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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XXVI (1981 / Heft 174 und 175)

oei dem r-rigaer POKBI.

Pfianzenformen spielen in der Ornamentlk der

2. Hälfte des 17. Jahrhunderts eine große Rolle; so

existieren viele Ornamentstiche, die dies vorbereiten.

 Gesehen an diesen, zeigt die Umsetzung bei

unserem Pokal eine' besondere Meisterschaft.

Völlig in den Kreis der Groteske führt die Vogelkanne

 von Johann Manniich aus Augsburg

(Abb. 7). Obwohl der Deckel abhebbar ist und das

Gefäß auch zum Gießen verwendet werden konnte,

 iiegt die Bedeutung des Objektes ausschließlich

 in seiner dekorativen Wirkung. Die Kombination

 mehrerer Vögel und Phantasiedrachen miteiner

 Schnecke und einer Muschel am Fuß und am

kühn geschwungenen Henkel verleiht dem so sehr

abstrusen Gefäß eine wohlgeordnete Ausgewogenheit

 und Gleichgewicht. Das Überqueiien

grotesk-komischer Einfälle, die letzten Endes auf

die spielerischen Entwürfe des Wenzei Jamnitzer

zurückgehen, ist hier in einem Spitzenwerk in die

anfaßbare Metaliform übersetzt.

Als besonderer Höhepunkt manieristischer Tradition

 kann die große Vase von Nikolaus Ostertag

aus Augsburg vorn Ende des 17. Jahrhunderts geiten

 (Abb. 8). Die Gesamtform ist barock, die Verwendung

 wieder als Prunkgerät für die festliche

Tafel bestimmt. Die Henkeiiiguren entstammen

der Groteske. Doch die Bilder in den Ovalkartuschen

 führen die Tradition der Schule von Fontainebleau

 des 16. Jahrhunderts fort. Wieder ist eine

 Einheit geschaffen, meisterlich technisch

durchgeführt, die Tradition und Neues miteinander

 verbindet.

Von Wiener profaner Goldschmiedekunst dieser

Jahrhunderte ist bedauerlicherweise nicht viel

vorhanden. Die sechseckige Platte von Hans Mi-11



verwendet wurden, gibt es sehr viele durcl

und 17. Jahrhundert hindurch. Das Aug

Stück (Abb. 11) ist ein gutes Beispiel des

tretenen Typus. Der Henkel führt die q

Form weiter, die pflanzliche Dekoration er

dem Ende des 17. Jahrhunderts, die Ge

staltung ist die übliche; ein Gegenstand,

Dekoration und Gebrauch eine volle Eir

den.

Grundsätzlich ändert sich das System an

des 18. Jahrhunderts, denn die Benützbai

in dieser Zeit wieder in den Vordergrund

lich bleibt auch bei diesen Gefäßen die Ai

eine Gesamtdekoration eingefügt zu

Doch das wNur-Dekorativeti verschwindet

bivalenz wird ausgewogen. Dies unterstt

eine Änderung in der technischen Durch

alle Gegenstände des 17. Jahrhunderts

verhältnismäßig dünnem Material getei

des 18. Jahrhunderts dagegen sind sch

heißt, daB einerseits der Materialwert ste

wlrd einfach mehr und besseres Silber VI

-, andererseits auch die Benutzbarkeit

besser und sicherer garantiert wird, so

Kanne und die Schüssel von Schätfler a

burg aus dem Jahr 1710 (Abb. 14, 14a). Dil

sind gegenüber dem 17. Jahrhundert

Gleichmäßige Ornamente und glatte Fiä

wie klare und sichere Gesamtform bei"

die Objekte. Es besteht gar kein Zweifel i

tlgen Stücken, daB sie für den Gebrauch

wurden und benützbar waren. Eine leis

rung an Manierlsmus und Groteske bil

der Henkel der Kanne. Sonst aber ist

herrscht von der Sicherheit eines klar





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