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Volltext: Meister der modernen französischen Malerei

Wer aber die Malerei als eine ,,cosa mentale“ betrach 
tet, wer dem menschlichen Gedanken einen höheren 
Rang als dem bloßen Sonnenlicht zugesteht, weiß, daß 
die Kunst auch noch anderes, völlig Gegensätzliches 
auszudrücken fähig ist. Da ist es Gauguin, der eine den 
großen primitiven Stilen verwandte flächig-zweidimen 
sionale Kunst schafft, eine Kunst, die in ihrer Geistig 
keit und ihrer linearen Form außerordentliche sinn 
bildliche Ausdruckskraft besitzt. Und so wie Descartes 
die Philosophie von Grund auf neu begonnen hatte, 
fängt auch Cezann.e mit seiner Malerei wieder von 
vorn an, macht Schluß mit der ganzen Vergangenheit, 
geht mit seiner Kunst auf die Grundlagen und Quellen 
zurück. Zweifellos ist sein Genie umfassend genug, um 
auch Delacroix’ Lehre zu verstehen. So enthüllt er 
sich uns als ein bewundernswerter Kolorist. Doch 
liegt seine wahre Größe in der Kühnheit, mit der dem 
ordnenden Intellekt und dem schöpferischen Wollen in 
seinem Werke der unbedingte Vorzug gegeben ist. 
Stellen wir diesen beiden Namen van Gogh, Toulouse- 
Lautrec, Seurat, den heiligreinen Zöllner Rousseau an 
die Seite, so können wir die Weite des geistigen Feldes 
ermessen, das der Schauplatz der französischen Malerei 
in diesem Goldenen Zeitalter gewesen ist. So entfaltet 
sich auch die Fülle menschlicher Erscheinungen, die 
sie hervorgebracht hat, jede mit ihren eigenen Problemen 
und ihrem eigenen Schicksal. 
Aber die verschwenderische Natur macht auch hier 
noch nicht halt. Neue Revolutionen, die den Fauvis 
mus und den Kubismus bringen werden, bahnen sich an. 
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