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Full text : Alte und Moderne Kunst XXVIII (1983 / Heft 188)

A

nmerkungen 1 - 7

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Eernätih Mafia RIppi-Rünal Jblssf Gondoial, Budapest 1975

Slil EGIE Gulacsy Laios. Onrvlna, Budapest 1980,

war, daß deren Grundcharakter auch heute noch die

StimmungderdamaligenGroßstädtederMonarchiebestimmt.

 Obzwar die künstlerischen Richtungen Ende

der 90er Jahre tatsächlich auseinanderzulaufen scheinen,

 taucht bei gründlichererAnalyse, trotz derAbsicht

zu unterscheiden, fortwährend in zweiter Linie, so mancher,

 sich zähe erhaltende gemeinsame Zug auf. und

auf dem Niveau von mittelmäßigen künstlerischen Leistungen,

 eine gemeinsame Formensprache. Die hervorragenden

 Künstlerindividualitaten in Ungarn reagierten

 sehr empfindlich auf die gesellschaftlich-historischen

 Probleme der Zeit und hielten mit einer ethischen

 Verpflichtung an den nationalen Traditionen, an

der politisch gefärbten Kulturfest. Auch diese künstlerischen

 und existentiellen Probleme, die in ganz Europa

aktuell waren, haben die Künstlerden eigenartigen ungarischen

 Verhältnissen angepaßt. und ihre spezifisch

individuelle Sprache war in ihrer Ganzheit so abgefaßt.

daB sie nur im ungarisch-historischen und gesellschaftlich-kulturellen

 Medienbereich verständlich war. Sie

waren meistzu stark an die national und lokal umschriebenen

 Aufgaben gebunden, um die konkreten Forderungen

 auf das Niveau abstrakter Ideen heben zu können.

 DieAusstrahlungskraft des hervorragenden ästhelischenwertes

 eineraußerordentlichen künstlerischen

Leistung war nur selten imstande, die schützende, aber

isolierend tiefe Einbettung in die nationale Kultur zu

durchdringen. Wenn in der Sezessionsperiode der beiden

 Nationen ihre hervorragendsten Meister auch tatsächlich

 ihre Oeuvres in verschiedenem Stil und Geist

hervorbrachten, so finden sich auf dem Niveau des verläßlichen

 Kunstgewerbes der Industrie, bei kleinen aber

qualitätvollen Meistern doch auf Schritt und Tritt ahnliche

 Lösungen.

Trotzdem der höhere künstlerische Unterricht damals

in Wien und in Budapestschon getrennte Wege ging und

die Ungarn sich in erster Linie nach München beziehungsweise

 Paris orientierten, tauchten doch an der

Akademie in Wien auch damals noch, besonders in der

Abteilung Skulptur, ungarische künstlerische Namen

auf.

Zu ihnengehorte Edmund Moiret, derBildhauer. dessen

Lebenswerkbisjetzt in Ungarn noch nichtautgearbeitet

worden ist. Der überwiegende Teil seines Nachlasses

wird in Wien aufbewahrt und eine Aufarbeitung desselben

 wäre schon deswegen wichtig, weil darin seine Tatigkeil

 eigentümlicherweise eine Brücke zwischen der

Wiener Secession und deren dekorativer Skulptur einerseits,

 andererseits der ungarischen Kolonie par excellence,

 den Künstlern von Güdöllö, und deren Tätigkeit

 bildet.

Diese Künstlerkolonie von Godöllö (1903 - 1919) war

die einzige künstlerische Vereinigung der Sezession in

Ungarn, die gemeinsame ästhetische Prinzipien verkündete

 und gleiche Lebensformen wählte. Ihr von Mystizismus

 durchdrungener Symbolismus war mit der

aus der Volkskunst hervorgehenden ungarischen Sezession

 verflochten. Ihre Bestrebungen, auch in der

Form ungarische Kunst zu schaffen, mißlangen. Ihre

Kunstanschauung warvon romantischer Volkstümlichkeit

 durchdrungen. ihre Richtung innerhalb der Sezession

 war die nethnischsteri.

Edmund Moiret wurde am 2. März 1883 in Budapest in

einer bürgerlichen Familie französischen Ursprungs

geboren.

Schon als Kind zeigte er Talent für das Zeichnen und

nach Absolvierung des Gymnasiums bezog er die

Kunstakademie, wo in der Malerei Ede Ballö und in der

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