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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XXIII (1978 / Heft 160 und 161)

Notizen



Basel - Galerie Atrium

Schmuckobjekte und Öiblider, zwei Ausstellungen vom

21. 10.- 18. 11. 1978. Barbara Cartlidge, Gerda Fiockinger,

 Waily Gllbert, Wendy Ramshaw vermittelten Eirr

blicke in die Spielarten der gegenwärtigen Schmuckkunst.

 Cartlidge führt die Londoner Eiectrum Gailery,

bekannt für ihre Präsentationen zeitgenössischer

Schmuckkünstler. Die lnnsbruckerin Gerda Flocklnger

ist stark im Traditionellen verhaftet, geht eine interessante

 Synthese mit der Moderne ein.

Gundi Groh aus Wien und die Schweizerinnen Marianne

Gubler und Esther Gruber zeigten Ölbiider. Gubier, ausgebildete

 Fotografin, malt einen unperspektivischen

Utrillo, Gruber, Autodldaktln aus Basel, züchtet tropische

 Flora in lnterieurs mit breiter Vue auf südliche

Archlpele. (Groh siehe Düssel-Gaierie w. u.) - (Abb. 1)

DearbornIMich. - Habatat Galleries

Interessant wie sein Name, er heißt Klabunde, sind

seine Arbeiten in den traditionellen Ftadiertechniken

alter Meister. Von Bosch bis zu den Illustratoren des

19. Jahrhunderts inspiriert, kreiert er In Zwischenbe

reichen Phantasieflguren voller Sensibilität. Klabunde

ist auch Lehrender für Grafik-Art am Cooper UnionlN.Y.

Mark Peiser, Chikago, war gleichfalls vom 16. 9.-7. 10.

1978 mit Gläsern hier zu sehen. Seine eher konventionellen

 Schöpfungen reichert er mit Blumen, Gräsern

und Pfianzendarstellungen an. Giasgestaltung außerhalb

 gängiger Tendenzen, wenngleich in einzelnen Fällen

 originell.

Cieveiand - Museum ol Art

Unter vielen Aktivitäten die große Leihaussteilung nFolk

Traditions in Japanese Am. Aus 65 öffentlichen und privaten

 Kollektionen Japans, ohne solchen der USA, sind

erstmals über 250 Objekte des 14.-20. Jahrhunderts

gezeigt worden. Vor allem Keramiken, Textilien, Korbund

 Lackwaren, Holz und Spielzeug sowie Malerei,

Skulpturen und Drucke für populäre religiöse Unterweisung

 zur Frömmigkeit. Die Auswahl der Schau besorgten

 Victor und Takako Haugelwashington D. C. Objekte,

die der Nützlichkeit dienten, weisen sie jene angeborene,

 gestaitete Sensibilität auf, jene vorbildhafte Ästhetik,

 die bewußt oder unbewußt unter den Händen des

künstlerischen Menschen, der der Japaner eigentlich

ist, entstehen. Ein Katalog zur Geschichte der japanischen

 Voikskunst lag auf: 272 Seiten, reich illustriert.

Nach Cieveiand geht die Ausstellung in die Japan House

GallerylNew York City und in das Asian Art Museum!

San Francisco.

Düsseldorf - Hetjens Museum

Galerie Vömei, Galerie an der Düssel

i-Holzgebrannte Keramik aus Europa: vom 1.10.-12.11.

1978 im Deutschen Keramikmuseum. Entgegen allen

heutigen geübten Brandtechniken ist diese aitherge

brachte Technik das Hoizfeuers keineswegs unzeitgemäß

 oder veraltet. Besonders japanische Töpfer schätzen

 diese, weil sie nur so ihre Keramiken nach besonderer

 Vorstellung hersteiien können. Kriterien: Die unmittelbare

 Befachung des Objekts mit Feuer, der damit verbundene

 ungleichmäßige Hltzebefali des Objekts und,

sehr wichtig, der Aschenanflug, der die charakteristische

 Aschenglasur bedingt. Horst Kerstan und Wendelln

 Stahl, zwei bundesdeutsche Künstler der Gegenwart,

zeigten Ihre Objekte. Gleichzeitig eine Reihe von Aktivitäten

 rundum: nJapanlsche Keramik - Kunstwerke.

historischer Epochen und der Gegenwartu, dazu Filme,

Vorträge, Diavcrträge zu aktuellen Themen zu japanischer

 Kunst und japanischem Leben.

Galerie Vomel: im Sommer 1978 Landschaften und Stiliieben

 in Olkrelde von Gerhard Marcks. Menschenverias

sene Paysagen - sehr lyrisch - eines Bildhauers, der

immer von Bäumen und Wäldern träumt. Da er hierin

plastisch nicht beikommen kann, versucht er es auf

klassische Art. Unterstellt sich Delacroix' nCe n'est

qu'on se vulgarlsant, en devenant une industrie, que

I'art s'est subdivise, a son grand detrlment-i.

Galerie an der Düssel: Ludwig Schwarzer vom 4. 9. bis

25. 10. hier präsent. Schwarzer, Österreicher, nach realistischen,

 expressionistischen Perioden 1960 zu einem

eigenen Stil gelangt, vertritt kein Programm. Ausgefeiite

Maltechnik schafft lichte, ahnungsvolle Ftäume um Wesen,

 die von Lautloslgkelt umgeben sind. Eine Welt voll

dem Wunder poetischer Regungen und unwirklichkeitsbezogen,

 die den Betrachter mltbewegt.

Gundl Groh vom 23. 10. -1E. 11. 1978 ebenfalls hier zu

Gast. im September 1976 bereits hier präsent, hat die

Wienerin seither eine Reihe von Werken geschaffen, die

zur Gänze nun, 1978, hier zu sehen sind. ihre mit Puppen

 und puppenhaften Wesen durchsetzten Bilder voll

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tiefgründlger Symbolik, oft sarkastisch, gesellschaftskritisoh.

 Da ist die wBöse Brut-t, das "Sie will nicht die

Hand geben-t u. a. ä. Ein femininer Künstlerpinsei, der in

unserer so trockenen, wabgepaßtenu Weit das Emanzipatlve

 als Manie vergessen macht. (Abb. 2)

Frechen - Kunstverein e. V.

Eröffnung der 5. Internationalen Grafik-Biennaie am

15. 10. 1978 mit Ausstellung der Arbeiten der Preisträger

1975 im Kolpingsaal. Eine Veranstaltung unter der

Schirmherrschaft des Kultusmlnlsters von Nordrhein-Westfalen

 J. Girgensohn.

Hamburg - Museum für Kunst und

Gewerbe

nSt. Georg - Vorstadt und Vorurteilih, veranstaltet von

der Aussteiiungswerkstatt St. Georg zusammen mit dem

Museum und der Brinckmann Gesellschaft, wurde am

4. 10. 1978 eröffnet. Ein interessantes Thema um die

auch in Hamburg brennenden Fragen der besseren

Stadterhaitung, den slnngemäßen Schutz alter, historischer

 Stadtteile.

Heidelberg - Druckgrafik Biennaie

Heidelberg reiht sich ab nun zu den Städten, die Biennaien

 veranstalten. 1979, August-Oktober, hier die

1. Biennaie der Europäischen Druckgrafik. Zielsetzung:

Präsentation der gesamteuropäischen Kunstszene unter

dem Begriff wEuropäische Kunst- auf dem Gebiete der

Grafik. Veranstaitungsort der Universitätskomplex des

mittelalterlichen Marstallhofes in der Heidelberger Altstadt.

 Prominente Juroren aus ganz Europa und New

YorklUSA. Beteiligung, unter einem Sonderstatut. Nur

eingeladene Künstler (300) können teilnehmen. Daher

keine öffentliche Ausschreibung, sondern mit Formularen

 angeschriebene Künstler müssen bis 31. 1. 1979 zugesandte

 Formulare einreichen, bis 28. 2. 1979 ihre Werke

 einsenden. Ein Katalog ln Farbe, Deutsch und Englisch,

 wird aufliegen. Ab gleich Eröffnung eines Archivs

der Biennaie, in dem alle Materialien über zeitgenössische

 europäische Grafik gesammelt werden.

London - Thomas Gibson Fine Art Ltd

Henry Moores wFamiiy Groupii, 1945, in Bronze, präsentierte

 die Galiery diesen Sommer. Sie entstammt zuletzt

einer privaten Kollektion aus der Schweiz und ist

12,7 cm hoch. (Abb. 3)

Lyon - Musee des Beaux-Arts

Eisenstein hielt hier Einzug im hiesigen Palais Saint-Pierre

 mit einer llsuite de dessins-l. Der große Filmemacher,

 in einem Atemzug genannt mit nPEHZSTKYSUZOV

Poternkinn, als Zeichner. Sein Genie galt bisher nur selnen

 Filmen, die Epoche machten. Weniger bekannt,

auch in Frankreich, seine dessinatorlsche Begabung. In

Moskau gibt es mehr als 2000 Zeichnungen von Ihm. Mit

einer assortlerten Selektion begegnet uns Eisenstein aiso

 in eigenschdpferlscher Position recht vielschichtig.

Seine von Revolution betroffene Jugend schlägt sich

darin ebenso nieder, um über Theaterentwürfe, biblischen

 Themen, Plecen aus dem Zirkusleben bis zu

nfranzoslschena Zeichnungen einen reichen Bogen zu

spannen. Zu hoffen, daß Elsenstelns Desslns auch

sonstwo in Europa gezeigt werden können. (Abb. 4)

München - Bayerisches Nationaimuseum

Staatliches Museum für angewandte Kunst

Ein größeres Jubiläum beginnt man bereits 1979, also

früher, zu feiern, M25 Jahre Bayerisches Nationalmuseum

 - 1855- 1980-1. Zur angekündigten Ausstellung

 i-Tierplastik der Porzellan-Manufaktur Nymphenburg

 1905- 1920: kommen die Ausstellungen -Kleine

Möbel-i (15. 25.-16. 6. 1979) und wDie Welt als Uhr:

(15. 4. -30. 9. 1980).

im v-Angewandtenu eine ganz eigenwillige, Ihm angepaßte

 Präsentation, versuchte der Goldschmied Hubertus

von Skai mit wvon Skai 6 Räume 197801 in der Neuen

Sammlung vom 8. 9.- 29. 10. 1978. Die empfindlichen

Objekte Skals vertrugen keine größere Ansammlung von

Personen, daher keine Eroffnung. Der Goldschmied geht

mit diesen Intentionen von seiner eigentlichen Tätigkeit

aus, dieser subtllsten alles schöpferischen. Um die Unmittelbarkeit

 des Anschauens der Objekte zu verstärken,

 tut er ein Weiteres, Indem er die Besucher mit Flaumen

 von transparenten Wänden umschließt. Damit

schafft er die totale Enklave, die das reale sowie geistlge

 Raumerlebnis bedeutet.

NlzzalWien - Galerie Herzog

Endlich ein i-echteru Naiver, jubelte Galeriebesitzer Ludwig

 Herzog, als er Aiexis Mori, den malenden Briefträger

 aus Nizza, im Oktober 1978 zeigte. Ein herzerfrischender

 Fabulierer einer eigenen Traumwelt in selbstentwickelter

 Sculpto-peinture. in der Reihe der Naiven

eine Ausnahmeerscheinung, die immerhin als künstlerischen

 Podesf seinen wTreppauf-treppabw-Beruf mitbringt

und dadurch vermutlich erst aus dieser harten realen

Tätigkeit sich einen naiven Globus mit bunten Begebnlssen

 und Träumen anreichert.

Nürnberg - Germanisches Nationaimuseum

Galerie Sorko

Die Albrecht-Dürer-Geseiischaft widmete einem deutschen

 Expressionisten, dem jungen Hans Orlowski.

eine Ausstellung. Unbekannte Blätter einer DDFt-Privatsammlung

 von 1915- 1923 kamen ans Tageslicht.

Früh erkannte Künstierschaft von seiten eines glücklichen

 Sammlers, Zufail und Findergiück halfen mit, eine

Lücke zu schließen auf dem breiten Felde des Expressionismus.

 Somit leistete diese 10. Ausstellung der

Dürer-Gesellschaft, in ihrer Reihe Privatkoiiektionen zu

repräsentieren, wertvolle Schrittmacherdienste in dem

Bestreben, ein klareres, vollständigeres Bild der klassischen

 Moderne zu geben. Oriowski steht mit diesen

Blättern würdig mit in der Reihe und unter großen Vorbiidern.

 Stupende Beherrschung aller Techniken intus,

vermochte er die Nöte der Zeit, die Nöte der Seelen voiler

 Leidenschaftlichkeit, äußerst suggestiv darzulegen.

Eine starke Serie von Blättern, die nach einer Parisreise

des Künstlers jäh abriß. Wie sich aber erweist, einen

Gewinn in jeder Weise darstellt.

Die Galerie Sorko veranstaltete zum fünfjährigen Be

stand eine Ausstellung mit Katsushika Hokusais l-53

Stationen der Tokaido-tr in 56 Blättern. Der japanische

Altmeister, zweifellos einer der fleißigsten Künstler aller

Zeiten, starb betteiarm 1849. Nach einem Leben, das eine

 einzige große Misere scheint. Und doch schuf er eine

Unmenge von Zeichnungen, Bildern und Skizzen, so um

die 20.000. Als Knabe mit 6 Jahren begann er zu zeichnen,

 mit 14 zu einem Hoizschneider In die Lehre gehend,

 war er mit 1B bereits, 1774, Schüler des berühmten

 Ukiyoe-Maiers Shunsho. Volle 75 Jahre waren ihm

vergönnt, um dieses gewaltige Werk zu schaffen, es uns

zu hinterlassen. Hokusai hatte eine selten hohe Auffassung

 von Kunst. Mit 73 Jahren meinte er seibstbe

schränkend: "begreife ich teilweise Gestalt und den

Charakter der Vögel, Fische und Pflanzen-l - im Alter

von 80 wähnte er sich im Stadium weiteren Fortschrittes,

 vermeinte vorausschauend, mit 90 werde er erst in

das Wesen der Dinge eindringen, mit 100 Jahren einen

hohen Grad von Vollkommenheit erreichen und mit 110

Jahren, wenn er es erlebe, wwird alles, was ich schaffe,

jeder Punkt und jeder Strich leben"! Echte Bescheidenheit

 elnes Künstlers, der mit 89 Jahren starb. Was übertrieben

 scheint, ein geradezu unfaßbares Understate

ment, möchte man manchen jungen, sich selbst überschätzenden

 Künstlern tief einkritzeln. ist dies alles bei

Hokusai doch nichts anderes als echte Demut vor aller

Natur und Schöpfung. Diese Demut erst bewirkte den

hohen Grad seines Künstiertums.

Die Tckaido-Serie, von hervorragender Qualität, vermutlich

 Erstauflage, stammt aus der Sammlung Hayashi.

ihr zentrales Anliegen ist der Mensch, in seinen natürlichen

 Bewegungen und Begebnissen harmonisch in das

Bild der Landschaft gestellt, als Ganzes gibt die Folge

ein schillerndes Bild des Treibens auf dieser Straße des

alten Japan. Holzschnitte, aus denen der Einfluß auf De

gas, van Gogh, ToulouseLautrec, zum ganzen Jugendstil

 unschwer ablesbar ist.

Die Galerie Sorko hat mit der Präsentation einen wertvollen

 Beitrag im kulturellen Austausch zwischen Okzident

 und Orient geleistet. (Abb. 5, G)

Paris - Musee du Petit Palais

Am 14. Oktober 1976 die Vernissage der Ausstellung

Jresors des Rois de Danemark-, veranstaltet anläßlich

der offiziellen wVisite an Franceu S. M. der Königin Margaretha

 von Dänemark, S. A. R. Prinz Henri. Organisiert

wurde die Schau im Musee du Petit Palais de la Vilie de

Paris von der Regierung des Königreiches Dänemark zusammen

 mit i'Association Francaise d'Action Artistique

und der Stadt Paris. Erstmals ein reicher Einblick in die

Schätze des dänischen Königshauses hierorts. (Abb. 7)

Regensburg - Ostdeutsche Galerie

Seit 22 Jahren veranstaltet die wßstdeutsche- ihre

uSUÜBlSTIGGUISCTIGVi Künsiiertreffenu. Hochwiilkommane

Gelegenheit, einander zu begegnen und in der im Dialekt

 iiglelchenu Sprache miteinander zu reden. Lebhafte

Gespräche einer bereits festgefügten Gruppe bildender
            
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