1elangelo.Capella Medicea. Relief einer Sarkophagze
in der Neuen Sakristei derKirche von San Lorenzo,
enz
Jngen R9
dathias Winner, Pontormos Fresken in POggil) S Caiano, in:
rlftfurKunstgeschichte,541351972, Heft 3, und Gerhard B.
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nsymbclik und der Renaissance-Begriff, Zu Begriff und
'I der Renaissance. hrsg. von August Buck, Darmstadt 1969.
ultpold Dusaler, Die Zeichnungen des Michelangelo. Kritiaralog.
Berlin 1959. Kat. Nr. 153.
lt. Nr. so.
illen über den Totendienat finden sich zusammengestellt bei
v. Einem. Die Medicimadonna Micnelangelos, Vorträge der
ch-Wastfälischon Akademie der Wissenschaften. e 190.
1 1973. S. 26 N.
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scher Raum. Das wird nirgends deutlicher als dort.
wo sich im Bereich der kclossalen Pilasterordnung
das Verhältnis des Innen zum Außen in den Blendöffnungen
der Wand als ein Absolutwerden der
Raumgrenze konkretisiert. In Gestalt flach geschlossener
Nischen und Ädikulen sitzen diese Öffnungen
als blinde Fenster in den Fassaden. In achtfacher
Wiederholung besetzen die Portale die Ecktraveen.
Echte Türen und Scheintüren sind nicht zu
unterscheiden, die reale Funktion der Ein- und Ausgänge
verliert ihre Bedeutung. Der mundane Zweck
der Portale wird in der Wiederholung irreal; das
scheinbare Geöffnetsein des Raumes nach allen
Seiten schlägt in ein Erlebnis des Eingeschlossenseins
um, das zugleich ein Ausgeschlossensein ist.
Die Zugänge zur draußen liegenden Welt sind nur
noch Bilder oder funktionsleere Kunsttormen. Darin
liegt das Prinzip des Hermetischen. In der Hermetik
endet jedes Kontinuum, alles lnnen- und Außen-Verbindende
und Zueinander-Ordnende. Ein Raum
aber, in dem die Verbindung seines innen mit dem
Außen keine Gültigkeit mehr hat, besitzt in allen
Dingen, die er einschließt, Absolutheitscharakter.
Sie können nicht mehr vor dem Hintergrund mundaner
Ordnungen und Verhältnisse gesehen werden;
die Dinge sind nicht mehr mit Maßstäben zu
messen, die draußen, außerhalb dieser Hermetik liegen.
Das gilt für die beschriebene Form der Kompositordnung.
die eben nur innerhalb eines Raumes mit
solchen Eigenschaften möglich ist und sich damit
nicht dem Kontinuum der allgemeingültigen Normen
der architektonischen Ordnungssysteme eingliedert
- es ist sozusagen eine hermetische Architekturordnung;
und esgiltfürdieZeit, die gleichsam
abgeschnitten vom Zeitkontinuum abstirbt und neu
gestaltet wird.
In dieser Zwischenwelt wird der Besucher nicht nur
seines Ortsgefühles enthoben, er spürt zugleich,
daß hier kein gelassenes Verweilen möglich ist, er
wird sich, wenn nicht als Eindringling, so doch als
paradox empfinden, weil ihm die Basis für ein
raum-zeitliches Kontinuum entzogen ist.
Wenngleich die Kapelle schon bald nach Michelangelos
endgüitigem Fortgang nach Rom 1534 für Besucher
zugänglich wurde- Karl V. hat sie sich 1535
aufschließen lassen - ist sie doch kein Ort, der auf
Besucher Rücksicht nimmt oder mit ihnen rechnet.
Dies wird schon durch die ungewöhnliche Stellung
des Priesters hinter dem Altar angezeigt. Diese
nachweislich ursprüngliche Orientierung schließt
aus, daß sich zwischen dem Kultbild. der Madonna
an der Eingangswand gegenüber dem Altar und
dem Priester hinter dem Altar Zuschauer oder Besucher
befinden; sie können sich ebensowenig in dem
Chorraum aufhalten, der ohne eigenen Zugang und
überdies sehr klein ist. In ihrer kultischen Funktion i
wird die Kapelle also vollends hermetisch. Man
könnte die Neue Sakristei als eine i-summa medicea-i
bezeichnen und als ein "nach innen gewendetes
Denkmal-t, das seine Denkmalsfunktion nur innerhalb
der kultischen Hermetik erfüllt hat.
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