de) Toda,

die ebenfalls aus einer künstlerisch vorbelasteten

Familie stammte. Sie war direkte Nachfahrin des

Münzeisenschneiders und Medailleurs an der

Wiener Münze Giovanni Antonio de Toda.

Gleich nach der Geburt seines ersten Sohnes

Hubert 1844 trat er neuerlich eine große Fahrt

an, diesmal Nubien, Arabien, Sinai. 1846 wurde

ihm der zweite Sohn Anton geboren.

Hubert Sattler gelangte auf späteren Reisen

bis nach Nord- und Südamerika. 1848 noch bekam

 er, während eines Aufenthaltes in Hannover,

 vom Vater des Königs den Professorentitel

verliehen.

Reisen - Malen - Ausstellungen - auf diese

Weise erwarb sich Hubert Sattler mit der Zeit

Ansehen und Vermögen. Neben „Kunstgemälden"

 malte er, zunächst praktisch orientiert, Kosmoramen,

 mit denen er fast ganz Europa durchreiste,

 wobei er sie in einer zusammenlegbaren

sogenannten „Kunsthütte" für Eintritt präsentierte.

 Seiner Wahlheimat Salzburg schenkte er sein

schönstes „Kosmorama" (ca. 300 Ansichten), die

ein Gebäude dafür errichten ließ. Dieses hatte

polygonalen Grundriß, an dessen Front sich ein

kleiner Vorbau mit Sgraffitomolerei befand. Das

Innere war mit einer Glaskuppel überwölbt. Zwei

ringsum laufende Wände bildeten einen Gang,

dazwischen befanden sich die Ölbilder, deren ie

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