iister MZ, Festsaal. Kupferstich, deutsch, dat. 1500.
IIAK, K.l. 6190
raham Bosse, i-VISVS LA VEVEa, Allegorie des Geihtssinnes,
des Blickes. Kupferstich, um 1640.
NAK, K.l. 2561
"iier notierten Gedanken entstanden während
Vorarbeiten zu einer Ausstellung für Kinder,
Ende 1981 im Österreichischen Museum für
zwandte Kunst in Wien stattfinden soll. iiKleinachen
Leute-i ist ein vielschichtiges Thema,
die unterschiedlichsten Aspekte des Lebens
hrt und damit für Kinder von spezifischem Insse
sein kann. Die Ausstellung soll nämlich
t Kostüme im Wandel der Zeit und ihre modi-H1
Veränderungen zeigen; sie dokumentiert
iehr die allgemeinen kulturhistorischen Hin-'ünde
der Bekleidung der Menschen in für Kinrezipierbarer
Form. "Warum bekleiden wir
m, "Woher kommt Kleidung?" oder "Warum
es unterschiedliche Kleidungihr sind z.B. Fradie
die Ausstellung behandelt, "Kleidung als
itz, als Schmuck sowie als Standessymbolu
Themen. Historische Objekte aus dem Mun
werden mit der aktuellen Umgebung und mit
ldeenwelt der Kinder konfrontiert. Das Kind
I so seine eigenen Kleidungsstücke mit denen
irer Zeiten, anderer Völker oder anderer Interngruppen
vergleichen. Da eine Ausstellung
.inder nur sehr konkrete Beispiele zeigen kann
chzeitspaar. Fotografie, Atelier Triebel, Wien, Ende
Jahrhundert. OMAK, K.l. 0. Nr.
ser Franz Josef, Kaiserin Elisabeth und die neugeene
Erzherzogin Sophie. Biskuitgruppe auf glasier-1
Sockel. Wiener Porzellan, um 1855. OMAK, Ke
[7
ar in Wanderkleidung. Fotografie, Atelier Victor Aner,
"Wien und lschl, handschriftlich datiert 12. 8.
i6. OMAK, K.l. 10348
ifano delta Bella: Neger in orientalischer Tracht zu
rd. Radierung aus einer Folge von 1; "Cavaliers nes,
polonais et hongroisu, um 1551. OMAK, K.l. 3594
ncesco Villamena: Schweizergardist. Kupferstich,
n, dat. 1613. OMAK, K.l.1681
srkung 1
ellar: Die Leute von Seldwyla. an. ll, Stuttgart-Berlin 1912,
f.
und an einen Katalog nicht gedacht ist, bieten diese
Zeilen Gelegenheit, den gedanklichen Hintergrund
vorher einmal zusammenfassend zu formulieren.
Gottfried Kellers Erzählung iiKleider machen Leuteu
aus dem Novellenzyklus "Die Leute von Seidwylatr,
1874 erschienen, gibt mit der Geschichte
des Schneidergesellen Wenzel Strapinsky ein anschauliches
Beispiel für die iiPraxis-i des Sprichwortes:
Straplnsky ist in seinem schwarzen Sonntagsgewand,
das er täglich trägt, weil er nur dieses
besitzt, und seinem weiten grauen, mit
schwarzem Samt gefütterten Radmantel eine für
seinen niederen sozialen Stand uncharakteristische
Erscheinung. Aber "solcher Habitus war ihm
zum Bedürfnis geworden, ohne daß er etwas
Schlimmes oder Betrügerisches im Schilde führte;
vielmehr war er zufrieden, wenn man ihn gewähren
und im stillen seine Arbeit verrichten ließ; aber
lieber wäre er verhungert, als daß er sich von seinem
Fladmantel und von seiner polnischen Pelzmütze
getrennt hatte, die er ebenfalls mit großem
Anstand zu tragen wußterm Der Schneidergeselle
wird auf Grund seiner vornehmen Erscheinung für
6
um H!!! Ja um] w I um
einen polnischen Grafen gehalten und spielt diese
Ftolle - anfangs unbewußt, später mit Berechnung
- ausgezeichnet. Nach der Aufdeckung seiner
wahren Identität kann er dann auch eigentlich
nicht bestraft werden, denn seine Umwelt hat ihn
ia selbst zum Hoherstehenden gemacht, außerdem
stellt sich heraus, daß er ein tüchtiger
Mensch ist, der die bevorzugte Behandlung positiv
ausnutzen kann. Die Erzählung macht deutlich,
daß das Sprichwort auf die wechselseitige Wirkung
von Kleidung zielt: Der Mensch will mit selnen
Kleidern nicht nur sich selbst, seine Überzeugung,
seinen Stand zeigen, er wird auch von seiner
Umwelt auf Grund der Kleidung beurteilt.
Wohl das bekannteste Beispiel der ambivalenten
Rolle von Bekleidung in der Literatur, hier im Märchen,
ist Hans Christian Andersens "Des Kaisers
neue Kleider-i: Zwei Scharlatane behaupten, dem
Kaiser ein ganz besonderes Gewand anfertigen zu
können, das jedoch nur jene Untertanen sehen,
die dem Herrscher treu ergeben sind. Da die beiden
dies nur vorgeben, den Kaiser also mit einem
"unsichtbaren Anzugu versehen, läuft er nackt
herum. Das Volk wagt nicht, die Wahrheit zu sa-7
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