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Full text : Alte und Moderne Kunst XVIII (1973 / Heft 130 und 131)

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Annie Finch, oei Herbsi

uvngnwn Kunisuda, Die Kiiiiieene mii der Lampe

Gusluv Kliml, Fredeviku seei

AUbVEy Beardsley, Virgiliüi

Kuniyoshi, senniiepielei

Pieiie Bonnurd, Ffdll mii Regenschirm

Hokusai, Der Schauspieler Arushi-Rikan (O-Dun)

Edwmd VUillClfd, Murlhe Mellol

Toyokuni, Frauen beim Frisieren

Edgar Deacs, Sich das Haar kämmende Frauen

Hckusui, eichnung neen eieiiendei Japanerin

Emil Ovlik, Pinselzeichnung nach sfehender Japanerin

arke Differenzierung. Anregungen dafür werden

en iapanisdien Ferbnelrseliniil vermillell, dber nicht

ser, sondern die zahlreichen Anleilungsbüdler chineund

 iapanischer Herkunft haben den europäischen

'n Hinweise vermilleli. Wichtig ist das Werk Manga

kusai. In Japan war es über die Jahrhunderte übtreme

 Bewegungsabläufe auszuführen, die oft Teil

zr Handlungen waren. Ein widlliges Beispiel ist das

ein Ritualkalrlpf, der über das allgemein verbindewegungspoteniial

 hinausgeht Die Suma-Kömpler

der Lage, weiträumige Bewegungen, aber dudi

konsequente und kurlfristige Handlungsabläufe zu

ren, die vorn Dramatiscllen xum Funktionalen, ieieln

 bis Ium Skurrilen der iewelligen Bewegungsarl

können, In Manga von Hakusai isl deuilidl zu erwie

 er als ein Systamaliker der Bewegung ans

leht, indem er die vertikale und horizontale Bewe-J

 trennen weiß oder aber sie miteinander zu einer

bewegung verbindet. Diese Äußerung isl wielirie, da

die japanische Linienlührung gewissen ornamentalen Voraussellungen

 unlerliegt. Deullidi ist 1u unterscheiden zwischen

 gewissen Roiatlonsbewegungen in den Werken von

Hokusai, die er in fein gesluften Differenxierungen als Gegenbewegung

 und Seilenbewegung aufzufassen vermag.

Das Weiterausgreilen der Figuren ist sinnfElllig, ebenso

die minimale Geste, Burleske Situationen werden gesucht,

und das Abgleiten zur Karrikatur ist niclll weit entfernt,

ndrnil erhält iede Bewegungsphase ihren typischen Höhepunkt.

 Diese Auffassung halle die europäischen Maler um

so mehr beeindruckt, da diese den starren Gestus der Repräsentation

 gleichsam als Einheitsbewegung, vor allen

Dingen hervorgerufen durch das Manarcllenportröl, bevorzugt

 halten. Die kodilixierte Einheilsbewegung als Elilä

hallung im Bildnis führte xu einem starren Wiederholungsxwang.

 Es lassen sich deshalb vor allen Dingen in der

Gegenüberstellung mit iapanischen Farbholzschnilien Analogien

 und direkte Übernahmen der Bewegungsenergiun

und verliullensrerrnen aus der ldeenisdien und chinesischen



Kunsi nachweisen. Die sich kämmende Frau ist ein bekanntes

 rliernd, das in der Ukiyo-e-Kunsl wiederholt dargestellt

wurde.

Harunobu, uldnrdre, Hekusai und die Ulagawa-Sdlule haben

 sie immer wieder umschrieben und bewegungsreidl umgewandell,

 needs Qdl) die Frau, die in ihr langes Haar

greift, um es 1u kämmen, ebenso oft wieder, dabei badiente

 er sidi des iapdrllsthen Vorbildes (Abb. 7a. Der hier

vorliegende Vergleich zeigt einen iupdnisdien pülmeister

(Abb. 77) uni 1860, der enlsprechend dem Vorbild von

Hclrunobu bis Hakusai den Vorgang erzöhlend sdlildert, ein

Beispiel, wie lange die traditionellen Bewegungs- und Hallunesrdrrnen

 überliefert wurden. Emil Orlik, einer der grüßlen

 dslerreielrisdien Graphiker um lvoo, sah seine Be egnung

 mit dem iapanisrhen Farhhalzsdlnitl in der dire tun

Überprüfung der ieednisdsen redi en. zweilelsenne lldl

er dabei auch von Hokusai enlsdleldende Anregungen erhalten,

 die hier in der Gegenüberstellung von zwei Blüttern

 (Abb. 19, so) bewiesen werden.

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