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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 180 und 181)

tian Witt-Dörring

Sommerprälatur der

abtei St. Peter in Salzburg

Neugestaltung unter

Dominikus Hagenauer

0

utige Austeilung und Dekoration der zur Präla-'

 Erzabtei St. Peter gehörigen Räumlichkeiten

is auf geringfügige Veränderungen auf die Umase

 unter Abt Dominikus Hagenauer zurück.

umabfolge der Pralatur bilden sechs Haupträud

 eine Fleihe von Nebenraumen. die im ersten

des sogenannten Pralatur-Traktes gelegen sind.

rr Klosterpforte erreicht man über eine einläufiape

 den Vorsaal, der als einziger Flaum der Praaine

 Stuck- und Wanddekoration aus dem Ende

er Jahre des 18. Jahrhunderts beibehalten hat

mit nicht in die Neugestaltungsphase der 90er

einbezogen worden war. Durch den Vorsaal

t man in das Vorzimmer und danach in das

zzimmer. Von hier erschließt sich einerseits

ahnzimmer (Schlafzimmer) nach Osten und aneits

 das sogenannte rtNeue Zimmern mit dem

anverbau nach Süden. Vom Wohnzimmer künirdlich

 der Archivraum (Obergeschoß der ehen

 Pauluskapelle) und in südlicher Richtung die

iek sowie die ehemaligen Räume des Sekretärs

it werden.

intragung im Tagebuch des Abtes Dominikus

auer vom 22. Februar 1790 gibt Aufschluß über

nauen Baubeginn sowie über die näheren Umund

 Gründe, die zur Umgestaltung der Prälatur

: w. .. Eben heut habe ich angefangen die Abtey

1 anderen Form zu bringen, und mir durch Herg

 eines neuen Zimmers, einer Bibliothek. eines

rchives ober dem Kirchenportal. Übersetzung

uskapelle von dem Erker, welcher in eine Altaverwandelt

 worden, gegen und unter dern

eine bessere und komodere Wohnung zu verrn.

 Eben so wird auch im Schlafzimmer eine

a Gleichheit und besonders eine mögliche Siit

 vom Feuer hergestellt. eine Wand vor dem

und die Stiege hinter dieser welche in das Zimer

 dem Archive führt, waren nur vom Holz, aneser

 ist eine Ziegelmauer und eine steinerne

aufzuführen. Das übrige kann aus dern alten

JenRiße (Abb. 2. 3) ersehen werden. Auch im

ar sogenannten Audienz zimmer ist der ganze

den neu zu machen, weil der Dopplboden um

Schuh eingesessen ist, indem er den ganzen

ihl tragen mußteß

schlußdatum der Umbauarbeiten beziehungsler

 Umfang der Neugestaltung der Prälaturräuebenfalls

 aus einer Tagebuchnotiz (Dezember

les Abtes Dominikus Hagenauer zu ersehen:

Hauskapelle welche in dem kleinen Erker ober

sterpforte war, hatte drey große Fenster, folg-Winter

 unausstehlich kalt. und im Sommer unich

 warm. Außer dem großen Zimmer gegen

:he zu waren nichts den zween Gange und ein

r Winkel, erstere waren von oben bis unten mit

rschlageri. in welchen Schrifts und Akten ohne

g zusammengeworfen waren. Letzterer der

tte von der Holzlege des Sekretairs erhielt.

sehr finster war. mußte die Bücher eines Prasich

 halten, und diente zugleich dem Sekretair

itritt, daher es immer dehmte, und übel roch.

einerseits die Gefahr, andererseits die vorge-1

 Verbesserung der Abtey den Bau einriethen.

ich den 22. Februar an. und vollendete die

ach den 30 July. wo ich die Abtey wieder bezole.

 Es wurde also unter dieser Zeit istlich ein

iues Zimmer gegen die Kirche zu hergerichtet.

iellen vom Aerker in die Thurm Mauer hingeer

 Aerker abgetragen und eine Althane aufge-2tens

 ober den Eingang in die Kirche ein 2tes Archiv

zubereitet.

Stens die Abtey Bibliothek neu aufgeführt und mit

Kasten versehen.

4tens im Schlafzimmer die Wand gegen dem Archive

(das weitere bereits in erster Tagebuchnotiz erwähnt)

 ein neuer Fußdiplboden gelegt. und die Gelegenheit

 im Zimmer Meß zu hören verschafft.

Stens im großen Zimmer der ganze obere Boden neu

hergestellt, und im diesen wie in den übrigen neue

Ftohrböden geleget.

ötens ober dem Archive wo die Bedienten wohnten

das Zimmer zu einem Naturalien Kabinet hergerichtet

und mit Kasten und anderen Erfordernissen versehen.

7tens endlich in das Zimmer außer dem Saal ein Ofen

wo ehevor keiner war gesetzt, damit da 2 Bediente

schlaffen können, für den Kammerdiener aber wurde

im Vorzimmer ein Gelegenheit zum Schlafen herge-



1 Abt Dominikus Hagenauer; Kupferstich von Cl. Kohl, 1791

Für das Zustandekommen dieses Artikels habe lCh Helm oi Adolf

Hahnl rhelnen besonderen Dank zu sagen. ohne eeine Unterstützung

und wissenschaftlichen Vorarbeiten waie dies nicht rneeiicn gewesen.

Anmerkungen 1-7

l Hahnl, Adolf Studien zu Wolfgang Hagenauer. Dlss., Salzburg, 1969,

S 212.

iHahnl, a a. 0.: S. 215.

'Sfiftsarchlv St. Peter: HSA 863 vAusgaberi auf die 1790 unternommene

 Herstellung der Abtey und beygeschaften Eihrichtungeni.

"HSA 863, fol. 122 lDerrl hOChfürStllCrlen Holbauverwaltsr Wolfgang

Hagenauer machte ich für alle gemachte Risse, und für die lleisslg

geführte Direktion ein Regal mit 20 Dukaten a 5120 X1

QHSA 863, fol. lOl. Nr. 2l.

'HSA 863, fol. 97, Nr. 20. vMehr 2 Okh Kasten gemacht von nußbaumen

 holz ietem mit 2 diren und in Einen 4 Schublaten darin.-1

 HSA 86a. fol 91. Nr. 20' -Mehr auch einen böllglarltl gemacht von

nußbaumen holl vor die gesimbser aber von gantzsn holz überstachen

 isi vor dieses mit samt der Piuridten Verschaltung. . .-HsA

 esa, lol es. Nr 16' Der Bildhauer Franz Hltxl verrechnet am

11. Juni wen: -Aui Anschaffung des H. Hehl Tlschiar Meister auf eih

gesimos die ÜXBVIBUQ wie ein iürber generig und den siab rriit aierieih

und 2 Roseieri. . .ii

HSA 851ml. 127, Nr 25. Rechnung des Hoivergoldars Johann Palim.

richtet. Dieser wichtige Bau also nebst allen

und vlelen Einrichtungen ist vermog besondere

nung  zusam gekommen auf 6785 fl 12 x 1

Diese im Tagebuch erwähnte ribesondere Flec

hat sich neben den Umbauplänen. einigen De

nen für Wandabwicklungen und Zeichnungen

richtungsgegenstande im Stiftsarchiv erhalte

ihrer Hilfe ist es möglich. das ursprüngliche Au

der Prälaturraumlichkeiten bis zu einem ge

Grade zu rekonstruieren. Es gelingt hingeger

den originalen Möblierungszustand nachzuvoll

da keine lnventarbücher erhalten sind und die

rechnungen nur in den seltensten Fällen aui

Standort der neu erworbenen Möbel angeben.

Die Pläne zur Umgestaltung der Pralatur S0l

Entwürfe zu einem Teil der Inneneinrichtung stz

von dem Architekten Wolfgang Hagenauer!

Autorenschaft für die mobile Einrichtung und d:

ve Ausstattung ist nur insoweit gesichert, als

Zeichnungen von seiner Hand vorhanden sir

den Großteil der in den Rechnungen erwähnti

belstücke gibt es aber leider keine Entwurfszei

gen von Hagenauer. so daß keine endgültige l

heit über den Ursprung des Entwurfes besteht.

doch bei der Neugestaltung der Innenraums

Zeitgeschmack entsprechend, auf eine größtmt

dekorative Einheit Bedacht genommen wurde

angenommen werden, daß auch im Bereich dei

len Ausstattung Hagenauers Entwürfe Vorbild '

Die ausschließlich von den entsprechenden Ha

kern abgerechneten Einrichtungsgegenstände

keinen Aufschluü über den Ursprung des Entw

Der in seinem ursprünglichen Zustand noch an

testen rekonstruierbare Raum der Pralatur i

Schlafzimmer. Ein Grund- und Aufriß der Südwa

Schlafzimmers (Abb. 6) zeigt uns die noch heute

tenen beiden Eckkasten. zwei Doppelflügeltürt

die Position des Bettes in der Wandmitte. Die lir

re führt in die neu erbaute Bibliothek. wahre

rechte den bereits vor dem Umbau vorhanden

tritt verbirgt. Die auf der Wandabwicklung au:

nenden Supraporten im altmodischen Laut:

Bandlwerk-Ornament sind heute nicht mehr v

den. Sie wurden entweder bereits während de

baus ihres veralteten Stiles wegen oder aber

späterer Zeit entfernt. Die auf dem Aufriß mode

gezeichneten rechteckigen Türfüllungen sind

gen nicht zur Ausführung gelangt. Wie eine Ftec

des bürgerlichen Tischlermeisters Franz Ftödl

irseint die 4 alte diren und vergleitung wiedter

macht wordten und diese  auß gebessert wi

und wiedter ballirtrii. Der rechte der beiden aui

Franz Rodl verfertigten Eckkästen' ist begehbi

ermöglicht die im Tagebuch bereits erwähnte

genheit im Zimmer Meß zu hören-i. Er verbirgt n:

eine Wandöffnung. die den Blick durch das

Zimmer-i auf den Kapellenverbau frei gibt. Die wl

re Gleichheit", womit höchstwahrscheinlich die

metrie gemeint ist. wird durch ein Pendant des l

stens neben der Bibliothekstür erreicht. Die SDl

im Zuge des Umbaus ausgesparte Nische i

Wandmitte nimmt ein Nischenbett mit Baldachi

das nicht mehr vorhanden ist. Das Kranzgesirr

Baldachins war, der Farbgebung der übrigen Zii

einrichtung entsprechend. aus Nußbaumhol

iwGlanzfimiß gelaßtiü. Diese Farbzusammenst

ist eigenartig altmodisch und weist eher zurück

Zeit vor 1750. Einzig die neue Bibliothek war dei

dernen Geschmack entsprechend in Weiß gehe

Die Nordwand des Schlafzimmers weist aucl-Doppeltüren

 auf; wobei die Türe bei der Fenstei

in das Archiv führte. Bevor man jedoch das Arci

treten kann, befindet man sich in einer Art geta

Schrankraum, dessen Wände in Trompe-Foeil-fi.

mit Archivalien bemalt sind (Abb. 10). Das scl

Wandstück zwischen Türe und Fenster ist mit i

seichten Bücherkasten verstellt. dessen Oberflä

dekoratiorl von zwei an der Westwand (zum Aui

zimmer zu) aufgestellten Kasten übernornmt
            
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