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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XXIII (1978 / Heft 160 und 161)

ieingeklebte mit dem Stift und meist nur sehr

Farbe aufführten; schließlich auch das kom-"ische

 Spiel, das sie mit den wFremd-ialien

 selber in den Bildern trieben.

nchenorts ziemlich verbreiteter reiner Unfug

lnterpretation von Duchamps Flaschentrockiie

 seiner r-Ready-madesr- überhaupt, als

produkt, das. jeglichem Gebrauchszweck

en, vom Künstler zum Kunstwerk "desi-1

 worden sei.

fiel Duchamp niemals ein. wich habe das

d-Ftad auf den Hocker montiert und den Flarockner

 in mein Ateliergestellt, weil ich diese

gerne um mich haben wolltet, antwortete er

ie Frage des Fernsehens. als er zum Schluß

Ausstellung nach Hannovergekommen war-Jahre

 nachdem er hier auf einen Abstecher

ichwitters besucht hatte. Er wäre damals,

4, einfach des Terpentingeruchs müde gewe-I

 müde, Kunst zu produzieren, so habe er sich

.- Dinge halten wollen, und so habe er sie

Jildungen davon und von anderen Readyi.

 was alles erst viele Jahre später geschah;

.) eben auch signiert, nicht weil sie schön wandern

 weil sie banal und selbstverständlich wange

 außerhalb unserer Alternative schön und

h, Kunst und Nichtkunst, Dinge, die frei wa-(Pierre

 Cabanne. Gespräche mit Marcel Duchamp,

deutsch, Köln 1972, Seite 68).

Die v-Fontänea, ein verkehrt auf einem Sockel postiertes

 Urinoir, sandte er 1917 tatsächlich in eine

Ausstellung ein - freilich als eine "Herausforderung",

 um nSkandala zu erregen (Duchamp bei Cabanne.

 Seite 79).

Von der Absicht, den Begriff Kunst zu nerweiternu,

eine neue Art von Kunst zu begründen, ist bei Duchamp

 nirgends die Rede. Ganz im Gegenteil

nannte er das, was er unternahm, nAntikunstM oder

nA-Kunstu (bei Cabanne u.a. Seite 80; siehe auch

Hans Richter, Dada-Kunst und Antikunst, Köln 1973,

Seite 94195; siehe auch Johann Muschik, Im Abstand

 der Zeiten. alte und moderne Kunst, Heft

1541155, Dezember 1977, Seite 55).

Was, mit Schmied zu reden, wdie Übereinkunft unserer

 Weite, genauer: ein gewisser Teil des Kunstbetriebes,

 daraus machte, ist eine Verkehrung des

Sinns, Unsinn, i-falsche Grammatik-l, läßt sich auch

durch nichts außerhalb von Duchamps Wirken und

Persönlichkeit rechtfertigen. Ein Flaschentrockner

wird sowenig zur Kunst dadurch, daß man ihn ins

Museum stellt, einerSammlung einverleibLwieeine

Schafherde durch ihre Unterbringung in einem

Biennale-Pavillon Kunst wird. Da nützen auch Manipulationen

 mit dem ja überhaupt schon viel mißbrauchteri

 Benjaminschen wAuraw-Begriff nicht:

3. In Werner Hofmanns Museum

Der amerikanische Pop-Artist Andy Warhol hat t

Firmenemblem einer Konservenfabrik mechanis

auf Leinwand übertragen - einzeln, vergrößert o:

in ganzen Reihen - und es solchermaßen zum Tal

bild wnobilitiertß, führt Hess (Seite 13) an. Ähnl

sei Warhol mit einer Photographie des Filmsch:

spielers Marion Brando verfahren, die er in Aci

farbe und Liquitex im Siebdruckverfahren, Schw

auf roher Leinwand, wiedergab (Hess, Seite 1311

Das Bild habe hohen Handelswert, wiewohl es w

nige der herkömmlichen, das Bezugssystem wStal

leibildr konstituierenden Bedingungen unerfü

ließ. An die Stelle des Erfindungs- und Gestaltun

prozesses sei ein Bildzitat getreten, die Herstellt

sei wiederholbar. Das vPseudo-Unikat parod

und negiert das herkömmliche Bezugssyst

iKunsti und bewirkt in ein und demselben Voll:

dessen Erweiterung, dehnt den Vereinbarungs

griff Kunst auf eine neue Objektkategorie ai.

Schließlich: nKunst ist ein auf bestimmten Spra

mitteln basierender Vereinbarungsbegriff, der

Dialog zwischen Hersteller und Empfänger ermit

wirdu (Werner Hofmann bei Hess, Seite 14).

Die Beschreibung des Kunstbegriffs als eines we



merichtet Wieland Schmied (in: "Zum Tode von

I DuchamplDer Nein-Sagen. Zeitschrift ßDie

11. Oktober 1988. Seite 21).

leiter: ß-Was immer Duchamp dann noch er-1

 hat, von den Ready-mades bis zu den Rotogeschah

 wie im Spiel und beinahe ohne Ab--

 erst die Übereinkunft unserer Welt wollte alas

 von ihm kam. als Kunst verstanden wissen

s Kunst verwerten. Erhat sie gewähren lassen,

nd. voll Ironie- (Schmied, ebenda).

ahrrad-Rad hat Duchamp 1913 auf dem Hokfestigt,

 den Fiaschentrockner 1914 erworben.

rinnernd, sagte er noch 1966 (also zwei Jahre

inem Tode) in einem Gespräch mit dem proiten

 französischen Kunstkritiker Pierre Ca-.-:

 "Ich wollte ia eigentlich kein Kunstwerk darnachen.

 Der Ausdruck wReady-made- (zu

2h: Fertiges. Vorfabriziertes) tauchte erst im

1915 auf, als ich nach Amerika ging. Er interte

 mich erst als Wort, aber als ich ein Fahrad

 mit der Gabel nach unten auf einen Scheiontierte,

 dachte ich dabei weder an ein Reaide

 noch an irgend etwas anderes, ich wollte

ur so die Zeit vertreiben. Es gab keinen beiten

 Grund dafür, ich wollte es nicht ausstellen

1icht beschreiben. Nichts dergleichen .. ß

Menashe Kadishman inmitten seiner Schafe, (Ausschnitt)



Antonio Paradiso, Stier und mechanische Kuh, 1978

Alain Lestie. w-Herbe, caiuoux. boisw. 1975

Ulrich Rückriem. Ohne Titel. 1978

Mark Boyle, Studie mit Ziegelsteinen zur -Red Wall Series-,

 1976177

Roy Adzak, Sortiment-Schnitt von Früchten und Gemüse.

 1972-1977

11 P.A. Gette, Kieselsteine

o romwas m

1

selnden, sich ausdehnenden und verändern-Vereinharungsbegriffs

 kann Authentizität bis ZL

nem gewissen Grad durch die Erinnerung de

gewinnen, daß Leitbildvorstellungen und KUl

ideale sowohl bei den Künstlern als auch bei Ku

interessenten, Kunstkonsumenten tatsächlich

nem, im großen und historisch gesehen, ständi

Wandel unterliegen, daß der anerkannten Tecl

ken, Gattungen und der als nkunstwürdign erac

ten Gegenstände, insbesondere in den letzten

den Jahrhunderten. immer mehr wurden und

Rezipient. soweit einflußreich oder mindestens t

sam genug. bei alledem sein Wörtchen mitsprz

Die beiden weiter oben genannten Sachen von V

hol sind zwar sicher nicht Beispiele großer Ku

aber doch ebenfalls etwas von Menschenh

(wenn auch unter Zuhilfenahme technischer A;

rate) in ästhetischer Absicht Gemachtes. Die Gre

hin zur bloßen Reproduktion ist gefährlich I

Übereinstimmung zwischen Hersteller und we

stens einem Teil der Empfänger trat auch in die

Fall ein.

Eine Fülle von guter. hervorragender, ja zum

sogargroßerKunstversammeltdie1886 gegrüni

Hamburger Kunsthalle, die Werner Hofmann, ei

mals Direktor des Museums des 20. Jahrhunder
            
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