Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 182)

Österreichischen Galerie)"

Mitdem Belvedere stand Friedl schon am Beginn seiner

Tätigkeit als Bildhauer in Verbindung. 1878 muß er sein

Atelier in einer Hütte des Bauhots des Oberen Belvedere

 räumen. Am 14. Juli 1898 schließt ergemäß des Hofbaucomites

 Nr. 25497 folgendes Akkord-Protokoll:

abgeschlossen zwischen dem Hof: Bau : Comite

einerseits und Herrn Theodor Friedl, academ. Bildhauer

in Wien. anderseits, wie folgt: Nach einem vom Hof:

Bau : Comite in der299. Sitzung am 7. Juni 1898 gefaßten

 Beschlußwird mit Herrn Theodor Friedl in Annahme

seines Offertes de präs. 6. Juni 1898 die Ausführung

zweier Nischenfiguren sowie von 4 Kindergruppen als

Larnpenträger fürdas Stiegenhaus des k. k. Schlosses

Belvedere übertragen.

Herr Theodor Friedl übernimmt diese auf 9800 fl bezifferten

 Arbeiten und Lieferungen und verpflichtet sich zu

deren Ausführung in Gemäßheit der beigehefteten Dokumente,

 nämlich

a) der allgemeinen Bedingnisse

b) der speziellen Bedingnisse

c) der Ausmaß- und Preistabelleßr

riAusmaß- oder Preistabelle

I. 2 Nischenfiguren mit Putti oder Thiergestalt,

2 m hoch, Darstellungen aus der Mythologie

in Medolino oder Savoniere-Stein inclusive der

H

 

Modelle in halber Größe 5,600 fl

ll. 4 Kindergruppen auf den Sockeln des

Treppengelanders, 1 m hoch in  (unlesbar) 4.200 fl

9,800 fl

Sämtliche Preise ohne Steinerr

Kurz daraufwird vom Hofbaucomite (Nr. 25501 ) ein Entwurf

 für eine annehmende Antwort an Theodor Friedl,

Wien lV., Weyringergasse 31, ausgearbeitet. in der Sitzung

 wurde Ausführung in Savoniere beschlossen, Ministerialrat

 Försterwünscht Medolino-Steine (in Friedls

Voranschlag steht beides). Diese Arbeiten wurden am

26

Ende derneunzigerJahretatsächlichausgefuhrt, die Figuren

 standen beim Tode des Künstlers in dessen Atelier.

 im Stiegenhaus des Belvedere paßten sie sich der

barocken Architektur bestens an." Leider sind nur die

Kindergruppen als Lampenträger an Ort und Stelle verblieben.



Am 21. Jänner 1899 legte Friedl dem Holbaucomite

auch einen Kostenvoranschlag über Restaurierung von

zwei Kindergruppen vor (Nr. 26072). er verlangte dafür

400 ll. Den Auftrag erhielt aber Karl Sterrer. der dafür

nur 250 fl verlangte.

Der Maler und Bildhauer Josef Engelhart schildert das

Auftreten Friedls und die Wirkung dieser hervorragenden

 Persönlichkeit in seinen Lebenserinnerungen."

Leider kam es nicht zu dem geplanten großen Porträt

des Bildhauers in der malerischen Werkstatt. iiBarock

war sein Talent. barock seine Erscheinung. barock seine

 Lebensweise und seine Anschauungen, Er lebte

nicht in der Gegenwart, und die Zeit zerrann ihm zwischen

 den Fingern. Daran zerbrach er, und so kommt

es, daß erWien nurdie beiden prachtvollen Hossebandiger

 geschenkt hatnr

Am 16. Dezember 1878 stellten die Bildhauer Costenoble

 und Klam den Antrag aufAufnahme Theodor Friedls

alsKünstlerhausmitglied,siezogen ihn aberohneAngabe

 von Gründen zurück. In derChronikdes Künstlerhauses

 wird aber sein Tod - gleich zweimal - verzeichnet:

 Einmal zu dem unausrottbaren Slerbedatum

189932, das zweite Mal zu dem richtigen Todestag am

5. September 1900.33 Hören wir den Zeitungsnachruf

(Neue Freie Presse Nr. 12946 vorn 7. September 1900):

iiln dem kleinen Orte Kirchau an der Aspangbahn ist gestern

 der BildhauerTheodor Friedl gestorben, Er war ein

ungemein fleißiger und geschickter Künstler und hat

zahlreiche treffliche Werke zur Ausschmückung der

monumentalen Bauten Wiens geliefert. Zu seinen gelungensten

 Arbeiten gehören die beiden Pterdebändi-8

 Theodor Friedl. einerderbeiden Rossebandigedan der Seite

zum Wiener Messepaiast) vor der langgesireckten Fassade

des Naturhistorischen Museums in Wien

Anmerkungen 29 - 34

" Abb, 165 bei Krause, Plastik Follak, Fernkorn, S 47, nennt arn Schluß

des Verzeichnisses der monumentalen Erzgusse der k k Kuristerzgießerei

 Zwei Kandelaber von Theodor Friedl iur Direktor Bauer. Wien

(Villa Taussig), 1895

" GertrudeAureriharnrnerßeschichte des Beivederesseit dem Todedes

Prinzen Eugen, irl. Mitteilungen derÖsterreicnisohen Galerie 13. 1969.

Nr 57, S 99, und Anm. 375 aufS. 170 Eine Abbildung des Siiegenriausesmildenlruherdortaufgesteiltenweibiichen

 Figuren beiBrunoGrirn-SChitZ.

 Das Belvedere in Wien (Wolrrumbucner 2), Wien 1946, Abb 31

und Text S. 36

" Josef Engelnan. Ein Wiener Maler erzählt Mein Leben und meine Modelle,

 Wien 1943, S 116-119 im Abschnitt riein bacchanilscher

Bildhauer.

51 Thierne-Becker, Pocn-Kalous, Krause usw , auch Karl Ginhart, Wiener

kunstgescriicrire. wieri 194a, s. 224 ir a Das iicriiige Todesdaium in

der nach meinen Unterlagen erstellten Biographie im Osterreichiscncn

Eiogranhischen Lexikon i,s 363 (13 Februar m42 DiS s Seuterriber

1900

M niiarrti Schmidt. Das Wiener Kunstlerhaus EINE Chronik iosi-issi,

Wien195LS 147.GGlT13ßSCt1reIbef1d9Sr k Piairamis kircriau. Post

Wartn, NO„ vom 27 Mai m49 war Tri. Friedl mehrere Jahre niridurcri

zur Sommerfrische in Kirchau, wo ein Verwandter (Anton Kalscnlnka,

Y 1905) wohnhaft war. Als Todesursache wird in't dortigen Sterbebuch

(tom C, lol 5) angegeben Lurigenodem irifoige Scriiagrlusses.

" A.Pl-r (wie Anm, B), S 274 Uber die Enlhullung des Grabdenkmals tur

Theodor Friedl siehe Neues Wiener Journal vorn 24. Juni i937.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.