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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XXIII (1978 / Heft 160 und 161)


denen Städte, die oft nicht in der Lage sind, aus eigenen

 Mitteln Werke der Werdenden zu erstehen,

überwiesen werden. Die Mitglieder erhalten jedes

Jahr ein grafisches Blatt, das nicht in den Handel

kommt. Für das erste Jahr ist eine Radierung von

Heckel zur Verteilung gelangt. Dem Vorstand gehören

 an: lda Dehmel, Dr. Rosa Schapire, lda-Marie

Kling, Martha Rauert, Freifrau von der Heydt. Sitz

des Bundes ist Hamburg, Ortsgruppen bestehen bereits

 in Berlin, Köln, Hagen und Dresdenß

Pforzheim 1923-1927

In Pforzheim war Anton Kling von 1923 bis 1927 als

Direktor der Kunstgewerbeschule tätig. Während

dieserZeit scheinter sich, derentsprechenden lokalen

 Tradition folgend, stärker dem Schmuckentwurf

gewidmet zu haben. Aufseine vermutlich nicht ausgeführten

 frühen Entwürfe für die Wiener Werkstätte

 wurde bereits hingewiesen; noch in Hamburg

schuf er die Entwürfe zu drei Anhängern, die Otto

Stüber in Hamburg ausführte (Deutsche Goldschmiede-Zeitung,

 1923). Zwei Jahre später bildet

die Goldschmiede-Zeitung einen Lampenentwurf

sowie eine Kassette ab, die von der Klasse

Schmid-Michaelis an der Pforzheimer Kunstgewerbeschule

 ausgeführt wurden.

Dank einer Stiftung von Anton Kling in Karlsruhe

besitzt das Österreichische Museum für angewandte

 Kunst zwei Ringe und ein Armband, Gegenstände,

 die sein Vater Anton Kling entwarf. Die beiden

 Ringe wurden vermutlich von Stüber, Hamburg,

ausgeführt, das Armband trägt die M0nogramm-Punzierung

 der Firma Theodor Fahrner in Pforzheim

 (Abb. 17, 18).

Karlsruhe 1927-1963

Im Jahre 1927 übersiedelte Anton Kling nach Karlsruhe

 und war dort fortan als freier Künstler tätig.

Vom Oktober 1930 bis Dezember 1944 war er mit einem

 Lehrauftrag am Staatstechnikum in Karlsruhe

betraut. In Bensheim (Auerbach), wo Kling sich im

Sommer gerne aufhielt, entstand die Freundschaft

mit Prof. Robert Breyer. Die beiden Künstler porträtierten

 einander, doch ist das Porträt, das Kling von

Breyer schuf, leider verbrannt. Freundschaft schloß

Kling auch mit dem Bildhauer Professor Rudolf

Daudert.

In Karlsruhe wandte sich Kling der Keramik zu und

entwarf eine Anzahl von Volkstypen für die Karlsruher

 Majolika-Manufaktur AG: die wGutacherin-q den

"Elzacher Schuddig", den r-Villacher Hansele, den

"Donaueschinger Hanselt: und viele andere, deren

Namen uns heute ähnlich grotesk vorkommen wie

50

20 Anton Kling: Westerland, Ölmalerei auf Holz, signiert

und datiert: A. K 1924, Privatbesitz

21 Anton Kling: Porträt des Literaturhistorikers Dr. Dr. von

Grolman, Aquarell, um 1959, unsigniert; 32x3Bom. Privatbesitz



22 Anton Kling: Stilleben, Aquarell, signiert und datiert:

A. K 1949; 51 x42cm. Privatbesitz

23-24: Monogramme Anton Klings, Umzeichnungen

23

24



ihre Erscheinung (Abb.12, 13). im Künstlerk

Thieme-Becker werden außerdem Öfen und

miken der Majolika-Manufaktur Meimersdoi

Neureuter Keramik Baden und der Heinsteinin

 Heidelberg erwähnt (Thieme-Becker, Bai

1927, S. 508).

In seiner Karlsruher Zeit dürfte sich der Künst

allern mit der Malerei befaßt haben (Abb. 21

1931 fand eine Einzelausstellung im Badi

Kunstverein statt, 1944 wurden im Kunsthaus!

ler in Stuttgart Aquarelle und Handzeichnung

zeigt, und im selben Jahr waren Werke von Kli

einer Ausstellung in Freiburg im Breisgau zu:

im Jahre 1944 wurde das Atelier Klings in Kar

völlig zerstört und alle dort befindlichen Ar

verbrannten. Doch stellte Kling bereits 1947 x

aus, und zwar im Haus Stadelmann in Freibi

Breisgau.

Kling starb hochbetagt am 21. 9. 1963 in Karl

Auf die stilistische Entwicklung im Werke

konnte im Rahmen dieses Beitrages nicht

eingegangen werden, ebenso fehlte der Rau

Bedeutung derTeohniken und Materialien, in

er sich ausdrückte, gegeneinander abzuwägt

Werke von Kling wurden seit seinem Tode

wieder präsentiert: in den Ausstellungen "Wi

1900" (Wien 1964), "Die Wiener Werkstätte. lt

nes Kunsthandwerk von 19013-19324 (Wien

r-Österreichische Keramik des Jugendstilsc-1974),

 "Ein Dokument deutscher Kunsts (Darr

1976), Wir können mit Freude feststellen, daB

Kling in Anbetracht dieser Ausstellungsliste ir

Heimatrecht hat. Ich hoffe, dies mit einer Mor

phie über den Künstler einmal vertiefen zu kö

Abschließend sei noch auf die Signaturen

Klings eingegangen und damit die Bitte an al

sitzer von Kling-Werken gerichtet, sich mit

Verbindung zu setzen. Kling monogrammierte

frühen Druckgraphiken mit zwei charakteristi

Monogrammen (Abb.23, 24). Später dürfte l

mehr mit seinen Anfangsbuchstaben signiert t

denen oft die Jahreszahl beigegeben war: die

gnatur ist auf seinen Gemälden ebenso zu l

wie auf Bucheinbänden und anderen Werker

U Anschrift des Autors:

Dr. Waltraud Neuwirth

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am

Österreichischen Museum für angewandte Kuns

Sammlung für Glas und Keramik

Stubenring 5

A-101U Wien
            
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