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MAK

Full text : Alte und Moderne Kunst XXVII (1982 / Heft 183)

acrum. Heft 19. Umschlag. Entwurf: Koloman Moser

)

Wagner, sog. WMGIDIIKGTIGUSK. Wohnhaus. Wien Vl..

Wienzeile, 1898199

rh Maria Olbrich. Die Wiener Secession. Kreidezeich-1898



rh MariaOlbrichAnsichtderwienerSecession mit Kuplekorelementen

 und Devise. 1898



-ot.BRiCr-t-Jngen

 6 - 12

iann-JostHerrnarid.Stiikunstum1900,Fischer1977,p.440lf,

bei n. Schmulzier, an Nduveau-Jugeridstli, Stuttgart 1977,

r Hufmanri. Vclh der Nachahmung Zur Wirklichkeit, Köln 1974,

ltllSr Dp. cit., a. 17a.

rin op. cit.

nn dp. clt

otny, Der Maler Anton Fiornako, Wien 1954, m. 242

"Großen Abstraktionu und der r-Großen Ftealistiku (nach

Kandinskyhindet. Das Kunstwollen des schöpferischen

Menschen findet innerhalb dieser Bandbreite seine

Möglichkeiten. Zu verschiedenen Zeiten wurden verschiedene

 Gewichte gesetzt. Vergröbernd läßt die Flomanik

 dem abstrakten Kunstwolien mehr Platz und ist

der Impressionismus der Höhepunkt des "nachahmendenk

 Kunstwollens. Zu ganz wenigen Sternstunden -

die Zeit zählt die italienische Hochrenaissance dazu -

komme es zur t-Synthesea. zur gleichgewichtigen Ausformung

 beiderRichtungen. Dieses dualistische Prinzip

mag als Ergebnis positivistischer Grundvorstellungen

gelten, als der nachhegelianische, neopositivistische

Versuch, den Schöpfungsdrang des Menschen 7 fern

aller herkömmlichen Beurteilungskriterien - in seiner

Gesamtheit nwissenschaftlichrr in den Grill zu bekommen.



Es handelt sich bei diesem Prinzip nicht um eine neue

Ästhetik oder Kunsttheorie. sondern um eine neue und

wertlreie Methode, die dem Umstand Rechnung trägt,

daß gerade im Bereich der Kunst sich vieles einer rationalen

 Erklärung entzieht. Bei Geltenlassen dieses dualistischen

 Prinzips des Kunstschatfens wird nicht gewertet,

 nicht beurteilt, sondern der Rahmen abgesteckt, die

Antipoden aufgezeigt. ein Koordinatensystem erstellt.

Es ergibt sich erstmalig in der Geschichte die Möglichkeit,

 zeitbedingte Beurteilungskriterien wenigstens ansatzweise

 auszuschließen, Deduktiv organisiert hält

sich dieses Prinzip an die Erscheinungsformen. Es bietet

 keine Qualitätskriterien, die ja epochenabhängig

sind, und es urteilt nicht, sondern es zeigt uns nur die

Bühne und die darauf grundsätzlich vorhandenen Möglichkeiten

 des Kunstschalfens. Das Grunddilemma der

wissenschaftlichen Kunstbetrachtung - und die Zeit

strebte,trotzalleruRomantismenrr, nach Obiektivierung

dieses Kunstschaffens -, also das ))Ul'übeil( der Kunstgeschichte,

 die direkt proportional anwachsende

Vergröberung auf dem kunsthistorischen Wege des

Fühlens-Denkens-Formulierens-Katalogisierens. wird

durch den Glauben (und durch die Anwendung) an dieses

 dualistische Prinzip(s) weitgehend eliminiert.

VI.

Die wesentliche Erscheinungsform dieses Dualismus

sehen wir in der Gleichzeitigkeit werschiedener

Realitätsebenenrr". In seinem entscheidenden Buch

nV0r1 der Nachahmung zur Wirklichkeitu hat Werner

Hofmann u. a. gerade diese Koexistenz verschiedener

FlealitätsebenenalsimmanenteQualitätderuschöpferi-



schen Befreiung der Kunst von 1890 bis 1917:: i

gearbeitet, Sie ist ihm sowohl inhaltliche (Z. B. bi

guin) als auch formale Qualität (Loos, Kubisten

Wir selbst haben weiter oben auf Frühformen hin

sen (O. Wagner, Olbrich) und möchten an diese

nicht versäumen. das Augenmerk auf zwei öste

sche Malerdes Historismuszu lenken. die. jeder.

neArt, als WegbereiterdieserGleichzeitigkeitve

dener Realitätsebenen, als Ausdruck dieses d

schen Prinzips, gelten können. Nämlich auf Ha

kart und auf den noch immer unterschätzten An

mako. Beide beweisen uns, daß der -vor wenigi

ren noch als rizwiespältigu (Pötschner) empfund

Dualismus ansatzweise schon ab etwa der Mi

zweiten Jahrhunderthälfte anzutreffen ist. Beic

kart wie Flomako (und wir beschränken uns hier .

mako), bevorzugen abAnfang der70erJahre eine

bruch als Kunstkniffrr. Detailreiche, jafast akader

Malerei wird umgeben von breit hingesetzten,

risch empfundenen vAndeutungenri. Eines der

tendsten Porträts Romakos, das der Gräfin Kuefi

mag uns ZeugedieserQualität sein. Die präziseV

gabe des Antlitzes. die Feinheit des schimmr

Haares, der üppige Luxusdersiebenfachen Perle

- alles klar und deutlich bestimmt -wird einer)

lostenu Umgebung eingesetzt. Der weiße Tülls

hüllt, die körperliche Konstruktion vernebelnd, d

gestellte ein; dervon hellen und dunklen Flecker

dete, durch einige wenige Blätter als Buschwe

rakterisierte Hintergrund. hinterfängt folienh:

Halbfigur. Das im rechten unteren Eck aufsche

Rosenbouquet ist wieder mit vergleichsweisert

igkeit ausgeführt. Als fast artifizielles Gärtner-(i

mit Menschen-)produktverdienteseine ähnlich;

Behandlung wie das Antlitz der Gräfin. ln den 7C

80erJahren läßt sich dieser irFormenbruchr im i

beiden Malern, bei Ftomako wie bei Makart, imm

derfeststellen. Die Spannung zwischen fast total

lösung und großtmöglicherwFeinmalereiw wird m

ausgekostet.

im österreichischen Symbolismus der 90er Jah

es noch zu entdecken gibt, ist dieses wdualistiscl

ziprr schon häufig anzutreffen; und wiedieser(Syr

rnus)gla1twegs in den rHeiligen Ffüiliingrr derl

Sezession einmündet, wird es - wie in derArcr

Rauch inder Malerei zum Allgemeingut, freilich

tert und durch die Übernahme von Einflüssen de

europäischen Moderne präzisiert. Größtmöglic

turwahrheit wird größtmöglicher Naturferne i
            
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