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Full text : Alte und Moderne Kunst XXV (1980 / Heft 168)


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nige Werke zeigen, die ebenfalls auf seine Entwürfe

 zurückgehen. Sie werden in chronologischer

Anordnung wiedergegeben.

Hier ist zunächst von einer fünfflammigen Girlandole

 (Abb. 19) aus vergoldetem Zinn zu sprechen

(Höhe 41 cm, Fuß Z 17,7 cm). Aus der Sammlung

G. Woeckel, München, stammend, befindet sich

das ausgezeichnete Werk heute im Badischen

Landesmuseum in Karlsruhe. Ein kleineres, F. Adler

 jedoch nur bedingt zuzuschreibendes Exemplar

 (Höhe 33,5 cm) ist im Gewerbemuseum Nürnberg

 (vgl. "Aufbruch zur modernen Kunstv - Ausstellung

 München 1958, Kat.-Nr. 613). Ausgeführt

wurden die Leuchter vom "Isis und Osirisll-Werk

Nürnberg, d.h. von der Firma W. Scherf u. Cie. in

Nürnberg. Dank einer zeitgenössischen Veröffentlichung

 in "Kunst und Handwerku, 52, 1901f02,

S. 118f. mit Abb. 1941195, weiß man, daß Friedrich

Adler den Entwurf zu dem erstgenannten Tischleuchter

 im Jahre 1901 schuf. Er gehört zweifellos

zu den besten Beleuchtungskörpern, die in der

Zeit des Jugendstils in Deutschland ausgeführt

wurden. Es ist deshalb G. Woeckel beizupflichten,



wenn er in dem Katalog zu seiner Sammlung (Kassel

 1968, Nr. 12) schrieb, daß gerade durch den

Tischleuchter ein sehr instruktives und qualitativ

überzeugendes Beispiel für die "schöpferische

Umstilisierung eines aus dem 18. Jahrhundert

stammenden französischen Vorbildes im Sinne

des Jugendstils deutscher Provenienzit gegeben

sei.

Von der gleichen Nürnberger Firma wurde ein in

Form eines Hufeisens ausgeführter Standspiegel

aus Zinn ausgeführt (37x30,5 cm). Er trägt rückwärts

 den Stempel "Osiris 785a. Das Stück (Abb.

Nr. 13) wie das folgende befinden sich im Münchener

 Kunsthandel (Dry von Zezschwitz).

Von sehr eleganter Form ist ein querovales Tablett

 (Abb. 14) aus Zinn (39,7 x 26,8 crn). Rings um

den Rand ist vegetabilisch stilisierter Dekor angebracht.

 Das Tablett ist mit "Osiris 604a gestempelt

(Kunst und Handwerk, 51, 1901, Abb. 20). Ein zweites

 Stück dieser Ausführung mit Stempel "Osiris

604" befindet sich im Landesmuseum Stuttgart

(lnv.-Nr. 1976-87). Es stammt ebenfalls ursprünglich

 von Dry von Zezschwitz, München.

Von ungewöhnlicher Form ist eine kleine Silberdose

 (13,3x 14,5 cm) (Bremen, Landesmuseum;

lnv.-Nr. 8121). Sie ist mit "A 051i bezeichnet, wurde

also im Jahre 1905 von Adler entworfen (Abb. 15).

Erworben wurde die Dose im Jahre 1906 "auf einer

Ausstellung in Nürnberg". Verglichen mit dem auf

dem Standspiegel und dem Zinntablett (beide:

1901) anzutreffenden Ornamentwerk, zeigt sich

bei der Bremer Silberdose eine ganz entschieden

reduzierte Form des Ornaments. Sie erinnert formal

 an Distelblätter, neigt aber zugleich zur Abstraktion.

 Hier zeigt sich ganz unverkennbar eine

enge Anlehnung an Formen, wie sie zu dieser Zeit

von Hermann Obrist in München entworfen wurden.

 Dies ist um so weniger erstaunlich, weil man

durch die oben mitgeteilte Vita von Friedrich Adler

zuverlässig weiß, daß er einige Jahre als Schüler

und später als Lehrer in den berühmten Lehr- und

Versuchsateliers von H. Obrist und W. v. Debschitz

 in München verbracht hatte.

Von einer ganz anderen Seite lernt man Adler

durch eine zierliche Halskette (um 1906) kennen

(New York, Privatbesitz). Sie ist aus Silber, hat einen

 kleinen Amethyst im Mittelstück sowie drei

kleine Perlen (Abb. 16). Auch bei dieser Ornamen-



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tik zeigt sich, wie bei den zuvor erwähnten

Stücken, wiederum stilistisch entscheidender Einfluß

 von H. Obrist. Ohne daß Ulrike von Hase in ihrem

 Buch "Schmuck in Deutschland und Österreich

 1895- 1gi4rr (München 1977, S. 75) diese

Schmuckstücke von F. Adler kannte, kam sie unabhängig

 von uns zur gleichen Ansicht; "Nachhaltig

 hat (zu erg.: H. Obrist) auf Friedrich Adler gewirkt.

 Auch er hat Knochen e oder knorpelhafte

Strukturen zum Ausgangspunkt seiner Schmuckstücke

 gemacht. Seine Ornamentik ist den Umrissen

 geometrischer Form angenähert, in sich oft

fein verästelt und abgerundet. Sie ist ohne die intensive

 Auseinandersetzungskraft und Spannung

der Obristschen Formen, aber doch im Sinne seiner

 Hinwendung zum Organischen gestaltete

In dem erwähnten Buch bildet Ulrike von Hase drei

Entwürfe für Gürtelschließen ab. Sie waren in den

Jahren 1898- 1900 von F. Adler gezeichnet worden

 (Kunst und Handwerk, 1900-1901, S. 22ff.,

Abb. s. 19).

Für die bisher unveröffentlichte schone Halskette

aus Silber mit Opalen (um 1906) (Privatbesitz Kali-



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